BdZM vernetzt Studierende mit eigener Online-Community

Treffpunkt Zahnigroups

„Gemeinsam studieren“ lautet das Motto der Online-Community Zahnigroups. Der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM) hat das Netzwerk gegründet, damit Kommilitonen ihr Wissen teilen und sich hochschulintern und -übergreifend austauschen.

„Prothetikklausur“ tippt Zahnmedizinstudentin Lisa F. in den Online-Kalender ihrer Kursgruppe unter Zahnigroups.de. Soeben hat sie das Datum an der Abteilungstür in ihrer Fakultät gelesen und will ihre Kommilitonen über den Termin informieren. Dazu braucht sie sich über ihrem Laptop nur in dem Netzwerk einloggen: Nutzername, Passwort – schon ist die 21-Jährige auf ihrer persönlichen Startseite und kann unter „Meine Kurse“ den Termin für den Prothetikkurs einstellen.

Nutzer und Netzwerke

„Die Zahnigroups sind das Facebook/StudiVZ für angehende Zahnmediziner“, erklärt Susann Lochthofen, die die Öffentlichkeitsarbeit für den BdZM macht. Die Web 2.0 Community ist ein Projekt des Verbandes, das die Kommunikation unter den Studierenden innerhalb der Universitäten und standortübergreifend fördern soll.

Im Mai 2007 startete die erste Version, ein Jahr später die zweite. Mit Erfolg: Mittlerweile hat das kostenlose Angebot nach Angaben des BdZM bundesweit über 2 200 aktive Nutzer. Im Vergleich zu den großen sozialen Netzwerken mit Millionen Mitgliedern ist der potenzielle Nutzerkreis eng abgesteckt: Anmelden können sich ausschließlich Studierende der Zahnmedizin – mit ihrem Immatrikulationsausweis.

Kurse und Kalender

Will sich Lisa F. auf ihre Prothetikklausur vorbereiten, helfen ihr die Zahnigroups. Mitglieder, die den Kurs in früheren Semestern absolviert haben, haben Themensammlungen, Kopiervorlagen und alte Klausuren eingestellt. Zu welchen Hochschulkursen es eine Online-Gruppe gibt und wie aktuell und umfangreich die Inhalte sind, hängt von den Studierenden ab. Jede Gruppe hat laut BdZM drei zentrale Funktionen: ein schwarzes Brett, einen Terminkalender und einen Datenpool. „Im Wintersemester 2008/2009 gab es über 20 000 Downloads“, berichtet Lochthofen. Die Mitglieder hätten zudem während des Semesters rund 90 Termine, 300 Aushänge und 830 Dateien neu eingestellt.

Wissen und Wikipedia

Das Wissen sammelt das Netzwerk nach dem Prinzip der Online-Enzyklopädie Wikipedia: Alle Einträge und Änderungen werden in einem Verlaufsprotokoll festgehalten. Jeder Nutzer kann einsehen, wer was wann geändert hat und alte Versionen abrufen. Das soll vor Fehlern – mit oder ohne Absicht – schützen. Vandalismus aufspüren ist auch Aufgabe sogenannter Moderatoren. Sie kontrollieren im Auftrag des Betreibers die Inhalte.

Mobbing und Datenmissbrauch sind in den sozialen Netzwerken derzeit ein großes Thema. Zuletzt unterzeichneten die drei großen deutschen Anbieter StudiVZ.net, Lokalisten.de und Wer-kennt-wen.de daher einen Verhaltenskodex für Jugend- und Datenschutz.

Studienfreunde und Schulabgänger

Lisa F. hat bei Zahnigroups eine Seite mit ihrem Profil angelegt. Dort sehen andere Mitglieder ein Foto der Studentin, ihren Abijahrgang und die von ihr besuchten Kurse. Außerdem hat sie Links zu befreundeten Nutzern über die „Freunde-hinzufügen-Funktion“ gesetzt. Dadurch kann sie sich mit Fachkollegen anderer Hochschulen austauschen und den Kontakt zu alten Studienfreunden halten, so das Ziel des BdZM.

Wer den Begriff „Zahnmedizinstudium“ googelt, findet schnell ein weiteres Internetprojekt des Verbandes: Zahniportal.de richtet sich nicht nur an Studierende und Absolventen des Faches, sondern auch an Schulabgänger, die sich über Studium und Standorte informieren möchten.

Seit Mai 2006 existiert das Informationsportal. Die ehemaligen Zahnmedizinstudierenden Jan-Philipp Schmidt, Art Timmermeister und Christian Rubbert entwickelten die Plattform gemeinsam. Derzeit finden Interessierte auf der Homepage Porträts der 30 Hochschulstandorte und aktuelle Mitteilungen des Verbandes und seiner Partner. Hinzu kommen Informationen zu Studienplatzsuche, Lehrinhalten und Assistenzzeit.

Auswahl und Aktualität

„Die inhaltliche Auswahl liegt beim BdZM“, sagt Lochthofen, die die Webseite vermarktet. Mitmachen können jedoch Studierende aus ganz Deutschland. „Wir sind dabei, einen Stamm an verlässlichen Redakteuren aufzubauen“, betont sie. Künftig sollen noch mehr aktuelle Nachrichten aus allen Universitäten die Seiten füllen – und Besucher aus der Branche anlocken.

Für Aktualität sorgen bei den Zahnigroups die Kommilitonen. Timo K. aus dem Prothetikkurs von Lisa F. erfährt mittags in der Mensa vom Assistenten des Kursleiters, dass sich der Klausurtermin verschiebt. Zuhause vorm PC ändert er schnell das Datum. An Lisa F. und alle weiteren Kursteilteilnehmer, die in der Community registriert sind, schickt das System automatisch eine Rundmail.

zm-Info

Der BdZM

Der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM) ist die bundesweite Interessenvertretung der Studierenden der Zahnmedizin und der Dachverband der 30 Universitätsfachschaften. Vorsitzender des BdZM ist cand. med. dent. David Rieforth. Seit 2008 hat der Verband eine eigenständige Geschäftsstelle im Haus der Bundeszahnärztekammer, Chausseestraße 14, 10115 Berlin. Der BdZM gibt viermal jährlich das Magazin „dentalfresh“ heraus. Das nächste Heft erscheint am 1. Juli 2009. Mehr Infos über Vorstand, Satzung und Mitgliedschaft gibt es unter Bdzm.de.

Seit Januar dieses Jahres besteht der Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni in Deutschland (BdZA). Er will die Interessen junger Zahnärzte fördern und Synergien zwischen Absolventen und Hochschulen nutzen.

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