Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

„Gesund beginnt im Mund – krank sein oftmals auch!“ Das Motto des diesjährigen Tages der Zahngesundheit gründet auf die systemische Verbindung zwischen zahnärztlichem und ärztlichem Tun. Es ist weit mehr als nur ein Appell, Verantwortung für die eigene Gesundheit durch regelmäßige Besuche in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen. Es verdeutlicht auch, mit welchem Selbstverständnis Deutschlands Zahnärzteschaft ihre Verantwortlichkeit für die Gesundheit der Bevölkerung übernimmt. Der ZahnArzt, zuständig für ZahnMedizin, ist statistisch betrachtet der wichtigste, weil am häufigsten aufgesuchte Kontakt des Bürgers im Sinne medizinischer Prophylaxe.

Vorsorge, möglicherweise Früherkennung, aber auch schon das Gespräch verschaffen dem ZahnArzt Möglichkeiten, die ein wachsames Gespür, den ganzen Patienten im Blick zu behalten, durchaus rechtfertigen.

Somit hat sich das, was ursprünglich als Kampf gegen die „Volkskrankheit“ Karies begann, in den letzten Jahren durch die medizinische Erkenntnis bestehender Wechselwirkungen oder systemischer Parallelitäten spezifischer Erkrankungsbilder auf eine ganz andere Ebene gehoben.

War früher der Wille der Allgemein- und Fachmediziner, sich mit ihren Kollegen aus der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde interdisziplinär zu beraten, eher Randphänomen, wächst mit den systemischen Erkenntnissen inzwischen auch die Bereitschaft zur Konsultation. Gesund beginnt eben im Mund. Dabei ist der Generalist ZahnArzt für den Allgemeinmediziner ein Spezialist – aber einer, der im Fall der Fälle seine Patienten zum Besuch beim Allgemeinmediziner anhält. Eine Vorgehensweise, die – beispielsweise im Falle der Früherkennung von Tumoren – lebensrettend sein kann.

Vor diesem Hintergrund haben gerade ZahnMediziner ihre Bereitschaft, sich mit Allgemeinmedizin zu befassen, immer bewahrt. Titelgeschichten wie die über „Thrombozytenhemmer“ sind seit Jahren neben zahnmedizinischen Spezifika durchaus selbstauferlegte Pflicht der zm. Eine Pflicht, die mit der ihrer Leser weitgehend geteilt wird.

Für ZahnMediziner ist der fachliche Blick über den „Oralbereich“ hinaus seit Jahrzehnten selbstverständliche Übung. Gerade das verdient es, ganz im Sinne bestverstandener Volksgesundheit, auch in die Bevölkerung getragen zu werden.

Vergnügliches, vor allem aber wissensmehrendes Lesen wünscht

Ihr
Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur