CED-Vollversammlung in Brüssel

Delegation Ja – Substitution Nein

Für das Delegationsprinzip des Zahnarztes an sein Assistenzpersonal und gegen Substitution sprachen sich die Vertreter des Council of European Dentists (CED) auf ihrer jährlichen Herbstvollversammlung aus. Damit erteilte der Berufsstand auch auf europäischer Ebene der Aufwertung der Arbeit von nicht-zahnärztlichem Personal eine klare Absage. Neben weiteren Fragen der EU-Interessenarbeit standen mit Spannung erwartete Wahlen im Mittelpunkt: Der Österreicher Dr. Wolfgang Doneus wurde zum Präsidenten des CED gewählt.

Die deutsche Delegation: ZA Ralf Wagner, KZBV, (vorne rechts, neben zwei finnischen Delegierten), Barbara Bergmann-Krauss, Florian Lemor, Dr. Peter Engel und Dr. Michael Frank, BZÄK (zweite Reihe, v.r.n.l.) Fotos: BZÄK Brüssel

47 Delegierte aus 26 EU-Mitgliedstaaten trafen sich zur CED-Vollversammlung in Brüssel.
CED-Vize Prof. Dr. Wolfgang Sprekels (l.) engagierte sich für das Delegationsprinzip. Foto: BZÄK/Lopata
Der Überraschungskandidat Dr. Wolfgang Doneus (r.) aus Österreich ist neuer CED-Präsident Foto: privat

Am 20. November 2009 fanden sich 47 Delegierte aus 26 EU-Mitgliedstaaten der Europäischen Union zum jährlichen Herbsttreffen des Council of European Dentists (CED), des europäischen Dachverbandes der Zahnärzte, in Brüssel ein. Neben Überlegungen zur internen Organisation und der künftigen externen Kommunikation der CEDVerbandsarbeit standen zahlreiche aktuelle europapolitische Fragen auf der Tagesordnung.

So erteilten die europäischen Zahnärzte der in einigen EU-Mitgliedsstaaten geführten Diskussion, die Arbeit nicht-zahnärztlichen Personals weiter aufzuwerten, damit dieses quasi-zahnärztliche Tätigkeiten durchführen kann, eine eindeutige Absage. Ohne Gegenstimme wurde die unter der Federführung des CED-Vizepräsidenten Prof. Dr. Wolfgang Sprekels, Hamburg, formulierte Entschließung „Delegation Ja – Substitution Nein“ von den europäischen Delegierten angenommen.

Gesamtverantwortung beim Zahnarzt

Der CED unterstreicht in diesem an die europäische Politik gerichteten Antrag, dass die Gesamtverantwortung für die zahnärztliche Behandlung zu Recht allein beim Zahnarzt liegen muss. Der Antrag bringt dabei zum Ausdruck, dass im Interesse einer qualitativ hochwertigen Versorgung jegliche selbstständigen Behandlungen von Patienten durch nichtzahnärztliche Gesundheitsberufe ohne Beaufsichtigung durch einen qualifizierten Zahnarzt abzulehnen sind. Unterstützung fanden ferner Entschließungen zur besseren Infektionskontrolle und zur Nutzung von Amalgam.

Gegenstand intensiver Beratungen waren weitere ausgewählte binnenmarkt- und gesundheitspolitische Fragen. So tauschte man erste Erfahrungen mit der Umsetzung der europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie aus. Mit Blick auf die in der Richtlinie festgelegten Ausbildungsinhalte der jungen Zahnärzte in Europa wurden zahlreiche qualitätssichernde Anpassungen gefordert. Großes Interesse fand auch das Grünbuch Arbeitskräfte des Gesundheitssektors. Mit dem Grünbuch hatte die Europäische Kommission vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft im vergangenen Jahr die Diskussion über die Herausforderungen, vor denen die Arbeitskräfte des Gesundheitswesens stehen, angestoßen.

Spannende Neuwahlen

Schließlich berichtete das Brüsseler Büro des CED über den aktuellen Stand der Beratungen über den Entwurf einer Richtlinie über grenzüberschreitende Gesundheitsdienstleistungen, die die Kostenerstattung ambulanter und stationärer Behandlungen in einem anderen EU-Mitgliedstaat auf eine gemeinsame rechtliche Grundlage stellen soll.

Für die größte Spannung sorgte erwartungsgemäß jedoch die Neuwahl des CEDPräsidenten. Diese war notwendig geworden, da der bisherige Amtsinhaber, der Portugiese Dr. Orlando Monteiro da Silva, sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Erst vor Kurzem war er zum Präsidenten Elect der World Dental Federation (FDI) gewählt worden. Zwei Kandidaten hatten den Hut in den Ring geworfen. Der langjährige CEDSchatzmeister Dr. Tom Feeney aus Irland trat gegen den österreichischen Überraschungs-Kandidaten Dr. Wolfgang Doneus an.

In einem spannenden Wahlgang setzte sich Doneus, der bis 2006 bereits einmal als Präsident dem CED vorgestanden hatte, letztlich mit 26:21 Stimmen durch. Doneus wird nun erneut für drei Jahre die Geschicke des CED lenken. Als neuer Schatzmeister wurde der Schwede Dr. Roland Svensson gewählt, der bereits zuvor dem Vorstand angehörte. Erstmals Mitglieder des CED-Vorstands sind der Bulgare Prof. Dr. Nikolai Sharkov und der Italiener Dr. Marco Landi. Wiedergewählt in den Vorstand wurde zudem der Spanier Dr. Francisco Rodriguez Lozano.

Aus Deutschland nahm als Delegierter ZA Ralf Wagner von der KZV-Nordrhein neben Prof. Dr. Wolfgang Spekels an der Vollversammlung teil. Die Gelegenheit als Gäste vor den CED-Delegierten zu sprechen, nutzten schließlich der Präsident der BZÄK, Dr. Peter Engel, und der Vizepräsident der BZÄK, Dr. Michael Frank.

Dr. Alfred Büttner
Bundeszahnärztekammer
Stellvertretender Leiter Büro Brüssel
Avenue de la Renaissance, 1
B – 1000 Bruxelles

Weitere Bilder
Bilder schließen