Alterszahnheilkunde

Zähne im Herbst des Lebens

Die Demographieentwicklung wird auch für Zahnarztpraxen zur Herausforderung. Immer mehr ältere Patienten leben mit immer mehr eigenen Zähnen – allerdings auch mit mehr parodontalen Problemen oder altersbedingten Zahnsubstanzschäden. Zahnärztliche Therapieverfahren wurden bereits darauf abgestellt, diese Patientenklientel und ihre Spezialsituation zu berücksichtigen. Vier Beiträge zum Thema „Zähne im Herbst des Lebens“ benennen diese Herausforderungen und zeigen Möglichkeiten und Wege auf, sich gesondert auf diese Patientenbelange einzustellen.

Zur Einführung in die Thematik beschreiben Dr. Dag Schütz, Witten, und Prof. Dr. Ingo Füsgen, Velbert, den geriatrischen Patienten mit seinen physiologischen Veränderungen und möglicher Polymorbidität sowie die daraus resultierenden beziehungsweise parallel verlaufenden zahnärztlichen Problemfelder. Die Autoren fordern eine regelmäßige Hygienevermittlung und Instruktionen des Pflegepersonals. Beide Geriatriker bemängeln den derzeitigen Stand der Gerostomatologie und setzen sich für eine intensive und schnelle, möglichst flächendeckende Umsetzung des State of the Art ein.

Wie die zahnärztliche Versorgung in der Geriatrie aussehen sollte, beschreiben Christian Bär, Prof. Thomas Reiber und Prof. Ina Nitschke. Sie geben einen allgemeinen Überblick über die sehr heterogene Patientengruppe und formulieren Empfehlungen für den Umgang mit älteren Patienten in der Praxis und im stationären Bereich. Sie weisen auf geriatrische Erkrankungen und ihre Auswirkungen auf das stomatognathe System hin. Ihr Plädoyer: Haben Sie Geduld! Viel Geduld!

Auch der älter werdende Patient legt heute viel Wert auf Ästhetik. Wer es sich leisten kann, zieht festsitzenden Zahnersatz der herkömmlichen Vollprothese vor. Immer mehr ältere Patienten erhalten sich eigene Zähne. Von daher geht es in der Praxis zunehmend um die Versorgung eines Lückengebisses. Mit diesem Thema beschäftigt sich ein Beitrag aus Frankfurt, in dem Dr. Christoph Klaus Müller und Prof. Georg-Hubertus Nentwig die Implantation bei alten Patienten reflektieren. Ihr Fazit: Das kalendarische Alter spielt keine Rolle für den Erfolg einer Implantation – aber man sollte die Behandlung entspannter und minimalinvasiv gestalten.

Abschließend macht Prof. Dr. Renate Deinzer aus Gießen die Leser mit den psychologischen Problemen des alternden Menschen vertraut. Sie appelliert an den Behandler, Verständnis für altersbedingte Verhaltensmuster sowie veränderte Emotionen dieser Patientengruppe zu haben. Sie zeigt, dass diese Entwicklungen höchst individuell verlaufen, und das jeweilige Einstellen auf den Senior-Patienten erfordern. 

Verantwortlich für den
Fortbildungsteil:

Prof. Dr. Elmar Hellwig
Prof. Dr. Detlef Heidemann
Susanne Priehn-Küpper

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