31. Jahrestagung des AKOPOM

Prognosefaktoren bei Karzinomen des oberen Aerodigestivtrakts

Nach mehreren Jahren am Kongressort Wiesbaden fand die Jahrestagung 2010 des Interdisziplinären Arbeitskreises Oralpathologie und Oralmedizin (AKOPOM) am 13. und 14. Mai wieder im traditionsreichen Bad Homburg statt.

Nach dem von Professor Dr. Hartwig Kosmehl, Erfurt, gehaltenen Eingangsreferat zu den derzeit in der Diagnostik anerkannten und für die Therapieplanung relevanten Prognosefaktoren bei Tumoren der Kopf- Hals-Region, bot die Tagung einen repräsentativen Querschnitt über die gegenwärtigen wissenschaftlichen Entwicklungen in den mund-kiefer-gesichtschirurgischen Kliniken und pathologischen Instituten, die sich derzeit mit oraler Tumorpathologie und -medizin beschäftigen. Matthias Kreppel, Köln, zeigte den prognostischen Einfluss der Podoplanin-Expression in oralen Plattenepithelkarzinomen auf und die Göttinger Arbeitsgruppe um Dr. Dr. Florian Fialka präsentierte eine Zwischenanalyse ihrer an Plattenepithelkarzinomen durchgeführten Genexpressionsstudien.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit der Karzinogenese des oralen Plattenepithelkarzinoms einerseits und dessen Früherkennung andererseits. Arne Burkhardt, Reutlingen, stellte sein Verfahren zur Bearbeitung von Bürstenbiopsien vor, bei der eine Gelatine-Einbettung vorgenommen wird, Dr. Dr. Peer Kämmerer, Mainz, berichtete über die Anwendung der DNA-Bildzytometrie an Bürstenabstrichen. Die lebhafte Diskussion über die verschiedenen Verfahren in der Bearbeitung und Auswertung von Bürstenabstrichen unterstrich erneut, dass hier noch weiterer wesentlicher Entwicklungsbedarf besteht, um Zahnärzten ein zuverlässiges diagnostisches Instrument anbieten zu können. Dr. Dr. Jörg Handschel, Düsseldorf, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Mehrzahl der neuroendokrinen Karzinome der Haut (Merkelzellkarzinome), die nicht selten im Gesichtsbereich entstehen können, mit dem Polyomavirus assoziiert ist.

Klinisch-oralpathologischer Förderpreis

Anlässlich dieser Veranstaltung wurde wieder ein Vortrag ausgezeichnet, der Ergebnisse einer gemeinsamen Studie aus den Disziplinen Pathologie und Klinik präsentierte. Den von der DGZMK gestifteten und mit 1 500 Euro dotierten Preis erhielten Tobias Ettl, Regensburg, Oliver Driemel, Leer, sowie Stephan Schwarz und Andreas Gaumann, beide Kaufbeuren, für ihre in Erlangen und Regensburg durchgeführte Studie zu Prognosefaktoren des Mukoepidermoidkarzinoms. An 40 Fällen konnten die Autoren in uni- und multivariaten Analysen zeigen, dass die morphologischen Varianten des Mukoepidermoidkarzinoms, speziell die squamoide Variante, einen relevanten negativen prognostischen Einfluss auf das Überleben der Patienten ausüben. Dabei liegt eine besondere Problematik darin, dass die squamoiden Mukoepidermoidkarzinome häufig als Plattenepithelkarzinome verkannt werden, sich aber biologisch meist anders als diese verhalten.

Die 32. Jahrestagung des AKOPOM wurde traditionell wieder als Gemeinschaftstagung mit der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie (AgKi) vom 02.06. – 03.06.2011 in Bad Homburg abgehalten. Neben dem Hauptthema „Wechselwirkungen zwischen Mundhöhle und Allgemeinerkrankungen“ waren Präsentationen zu freien Themen auf der Tagesordnung.

Dr. Stephan Schwarz
(Kassenführer)
Institut für Pathologie Kaufbeuren
Dr.-Gutermann-Str. 6
87600 Kaufbeuren
stephan.schwarz@pathologie-kaufbeuren.de

Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel
(1. Vorsitzender)
Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische
Gesichtschirurgie Ruhr-Universität Bochum
In der Schornau 23-25
44892 Bochum
martin.kunkel@ruhr-uni-bochum.de

Priv.-Doz. Dr. Dr. Oliver Driemel
(Schriftführer)
Implantatzentrum Ostfriesland
Steinburgsgang 2
26789 Leer
info@mkgleer.de

INFO

Tipps zur Mitgliedschaft

Der AKOPOM lädt nicht nur oralpathologisch interessierte ärztliche und zahnärztliche Kolleginnen und Kollegen zur Mitgliedschaft ein, sondern will alle diejenigen ansprechen, die sich mit der Diagnostik und Therapie oraler Erkrankungen in ihrer täglichen Praxis befassen. Der Arbeitskreis setzt sich dafür ein, den Stellenwert der oralen Medizin in Forschung und Praxis zu stärken und möchte zum Selbstverständnis des Zahnarztes als Facharzt für orale Medizin beitragen.
 
Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 25 Euro, bei Einzugsermächtigung 15 Euro. Für Studenten der Medizin und der Zahnmedizin sowie Kollegen im Ruhestand ist die Mitgliedschaft kostenlos. Ein entsprechender Aufnahmeantrag findet sich auf der Homepage des AKOPOM (www.akopom.de).