Sachbezüge

Tank- und Geschenkgutscheine steuerfrei

Jedes Gehaltsextra unterliegt eigenen steuerlichen Regelungen. Deshalb sollte jeder Zahnarzt zuerst mit seinem Steuerberater das genaue Prozedere abklären, bevor er einem Praxismitarbeiter konkrete abgabenfreie Sachleistungen zusagt. Drei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) bringen Rechtssicherheit in den Bereich der abgabenfreie Sachbezüge.

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Grundsätzlich gehört alles, was ein Praxismitarbeiter im Rahmen des Anstellungsverhältnisses erhält, zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Dabei kann die Bezahlung einerseits als Geldzahlung, aber auch in Form von Sachbezügen – als Sachleistung – erfolgen. Der Vorteil von Sachbezügen ist, dass sie bis zu einer Bagatellgrenze von 44 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei sind. Bei diesem Betrag handelt es sich um eine Freigrenze. Werden die 44 Euro pro Monat auch nur geringfügig überschritten, sind für den gesamten Betrag – nicht nur für den übersteigenden Betrag – Steuern und Sozialabgaben zu bezahlen. Weiterhin ist zu beachten, dass alle Sachbezüge die ein Mitarbeiter erhält, addiert werden und insgesamt den monatlichen Betrag von 44 Euro nicht überschreiten dürfen. Zu den Sachbezügen zählen zum Beispiel die kostenlosen alkoholfreien Getränke für die Mitarbeiterin in der Praxis oder Warengutscheine, die der Zahnarzt seinen Praxismitarbeitern gewährt. Stellt ein Zahnarzt für seine Mitarbeiter kostenlose Getränke in der Praxis zur Verfügung und liegen die Ausgaben hierfür bei vier Euro im Monat, darf er der Mitarbeiterin nur noch Sachleistungen in Höhe von 40 Euro im Monat gewähren, damit die Abgabenfreiheit erhalten bleibt.

Für Waren- oder Geschenkgutscheine gilt zudem die Regelung, dass der Gutschein keinen Geldbetrag enthalten darf. Auf dem Gutschein darf lediglich die zu beziehende Ware oder Dienstleistung aufgeführt werden sowie der Abgabeort, also der zur Einlösung verpflichtete Händler oder Dienstleister. Deshalb wird ein Gutschein über „Ein Buch in Höhe von 40 Euro“ voll dem Arbeitslohn zugeordnet und es müssen Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden. Wird hingegen ein Gutschein über „20 l Superbenzin“ ausgestellt, ist das als Sachbezug zu werten und somit steuer- und beitragsfrei.

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