Sachbezüge

Tank- und Geschenkgutscheine steuerfrei

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Vorsicht mit Sachbezügen

Diese Regelung geht sogar so weit, dass der Zahnarzt seinen Mitarbeitern keinen monatlichen Zuschuss von 40 Euro geben kann, wenn sie sich bei einem Sportverein oder Fitness-Club ihrer Wahl anmelden. Selbst wenn die Mitarbeiter per Beleg nachweisen, dass sie den Beitrag gezahlt haben, wird das als beitragspflichtiger Arbeitslohn gewertet. Um dieses Problem zu umgehen, muss der Zahnarzt einen Vertrag mit einem Fitness- Club-Betreiber schließen. Nach diesem Vertrag können alle Mitarbeiter der Zahnarztpraxis den Fitness-Club regelmäßig und unentgeltlich nutzen. Der Zahnarzt zahlt den Beitrag direkt an den Fitness-Club-Betreiber. Der normalerweise zu zahlende Monatsbeitrag pro Person von 40 Euro gilt nun als Sachbezug und ist – sofern die gesamten Sachbezüge den Betrag von 44 Euro pro Monat nicht überschreiten – abgabenfrei.

Sachbezüge waren in der Vergangenheit grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen, da es hier immer wieder zu abweichenden Auslegungen der entsprechenden Prüfer – vom Finanzamt, aber auch von der Landesversicherungsanstalt – gekommen ist. Der Bundesfinanzhof hat nun in drei Urteilen klargestellt, wann es sich um abgabepflichtigen Barlohn oder um abgabefreie Sachbezüge handelt.

In einem Fall durften die Arbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers gegen Vorlage einer Tankkarte bei einer bestimmten Tankstelle bis zu einem Höchstbetrag von 44 Euro im Monat tanken (AZ: VI R 27/09). In einem weiteren Fall erhielten die Arbeitnehmer Benzingutscheine. Sie konnten bei einer Tankstelle ihrer Wahl 30 l Treibstoff tanken und die Kosten hierfür ihrem Arbeitgeber in Rechnung stellen (AZ: VI R 41/10). Im dritten Fall erhielten die Arbeitnehmer an ihrem Geburtstag einen Geschenkgutschein im Wert von 20 Euro (AZ: VI R 21/09).

In allen drei Fällen werteten die Arbeitgeber diese Zuwendungen als Sachlohn. Da die Zuwendungen unterhalb der Freigrenze lagen, behielten sie keine Lohnsteuer ein. Die Finanzämter werteten jedoch die Zuwendungen als nicht steuerbefreiter Barlohn und forderten die nicht abgeführte Lohnsteuer vom jeweiligen Arbeitgeber nach. Die Finanzgerichte bestätigten die Vorgehensweise der Finanzämter.

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