Das Image der Zahnärzte

Hohe Werte – viel Vertrauen

Die neue Imagestudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), die am 23.1.2012 veröffentlicht wird, bescheinigt dem Berufsstand Top-Noten (detaillierte Ergebnisse ab Seite 22ff.). 91 Prozent der Bevölkerung sind mit ihrem Zahnarzt hochzufrieden. Ein stolzes Ergebnis für den Berufsstand, wie BZÄK und KZBV meinen. Dennoch reicht es nicht, sich auf den Imagewerten auszuruhen. Es gibt auch Handlungsbedarf.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel, ... Fotos: DAK-Schläger / BZÄK / KZBV
... der KZBV-Vorsitzende Dr. Jürgen Fedderwitz ... Fotos: DAK-Schläger / BZÄK / KZBV
... und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich nehmen Stellung zur neuen IDZ-Studie. Fotos: DAK-Schläger / BZÄK / KZBV

Die Politik hebt den vorbildlichen Stellenwert zahnärztlicher Präventionsarbeit immer wieder hervor: Die Mundgesundheit der Deutschen hat in den letzten 15 bis 20 Jahren große Fortschritte gemacht. Und international gesehen hat sich Deutschland bei Kindern und Jugendlichen auf einen vorderen Platz im WHO-Ranking vorgearbeitet. Vor diesem Hintergrund ist es aufschlussreich, Untersuchungen über die Einstellung der Bevölkerung zum System der zahnärztlichen Versorgung vorzunehmen. Hier setzt die neue Imagestudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte an.

Positive Wirkung

Die Untersuchung manifestiere die Aussagen früherer Imagestudien von 1995 und 2002 und bescheinige dem Berufsstand ein enormes Vertrauen und hohes Ansehen im Nah- wie im Fernbild, erklärt der Präsident der BZÄK, Dr. Peter Engel. Vor allem im Hinblick auf die Darstellungen in den Massenmedien sei das Berufsbild des Zahnarztes oft sehr einseitig geprägt. In vielen Presseberichten werde das gute Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient, das die tägliche Arbeit ausmache, nicht ausreichend widergespiegelt. Die neue IDZ-Studie belege erneut die positive Wirkung von gewissenhafter Präventionsarbeit in der Individual- wie auch in der Gruppenprophylaxe. Vor allem die hohe Zahnarztbindung und die Zufriedenheit des Patienten mit der Behandlung zeugten von der Wertschätzung der fachlichen Kompetenz des Zahnarztes, so Engel. Dies zeige sich im Nah- wie im Fernbild nahezu identisch.

Für Engel liegt die Stärke der Studie darin, repräsentative Zahlen aufzuweisen. Sie sei wissenschaftlich fundiert, mit einer hohen Stichprobenzahl von 1 788 Befragten, und zeichne ein demoskopisch fundiertes Bild vom Berufsstand.

Qualität stimmt

Die in der Untersuchung nachgewiesene hohe Zufriedenheit des Patienten wertet der Vorsitzende der KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz, als wichtiges Indiz dafür, dass die Qualität der Versorgung in den Praxen im Wesentlichen stimme. Insgesamt würden zwar Positivaussagen überwiegen. Dennoch liefere die Studie auch kritische Erkenntnisse. So zeigten die Zahlen, dass einige Patienten der Meinung seien, dass der Zahnarzt sich vermeintlich mehr um Privatpatienten bemüht und dass er öfter Behandlungen anbietet, die nicht nötig sind. Laut Fedderwitz sei dies nicht verwunderlich bei einem GKV-System mit beschränkten Leistungen und einem Versorgungsbereich, der mit unterschiedlichen Therapiealternativen aufwarten kann. Therapiealternativen des Zahnarztes und individuelle Bedürfnisse des Patienten müssten jedoch genügend kommuniziert und die Grundstruktur des GKV-Systems erläutert werden.

Erfreut zeigt sich Fedderwitz über die Nutzung des Bonushefts. Es sei eines der wenigen funktionierenden Anreizmechanismen für konsequente Prävention im Gesundheitswesen. Wünschenswert wäre, das Heft verstärkter in bildungsfernen Schichten zu etablieren.

Gegen Vergewerblichung

Was die in der Studie geäußerte Patientenmeinung angeht, der Zahnarzt biete vermeintlich nicht notwendige Leistungen an, mahnt BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich zu einer sensiblen Interpretation der Untersuchungsergebnisse. Bei der Vielfalt der heutigen Therapiemöglichkeiten sei ein verantwortungsvoller Umgang des Zahnarztes mit der Materie angeraten. Zu viel Markt führe zur Vergewerblichung und zu Deprofessionalisierungstendenzen, denen man entschieden entgegentreten müsse. Der Berufsstand müsse den Fokus auf seinen heilberuflichen Auftrag legen.

Auch dem Thema Dentalangst müsse sich die Zahnärzteschaft stellen, so Oesterreich weiter. Der Angstfaktor schwinge bei der zahnärztlichen Behandlung, die sich ja im sensiblen Bereich der Mundhöhle abspiele, in mehr oder weniger ausgeprägter Form latent immer mit. Daher sei es für die Kollegenschaft wichtig, psychologisch geschult und professionell mit Dentalangst umzugehen. Für die Forschung, aber auch in Aus- und Fortbildung sei Angst ein spannendes Thema. Aufgegriffen wurde die Thematik auch bereits in einem BZÄK-Leitfaden (Psychosomatik), der den Kollegen  Hilfestellung bietet. pr

Weitere Bilder
Bilder schließen