6. Zahnärztetag Hamburg

Aus der Idee wurde Tradition

Mit mehr als 550 Teilnehmern zeigten sich der inzwischen sechste Hamburger Zahnärztetag und der fünfte Zahntechnikertag der Innung Hamburg und Schleswig-Holstein bereits als sehr traditionsbewusst. Man traf sich am Rande des Hamburger Hafens zum „Dental-Familienfest“, wie es Kammerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Sprekels formulierte.

Foto: MEV

Die zwei Kammerpräsidenten, Prof. Dr. Wolfgang Sprekels (links), Hamburg, und Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Mecklenburg-Vorpommern, verbindet mehr als nur ihre jahrelange Kollegenschaft im Präsidium der BZÄK: Sprekels leistete intensive Aufbauarbeit der Kammer M-P nach dem Mauerfall. Foto: G. Eisentraut

„Lassen Sie uns der Öffentlichkeit zeigen, dass die Dental-Familie zusammensteht und dass wir uns fortbilden, um den Patienten die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen.“ Mit diesen Worten begrüße Prof. Wolfgang Sprekels seine „Mannschaft“ zur „inzwischen schon Tradition gewordenen“ zweitägigen Fortbildungsveranstaltung, die viele Fachvorträge, eine große Dentalschau und begleitende Mitarbeiter- und Dentaltechnikerschulungen im Programm hatte.

Sein kurzer Exkurs zu aktuellen politischen Ereignissen fiel für die Player nicht gut aus: „Es ist eine Frechheit, wie die Politik mit unserem Berufsstand umgeht“, machte sich der Kammerpräsident in Sachen GOZ-Novellierung Luft. Dagegen stellte und lobte er den fachlichkollegialen Austausch im hanseatisch-typischen Riverside-Hotel-Ambiente, der trotz aller politischen Hürden die Zahnärzte immer wieder zusammenführe.

Mit der Ehrennadel der Deutschen Zahnärzteschaft in Silber wurde Dr. Wilfried Reiher für seine langjährigen Verdienste um den Berufsstand ausgezeichnet.

Dr. Horst Schulz, Fortbildungsreferent der ZÄK Hamburg, hatte dieses Mal ein Thema ausgesucht, das – flüchtig betrachtet – jeder beherrschen sollte. Die Referenten jedoch, vornehmlich Prof. Dr. Adrian Lussi, Bern, belehrten den einen oder anderen Teilnehmer dann aber eines Besseren. Denn mit den zwei Hauptvorträgen „Was ist Karies?“ und „Kariesdiagnostik“ zeigte er, dass Karies längst nicht gleich Karies ist, sondern vielmehr vielschichtig in der Entstehung wie in der Diagnostik, und dass die Therapieoptionen „Beobachten, Fluoridieren, Aufziehen?“ dem Behandler immer eine individuelle Entscheidung abverlangen.

Lussi formulierte konkrete Tipps: Im Zentrum einer Kariesdiagnostik stehe immer noch die Bissflügelaufnahme, okklusale Karies werde oft übersehen (hidden caries!), „Wenn Sie eine Kariesstelle finden: Seien sie sicher, der Patient hat noch weitere!“, „Vermeiden Sie die Sonde, okklusal bleibt sie oft stecken und kann Schmelzverletzungen verursachen!“ oder „Schauen Sie, aber ab 40 bitte nur mit Sehhilfe!“ sp

INFO

25 Jahre Präsidentschaft

Mit einer Laudatio von Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK und Kammerpräsident des Nachbarlandes Mecklenburg-Vorpommern, wurde Wolfgang Sprekels für seine „Standhaftigkeit und Ausdauer im Amt“ geehrt. Seit nun 25 Jahren leitet Sprekels die Geschicke der Hamburger Zahnärzteschaft, hat 19 Jahre das Amt des Vizepräsidenten der BZÄK ausgeübt und ist damit der dienstälteste Präsident einer Landeszahnärztekammer.

Er hat sich aber auch für die nationalen, die europäischen und die internationalen Interessen der deutschen Zahnärzteschaft eingesetzt. Bis heute ist Sprekels in europäischen Gremien gewählter Vertreter der Deutschen Zahnärzte. Ausdrücklich betonte Oesterreich den besonderen Einsatz und das Engagement Sprekels beim Aufbau der Kammern der neuen Bundesländer – in erster Linie gelte dies für Mecklenburg-Vorpommern. sp

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