Kieferorthopädie

Wirksamkeit verschiedener Geräte zur Therapie der obstruktiven Schlafapnoe

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist mit einer Prävalenz von drei bis sieben Prozent bei Männern und zwei bis fünf Prozent bei Frauen eine der am weitesten verbreiteten Schlafstörungen weltweit. Es gibt eine Vielzahl von Geräten um OSAS zu behandeln. Dieses systematische Review untersucht die Geräte auf Effektivität und Patientenakzeptanz.

Beispiel für ein MAD zur Vorverlagerung des Unterkiefers: IST-Gerät Foto: Scheu-Dental

Flussdiagramm zur Literaturrecherche und Einteilung der MADs

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist eine zunehmend häufiger bemerkte Erkrankung, die nicht nur die physiologische Gesundheit des Patienten beeinträchtigt, sondern die sich negativ auf dessen Lebensqualität auswirken kann. Für eine OSAS-Therapie sind einteilige oder zweiteilige Geräte, die den Unterkiefer nach anterior bewegen (Mandibular advancement devices; MADs), am effektivsten.

Ziel des systematischen Reviews war es:

1. die evidenzbasierte Effektivität der unterschiedlichen Geräte und

2. die subjektive Veränderung der Symptome von Patienten mit OSAS zu untersuchen.

Von initial 1 475 gefundenen Literaturstellen konnten 14 randomisiert kontrollierte Studien identifiziert werden. Die MADs wurden entweder mit einem inaktiven Kontrollgerät oder mit einem anderen MAD-Design verglichen. Alle Studien hatten einen relativ kurzen Untersuchungszeitraum von zwei Wochen bis zu zwölf Monaten. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei OSAS um eine chronische, oft lebenslang anhaltende Erkrankung handelt, ist ein längerer Beobachtungszeitraum erforderlich, um Wirkungen und Nebenwirkungen untersuchen zu können.

Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass MADs im Vergleich mit inaktiven Geräten zu einer signifikanten Verbesserung der Tagesschläfrigkeit führen. Daraus lässt sich schließen, dass die Unterkiefervorverlagerung die wichtigste Eigenschaft der Geräte bezogen auf die Verbesserung der Tageschläfrigkeit ist. Bezüglich der vertikalen Sperre sind Geräte mit einer geringen Sperrung zu bevorzugen, da sie von den Patienten besser akzeptiert werden und kein Unterschied zwischen dem Grad der Sperrung festgestellt werden konnten. Alle untersuchten MADs hatten einen positiven Effekt.

Die Entscheidung, welches Gerät eingesetzt wird und subjektiv am wirksamsten die Symptome der OSAS verbessert, hängt von einer Vielzahl von Faktoren, wie Material, ein- oder zweiteiligem Gerät und dem Grad der Protrusion in der Vertikalen und in der Sagittalen, ab. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es nicht ein Gerätedesign gibt, das die subjektive Wirksamkeit der Behandlung am effektivsten beeinflusst.

Quelle:
Ahrens A, McGrath C, Hägg U: Subjective efficacy of oral appliance design features in the management of obstructive sleep apnea: A systematic review Am J Orthod Dentofac 2010; 138/5: 559-576

Dr. Verena Hohlbach
OÄ Dr. Christina Erbe
Prof. Dr. Dr. Heinrich Wehrbein
Universitätsmedizin Mainz
Poliklinik für Kieferorthopädie
Augustusplatz 2
55131 Mainz
verena.hohlbach@unimedizin-mainz.de

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