Repetitorium

Rosazea – die Gesichtsrose

Meist beginnt die Rosazea mit einem flüchtigen, anfallsartig auftretenden Erythem. Foto: DocStock-BSIP
Die Hautveränderungen sind nicht gesundheitlich gefährdend, werden von den Patienten aber meist als optisch stark belastend erlebt. Foto: DocStock-BSIP
Bei einigen Patienten kann der Konsum von Alkohol ein „Aufblühen“ der Rosazea triggern. Foto: MEV
Männer entwickeln häufiger als Frauen ein Rhinophym als Spätstadium der Rosazea. Foto: M.Sand et al. Wikipedia
Helfen konservative Maßnahmen nicht, so kann eine Laserbehandlung indiziert sein. Foto: DocStock-BSIP
Eine sorgfältige Hautpflege ist das A und O bei der Behandlung der Rosazea. Foto: Werner Heiber/Fotolia.com

Pathogenese noch weitgehend unklar

Viele Fragen gibt es noch hinsichtlich der Pathogenese der Dermatose, die genaue Krankheitsursache gilt bislang, wie die Leitlinien beschreiben, als ungelöst. Doch man kennt verschiedene Faktoren, die offenbar im individuellen Fall Exazerbationen auslösen können. Dazu gehören Kosmetika, Bluthochdruck sowie Stresssituationen, aber auch der Konsum von Alkohol oder von Gewürzen sowie sportliche Aktivitäten.

Auch Temperaturwechsel – dazu reichen heiße Getränke, ein warmes Bad, kaltes Wetter sowie Sonnenbestrahlung – können die Hautveränderungen zum „Aufblühen“ bringen. Eine erhöhte Lichtempfindlichkeit besteht aber nicht. Es wird daher von einer Dysregulation thermoaktiver Mechanismen ausgegangen und speziell davon, dass der „Mechanismus der intrakraniellen Kühlung durch vermehrte Blutströmung vom Gesicht zum Gehirn gestört ist“, so heißt es in den Leitlinien. Allerdings wird dort auch eingeräumt, dass der dieser Störung zugrunde liegende, fehlregulierte Faktor bislang nicht identifiziert werden konnte.


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Den Ursachen der Rosazea – im Volksmund auch Gesichtsrose genannt – sind die Wissenschaftler in jüngster Zeit ein kleines Stück näher gekommen. Angeborene Immunstörungen scheinen maßgeblich die entzündlichen Veränderungen der Haut zu triggern, wobei fast ausschließlich das Gesicht betroffen ist. Trotzdem bleibt die Rosazea nach wie vor ein Krankheitsbild mit vielen Fragezeichen.

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Aktuelle Studien weisen nun darauf hin, dass die Erkrankung möglicherweise auf einer angeborenen Störung des Immunsystems basiert. So wurde bei Patienten mit Rosazea eine vermehrte Expression von Cathelicidin und verschiedenen Isoformen in der Haut gefunden. Es handelt sich dabei um ein antimikrobielles Peptid, das quasi als Effektormolekül des angeborenen Immunsystems fungiert und eine Rolle bei der Immunantwort auf bakterielle Infektionen spielt. Cathelicidin kann die vermehrte Freisetzung proinflammatorischer Zytokine stimulieren, was die forcierten Entzündungsreaktionen bei der Rosazea erklären könnte. Für einen Zusammenhang sprechen auch Befunde, wonach die Cathelicidin-Peptide ebenfalls Einfluss auf die Angiogenese haben.

Milben auf der Spur

Auch wurde für die Rosazea eine Assoziation mit Milben beschrieben, denn es gibt Untersuchungen, die eine signifikant höhere Zahl an Milben auf der Haut von Patienten mit Rosazea im Vergleich zu gesunden Vergleichspersonen nachgewiesen haben. Diskutiert wird daher unter anderem, ob Milben möglicherweise die Bildung von Cathelicidin stimulieren, das dann seine proinflammatorischen und gefäßbildenden Effekte entfaltet.

Die Ursache der Dermatose bleibt jedoch weiterhin spekulativ, zumal es weitere Befunde gibt, die einen Zusammenhang mit dem Magenkeim Helicobacter pylori nahelegen. In den aktuellen Leitlinien heißt es entsprechend abschließend zur Pathogenese: „Nach wie vor existiert kein schlüssiges experimentell validiertes und allgemein anerkanntes pathogenetisches Gesamtkonzept für die Erkrankung Rosazea.“

Für eine genetische Prädisposition bei der Rosazea spricht auch die Tatsache, dass bei rund 30 bis 40 Prozent der Patienten weitere Familienmitglieder betroffen sind. In genetischen Studien wurde zusätzlich eine Assoziation zu einer Veränderung der Glutathion-S-Transferase festgestellt. Das Enzym schützt Endothelzellen vor oxidativem Stress, was Hypothesen stärkt, dass auch Sauerstoffradikale an der Pathogenese der Dermatose beteiligt sein könnten.

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