Leserforum

Zoff

Zum Beitrag „Zoff um Kostentransparenz“ in zm 9/2012:

Man kann sich nur wundern über die jüngsten Ideen des GKV-Spitzenverbands. Der Vize-Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands Stackelberg moniert unter anderem eine fehlende Transparenz unserer zahnärztlichen ZE-Abrechnungen. Dass dies allein der Komplexität der GKV-Abrechnungsbestimmungen geschuldet ist, wird übersehen. Das Dickicht von Festzuschüssen, Bonusregelungen, Regel-, gleich- und andersartigen Versorgungen, Direktabrechnung und die daraus folgende Intransparenz wird seit Jahren von der Zahnärzteschaft bemängelt. Nur dürfen wir nicht vergessen, dass diese Intransparenz bei Einführung der Richtlinien seitens der GKV billigend, nein wohl wissend in Kauf genommen, ja sogar gewollt war. Wie schön, dass sich nun Herr Stackelberg der Transparenz verschreibt. Es bleibt offen, mit wie viel Versicherungsbeiträgen die Kontrolle der Zahnarztrechnungen bezahlt werden soll, was der bürokratische Mehraufwand kostet? Dieses Geld steht damit aber dem Leistungsbereich im GKV-System nicht mehr zur Verfügung und somit auch nicht mehr den Versicherten. Weniger Leistung und mehr Eigenanteil sind die Folge. Dass er zugleich einen Preiskatalog für GKV-Versicherte für Zuzahlungen etablieren möchte, ist natürlich eine Farce. Aber, liebe Kollegen, wir brauchen uns nicht verrückt machen zu lassen. Jeder Zahnarzt in Deutschland weiß, dass es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. Und das weiß auch Herr Stackelberg, zumindest sollte er. Werden zahnmedizinische Leistungen bei einem GKV-Patienten erbracht, welche nicht im Bema-Katalog hinterlegt sind, so müssen diese nach der GOZ berechnet werden. Es stellt sich demnach die Frage, was Herr Stackelberg mit seiner Äußerung eines Preiskatalogs für Zuzahlungen wirklich erreichen wollte. Ist es Profilierungssucht, Provokation, Polemik oder schlicht tatsächliche Unwissenheit? Das dahingestellt zeigt auf erstaunliche Art wieder einmal, wie unverantwortlich und wenig sensibel mit den Problemen der Zahnärzte und den Sorgen der Patienten seitens der GKV umgegangen wird.

Friedrich Müller

Wiesbaden Auringen

Friedrich.Mueller@gmx.de