Klima und Gesundheit

Auf den Wandel vorbereiten

Der Klimawandel wird sich in den nächsten Jahrzehnten verstärken. Auch auf die menschliche Gesundheit wird er große Auswirkungen haben. Allergien und Krankheitserreger können sich ausbreiten, Hitzewellen werden zur Normalität. Die Reaktionen auf diese Gesundheitsgefahren sind bisher eher zaghaft. Wie man sich in der Gesundheitsversorgung darauf einstellt, ist offen. Nicht nur Politik und Wissenschaft sind gefordert, Konzepte zu erarbeiten. Auch Ärzte und Gesundheitsberufe müssen sich auf neue Herausforderungen vorbereiten.

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Die Bundesregierung setzt in ihrer Anpassungsstrategie vor allem auf mehr Forschungsbemühungen. Foto: MEV
Durch den Klimawandel verändert sich unsere Umwelt, wodurch es zu Beeinflussungen der menschlichen Gesundheit kommen kann. Grafik: Meinardus
Die Tigermücke wurde vereinzelt bereits in Deutschland nachgewiesen. Sie überträgt das gefährliche Dengue-Fieber. Foto: Okapia
Vor allem ältere, pflegebedürftige Menschen leiden unter Hitzewellen. Pflegekräfte in Heimen sollten darauf achten, dass die Bewohner während heißer Tage ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Foto: Fotolia.com - Gina Sanders
Auch internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen sollten Strategien für die Gesundheitsversorgung ausarbeiten, um sie an den Klimawandel anzupassen. Foto: picture alliance

Eric Bauer

Bereits für das Jahr 2052 rechnet der Club of Rome in einer gerade veröffentlichten Studie mit einer globalen Erwärmung um zwei Grad Celsius, was als Obergrenze gilt, um dramatische Folgen des Klimawandels noch verhindern zu können. Zudem werde es mehr Überschwemmungen, Dürren und Wirbelstürme geben. Im Jahr 2080 wird laut Bericht die Erwärmung 2,8 Grad erreicht haben, was einen sich selbst verstärkenden Klimawandel zur Folge hätte. „Die Menschheit hat die Ressourcen der Erde überreizt“, erklärte der Autor, Klimaexperte Prof. Jorgen Randers von der BI Norwegian Business School, bei der Vorstellung der Studie Anfang Mai in Rotterdam. „In manchen Fällen werden wir einen lokalen Kollaps schon vor 2052 erleben. Wir emittieren doppelt so viel Treibhausgas, wie die Wälder und die Ozeane aufnehmen können.“

Auch wenn der Club of Rome ein besonders düsteres Bild zeichnet: Der Klimawandel findet statt. Die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) und die daraus resultierenden Emissionen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) sowie die geänderte landwirtschaftliche Bodennutzung, insbesondere die Produktion tierischer Nahrungsmittel, hat laut Robert Koch-Institut (RKI) in den letzten Jahren rasante Klimaveränderungen verursacht.

Trotz einiger weniger Zweifler dieser anthropogenen Ursachen (siehe Kasten), ist der Klimawandel unter Einrichtungen wie dem RKI, dem Deutschen Wetterdienst (DWD) oder dem Zwischenstaatlichen Ausschuss Globale Klimaänderungen (IPCC), oft auch Weltklimarat genannt, unbestritten.

Die Regierung reagiert

In den letzen 100 Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur nach Angaben des DWD um knapp 0,8 Grad Celsius angestiegen, in Deutschland sogar um 1,0 Grad. Hierzulande treten vermehrt Hitzewellen auf, zudem sind Niederschlagsänderungen und eine Häufung extremer Wetterereignisse wie Stürme zu beobachten. Insgesamt sind in den letzten Jahrzehnten die Sommer wärmer und die Winter milder geworden, die Niederschläge haben im Sommer ab- und im Winter zugenommen.

Solche Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit: In der Gesundheitsversorgung muss man sich auf neue Herausforderungen einstellen: eine höhere Morbidität durch Hitzewellen, die Verbreitung von Infektionskrankheiten, die Entstehung neuer Erreger.

Die Bundesregierung reagierte mit zwei Initiativen darauf. Die „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ (DAS) wurde 2008 im Bundestag verabschiedet. Darin werden mögliche Anpassungsmaßnahmen und Forschungsbedarfe aufgezeigt. Insgesamt werden 15 verschiedene Handlungsfelder identifiziert, in denen die Bundesregierung Maßnahmen für notwendig hält – unter anderem auch im Gesundheitswesen. Hier werden Maßnahmen wie die Aufklärung der Bevölkerung und des medizinischen Personals, der Ausbau der Forschung (insbesondere bei vektorassoziierten Krankheiten) und die Überwachung von (klimasensitiven) Infektionskrankheiten und deren Erregern empfohlen. Außerdem sollen Früherkennungsstrategien entwickelt werden.

2011 wurde die DAS mit dem „Aktionsplan Anpassung“ weiterentwickelt. Nun wurden konkrete Projekte festgelegt. Im Gesundheitsbereich waren das zum Beispiel die Untersuchungen über die Verbreitung krankheitsübertragender Tiere und über die klimabedingten Auswirkungen auf die Morbidität der Bevölkerung oder auch der „Aktionsplan Ambrosia“. Solide Erkenntnisse gibt es allerdings noch nicht: Die Projekte laufen noch oder sind noch nicht gestartet. Bis Ende 2014 will die Bundesregierung einen Fortschrittsbericht zur Weiterentwicklung der DAS vorlegen.

Die Bundesregierung setzt im Gesundheitsbereich also vor allem auf weitergehende Forschung. Konkrete Handlungsempfehlungen für die Gesundheitsversorgung werden bis auf allgemeine Aufklärungsmaßnahmen nicht gegeben.

Die Temperatur steigt

Dabei steht das deutsche Gesundheitssystem vor einigen klimabedingten Herausforderungen. „Insgesamt wird das größte gesundheitliche Problem hierzulande die Hitze sein, gefolgt von den Allergien“, erklärt Christina Koppe-Schaller, Gesundheitsexpertin des DWD.

Hitzewellen fordern immer wieder Tote. Der Welle im Sommer 2003 sind in Deutschland circa 7 000 Menschen zum Opfer gefallen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Kleinkinder. Hinzu kommen neben einer erhöhten Mortalität Erkrankungen wie Hitzeerschöpfung oder Hitzekrämpfe. Das RKI geht hierzulande für die Jahre 2071 bis 2100 von jährlich zusätzlich 5 000 Toten durch – von Klimaänderungen bedingten – Hitzewellen aus. Zudem steigt an heißen Tagen die Konzentration von Ozon und Feinstaub, was zu einem erhöhten Risiko von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Lungenkrebs führen kann. Experten rechnen als Folge für 2030 mit bis zu 19 000 zusätzlichen Todesfällen in Europa.

Auch Allergien werden zunehmen. Durch die Klimaerwärmung verlängert sich die Pollensaison. Dadurch kommt es laut RKI zu einer verstärkten Allergenexposition, wodurch auch die Möglichkeit einer Sensibilisierung steigt. Seit 1990 hat sich der Beginn des Pollenflugs je nach Pflanzenart um sechs bis 19 Tage nach vorne verschoben. Überdies kommt es zu schnelleren Keimungs- und Wachstumsprozessen und verlängerten Vegetationsperioden. Ein Beispiel dafür ist das Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), das ursprünglich aus Nordamerika stammt. „Ambrosia verbreitet sich immer mehr in Deutschland“, sagt Koppe-Schaller. „Wenn sich die Pflanze hier etablieren sollte, ist auch mit vermehrten allergischen Reaktionen auf sie zu rechnen.“

Die Tigermücke kommt

Eine Gefahr für die Verbreitung von hier bislang nicht heimischen Infektionskrankheiten stellen Tiere dar. Durch die Klimaerwärmung verschiebt sich der Lebensraum von Tieren, die als Vektoren, also als Erreger-Überträger von Wirt zu Wirt, fungieren, nach Norden. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist die Zahl der Hantaviren-Infektionen, die ein hämorrhagisches Fieber auslösen können, in den letzten Jahren stark angestiegen.

In Zukunft könnten sich bestimmte Mückenarten wie die Anopheles-Mücke, die Malaria überträgt, in Deutschland ausbreiten. „Auch die Tigermücke, die das Dengue- und das Chikungunya-Fieber überträgt, wandert langsam nach Mitteleuropa ein“, erklärt Koppe-Schaller. Grund dafür seien die immer milder werdenden Winter. Prof. Klaus Stark, Infektionsepidemiologe am RKI, beschreibt einen vorstellbaren Infektionsweg für das Dengue-Fieber: Eine Person infiziert sich in einem Dengue-Gebiet (vorzugsweise Südostasien oder Süd- und Mittelamerika) mit dem Virus und schleppt es in Deutschland ein. Eine hier eingewanderte Tigermücke sticht diese Person und nimmt so das Virus aus dem Blut auf. In der Mücke vermehrt sich das Virus – durch die Wärme begünstigt – schnell. Sticht die Mücke nun andere Menschen, kann es zu einer Über-tragung des Dengue-Fiebers kommen. Nach Starks Angaben wurden Eier der Tigermücke in Deutschland erstmals 2007 im Oberrheingebiet und im Jahr 2011 ein erwachsenes Exemplar nachgewiesen. „Es ist gut möglich, dass sie sich in den nächsten zehn bis 20 Jahren in Süddeutschland etablieren kann, erst recht bei fortschreitender Erwärmung“, so der Epidemiologe.

Deutschland ist insgesamt jedoch weniger gefährdet. Koppe-Schaller rechnet nicht mit größeren Malaria- oder Dengue-Ausbrüchen. Sie hält die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Auftretens von Tropenkrankheiten in Deutschland insgesamt auch in Zukunft für relativ unwahrscheinlich. Bis jetzt konnte sich noch keine neue vektorübertragene Infektionskrankheit ausbreiten.

Andere, bereits hier etablierte vektorübertragene Krankheiten könnten sich durch die Klimaerwärmung in Zukunft stärker ausbreiten: die von Zecken übertragenen Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). „Milde Winter erleichtern den Zecken das Überwintern, so dass ihre Population nicht besonders stark zurückgeht“, erklärt Stark eine mögliche Verbreitung. „Zudem sind in warmen Frühlingen die Menschen eher draußen, wodurch sich zusätzlich das Infektionsrisiko erhöht.“ Allerdings gibt der Epidemiologe zu bedenken, dass während heißer, trockener Sommer die Zeckenpopulation wieder abnehmen kann. Zudem müsse man beobachten, ob andere Zeckenarten wie die das gefährliche Krim-Kongo-Fieber übertragende Hyalomma in Deutschland einwandern. Diese Zecke breitet sich von der Türkei nach Norden aus und wurde bereits in Griechenland entdeckt.

Den Arzt vorbereiten

Wie kann sich das deutsche Gesundheits-system nun auf diese Herausforderungen einstellen? Die Bundesregierung scheint darauf (noch) keine Antworten zu haben, auch von der Bundesärztekammer gibt es noch keine offizielle Stellungnahme.

Dabei gibt es Vorschläge, wie die Versorgung in Deutschland angepasst werden kann. Angehörige der Gesundheitsberufe könnten auf Veränderungen in ihrem Arbeitsfeld vorbereitet werden. So könnte in der Ausbildung von medizinischem Fachpersonal speziell auf hitzebedingte Krankheiten und die damit verbundenen Risiken eingegangen werden. Nach Empfehlung der WHO ist eine solche langfristig Vorbereitung wichtig, um auf die gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels reagieren zu können.

Zudem können Gesundheitseinrichtungen wie Arzt- oder Zahnarztpraxen ihren „CO2-Fußabdruck“, also die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen, reduzieren, beispielsweise durch eine klimaneutrale Bauweise in Neubauten, moderne Klimadämmung oder die Reduzierung der Abfallmenge. Koppe-Schaller plädiert dafür, dass Ärzte auf die neuen Infektionskrankheiten, die in Deutschland zukünftig auftreten können, langfristig eingestellt werden: „Durch gezielte Fortbildungsmaßnahmen beziehungsweise Anpassungen im Studium kann der Mediziner Symptome und somit Krankheiten erkennen lernen, die ihm vorher vielleicht noch nicht begegnet sind.“

Prof. Carsten Stick, Direktor des Instituts für Medizinische Klimatologie der Universität Kiel, empfiehlt, bei Hitzeperioden besonders Risikogruppen wie Alte und Kranke, aber auch Säuglinge im Auge zu behalten. Hitze stelle eine Belastung speziell des Herz-Kreislauf-Systems dar. „Das Verhalten des Menschen ist thermisch motiviert“, sagt Stick. „Wir passen unser Verhalten an die thermischen Gegebenheiten so gut es geht an, oft ohne dass wir es bemerken. Das können pflegebedürftige, bettlägerige Personen und eben auch Säuglinge nicht.“ Hier sei besonders das Pflegepersonal gefragt. „Man muss ihr Augenmerk auf die Risiken lenken, die für sowieso schon geschwächte Personen durch die Hitze entstehen“, erklärt der Klimatologe. Besonders wichtig sei die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit. Bei Hitze seien die Betreiber von Altenheimen jedoch nicht verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen. „Hier sollte man konkrete Richtlinien erlassen“, fordert Stick. In einer vom Umweltbundesamt 2010 durchgeführten Befragung gaben 55 Prozent der Heime an, dass sie sich beziehungsweise Personal und Bewohner, aufgrund von Wettervorhersagen auf Extremwetterlagen vorbereiten.

Auch weitere, nicht direkt im Gesundheitsbereich angesiedelte Maßnahmen sind von Bedeutung: Seit mehreren Jahren läuft laut Koppe-Schaller die Einrichtung von Hitzewarnsystemen, außerdem werden Unwetterwarnungen herausgegeben. Ebenso könne man bei der Stadtplanung die klimatischen Einflüsse berücksichtigen, zum Beispiel in dem man nur geringe „Hitzeinseln“ zulasse oder nur noch Bäume ohne allergene Pollenpflanze. Besonders für Menschen in der Stadt entsteht durch die nicht an den Klimawandel angepasste Bauweise und Raumnutzung erheblicher Hitzestress. Das wird sich durch den fortschreitenden demografischen Wandel noch verstärken, da ältere Menschen mit heißen Temperaturen schlechter zurechtkommen. „Langfristig müssen wir auch im Bereich Erziehung ein Bewusstsein für kommende Probleme durch den Klimawandel schaffen“, so die Gesundheitsexpertin.

Auch weltweit stehen die Gesundheitssysteme vor den Herausforderungen des Klimawandels. Die daraus erwachsenden Probleme werden vor allem die Menschen in den sowieso schon benachteiligten Entwicklungs- und Schwellenländern belasten. „Unter den negativen Folgen des Klimawandels leiden vor allem Menschen in den Ländern, deren Gesundheitssysteme erst im Aufbau sind oder noch gar nicht existieren“, erklärt Astrid Klug, vormalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Die WHO sieht vor allem einige afrikanische Staaten schlecht vorbereitet.

Die Anpassung stockt

Gesundheit rücke in letzter Zeit auch in der Politik immer mehr in den Fokus bei der Bekämpfung des Klimawandels, erklärt Severin Fischer, Klimaexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. „Klimapolitik ist zunehmend zu einem Querschnittsthema geworden. Mit Blick auf die Vermeidung von Treibhausgasemissionen steht natürlich die Energiepolitik im Fokus klimapolitischer Bemühungen. Wenn es aber um das Kosten-Nutzen-Kalkül von Handeln oder Nichthandeln geht, kommt dem Gesundheitssektor eine wichtige Rolle zu“, ist sich Fischer sicher. Die Kosten eines ungebremsten Klimawandels seien hier besonders hoch.

Langsam beginnen Institutionen und internationale Organisationen, Programme und Aktionspläne zu entwickeln, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Internationale Initiativen, die auch die Gesundheitsversorgung mit berücksichtigen, wurden in den letzten Jahren mehr, sind aber immer noch überschaubar. So unterstützt die WHO seit 2004 kleine Inselstaaten und die am wenigsten entwickelten Staaten, zum Beispiel Liberia, Uganda oder die Malediven, bei der Entwicklung sogenannter Nationaler Anpassungs- und Aktionsprogramme (NAPAs). Diese sollen den Ländern helfen, konkret auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren zu können, auch im Gesundheitsbereich. In einer Evaluation aus dem letzten Jahr kommt die WHO zu dem Schluss, dass die Programme in den allermeisten Fällen keine adäquaten Antworten auf die gesundheitlichen Herausforderungen geben, die durch den Klimawandel entstehen. Deshalb gibt sie den Staaten Empfehlungen, wie sie die NAPAs verbessern können. Zum einen sollen spezielle Teams (bevorzugt im Gesundheitsministerium) eingerichtet werden, die die größten Anfälligkeiten des Landes in Bezug auf klimabezogene Gesundheitsprobleme feststellen. Zum anderen sollen Umwelt- und Gesundheitsveränderungen genau beobachtet und das Gesundheitssystem als Ganzes gestärkt werden.

Insgesamt habe das Thema Anpassung an den Klimawandel noch nicht den notwendigen Stellenwert in der Politik erhalten, den es eigentlich verdient, erklärt Fischer. Neben der Eindämmung des Klimawandels ist also vor allem eine Stärkung der Gesundheitskapazitäten in den Entwicklungsländern gefragt, damit sie die Bevölkerung angemessen versorgen können. Doch auch in Deutschland ist man in der Gesundheitsversorgung nur unzureichend auf die klimabedingten Gesundheitsauswirkungen vorbereitet. Aufklärung, Prävention und Weiterbildung in allen Bereichen sind hier gefragt. Nicht umsonst wird nach Ansicht der WHO „der Klimawandel die zentrale Herausforderung für die Gesundheitssysteme im 21. Jahrhundert“ sein.


INFO

EIKE – die Klimaskeptiker

Das Europäische Institut für Klima und Energie e.V. (EIKE), eine Lobbygruppe von Klimaskeptikern unter Leitung des CDU-Politikers Holger Thuss, will nach eigenen Angaben die Klimafakten „ideologiefrei darstellen“. Es sieht den aktuellen Klimawandel als natürlichen Vorgang, der ohne anthropogenen Einfluss vor sich geht. Klimaveränderungen habe es im Laufe der Erdgeschichte schon immer gegeben, heißt es auf der EIKE-Website.

Nach Ansicht des Instituts ist „eine Zunahme von Extremwetterereignissen nicht nachweisbar“. Den Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft sehen die Klimaskeptiker positiv, da sie zu einem besseren Pflanzenwachstum und somit zu höheren Ernteerträgen führen werde.

Den Weltklimarat sieht das EIKE als politisches und ideologisches „Instrument“: „Ziel war und ist es, den nationalen Regierungen die propagandistische Grundlage für einschneidende Änderungen ihrer Energie- und Fiskalpolitik zu liefern.“ Der Rat arbeitet nach Ansicht des Instituts mit Regierungen, Parteien, Klimainstituten und Unternehmen zusammen, damit „restriktive und die demokratischen Freiheiten massiv einschränkende Gesetze leichter durchgesetzt werden“.


INFO

Hautkrebs erkennen

Infolge des Klimawandels steigt die Zahl der Hautkrebserkrankungen. Die WHO geht bei einem zehnprozentigen Rückgang des stratosphärischen Ozons, wodurch sich die krebserregende UV-Strahlungsintensität erhöht, von 4 500 Mela-nomen und von 300 000 Nicht-Melanom-Karzinomen zusätzlich pro Jahr aus.

Beim Erkennen von Hautkrebs kann auch der Zahnarzt helfen. Zwar führt er kein Hautkrebs-Screening durch – das obliegt dem Dermatologen. Allerdings kann der Zahnarzt auffällige Bereich am Hals, an den Händen und im Gesicht wahrnehmen und den Patienten bei Normabweichungen an einen Facharzt überweisen.


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