6. Mitteldeutsches Medienseminar

Die Säule D

Dank der Millionenspende der Zahnärzteschaft trägt auch die Säule D (wie dental) die Frauenkirche in Dresden mit. Details dazu und eine sehr breite Palette an ganz verschiedenen mit der Zahnärzteschaft verwandten Themen wurden auf dem Medienseminar in Dresden für Pressevertreter beleuchtet.

Foto: zm/sf

Der Zahnarzt Dr. Hans-Christian Hoch hat sich von Dresden aus für den Wiederaufbau der Frauenkirche engagiert und seinerzeit den zm-Stifterclub betreut. Die Säule D wurde vollständig von der Zahnärzteschaft gespendet. Mittlerweile hat die „Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V.“ als Nachfolgeorganisation den „Verein für den Wiederaufbau der Frauenkirche“ abgelöst. Hoch ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft und verriet spannende Details aus der Zeit des Wiederaufbaus: „Alle Säulen wurden in Pirna bereits einmal komplett auf- und wieder abgebaut, um die Tragfähigkeit zu testen.“ Die Sandsteine bewegen sich in ihrer Dichte zwischen Sommer und Winter um fast einen Zentimeter. In der Unterkirche befindet sich ein Raum der Stille, für Andachten, kirchlichen Dialog und Konzerte (Foto). „Dort können locker die New Yorker Philharmoniker untergebracht werden“, erklärt Hoch. Das Ensemble aus Kirche und Neumarkt habe „erstmals ein echtes urbanes Gefühl“ in der sächsischen Hauptstadt geschaffen.

Themenwechsel: Die kommissarische Direktorin des Instituts für Geschichte der Medizin an der TU Dresden, Prof. Caris-Petra Heidel, referierte zu ausgewählten Werken deutscher Autoren, in denen diese Krankheit und Schmerz literarisch spiegeln. Heinrich Heine etwa litt zeitweise unter starken Zahnschmerzen und ließ seine körperliche Verfassung in den dichterischen Prozess einfließen. Wilhelm Busch widmete sich dem Thema in „Der hohle Zahn“. In Friedrich Hebbels Werk „Das gekämmte Gehirn“ lassen sich literarische Spuren zum Zahnwechsel finden. Goethe bezeugte in seinen „Zettelgen“ an Charlotte von Stein immer wieder Kummer mit den Zähnen.

Dr. Thomas Breyer, Vizepräsident der sächsischen Zahnärztekammer erläuterte die IDZ-Studie „Einstellungen und Bewertungen der Bevölkerung zur zahnärztlichen Versorgung in Deutschland“. Gerade die flächendeckenden Prophylaxeleistungen hätten zum positiven Image der Zahnärzte beigetragen.

Versorgung verbessern

Zur Versorgung für Patienten im Alter und in der Pflege sprach Zahnärztin Bettina Suchan, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Brandenburg: Der bisherige GKV-Leistungskatalog basiere auf drei Annahmen: Erwachsene könnten eigenverantwortlich Mundhygiene betreiben, eine Zahnarztpraxis aufsuchen und bei der Behandlung kooperieren. Dies gehe an der Realität vorbei. Suchan stellte die Forderung von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Bundeszahnärztekammer heraus, dass die Prophylaxeleistungen für Pflegebedürftige und für Menschen mit Behinderung in das SGB V, § 22 aufgenommen werden sollten. So könne der Mehraufwand für die zahnmedizinische Behandlung der Anspruchsberechtigten honoriert werden. Was fehle, seien seniorengerecht aufbereitete Informationen über die Bedeutung der Mundgesundheit. „Die Leute sollten dort abgeholt werden, wo sie sind – etwa auf Seniorenveranstaltungen“, forderte Suchan. Gleichzeitig müsse aber schon früh mit der Aufklärung begonnen werden. Schließlich müsse die Ausbildung der Altenpfleger verbessert werden. Nur so könnten Zahn- und Mundgesundheit bei Pflegebedürftigen so lange wie möglich erhalten werden.

Dr. Carsten Hünecke, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt, erläuterte die zusätzlichen Zwänge, die sich für Zahnärzte im Rahmen des Patientenrechtegesetzes ergeben. Der Justiziar der Zahnärztekammer Thüringen, Henning Neukötter, gab einenEinblick in den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten und seine Anforderungen. „In Thüringen gibt es keine arbeitslosen Zahnarzthelferinnen“, erklärte Neukötter. Schließlich referierte das Team der Dresdner Zahnklinik aus unterschiedlichen Fachrichtungen zum Thema Schmerz. sf