Zahnärzte ohne Grenzen

Einsatz im Westjordanland

Die Nürnberger Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ (Dentists Without Limits Foundation, DWLF) hat mit dem palästinensischen Gesundheitsministerium ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnet. Damit werden künftige Einsätze von höchster Ebene aus legitimiert.

Eine abgelegene Beduinensiedlung. Foto: DWLF

Das Transportfahrzeug der Gesundheitsbehörden, immerhin ein komfortables Großraummodell deutschen Fabrikats. Foto: DWLF

Am 31. Mai 2012, zufällig am Tag des Besuchs des Bundespräsidenten Joachim Gauck in Ramallah, dem Sitz der Regierungsbehörden des Westjordanlands, hat DWLF ein Memorandum of Understanding (MoU) mit Gesundheitsminister, Dr. Hani Abdeen, unterzeichnet. Das MoU dient als Grundlage für den künftigen Hilfseinsatz der DWLF-Teams. Ausgerüstet mit aus Spendenmitteln erworbenen, mobilen Dentalkliniken werden die Teams Schulen in Nablus, Hebron oder Jericho besuchen, die Kinder untersuchen, ihnen Grundkenntnisse der Gesundheitsvorsorge näherbringen und einfache zahnmedizinische Eingriffe vornehmen. Schließlich haben weit mehr als die Hälfte der Kinder mit starken Kariesbefunden zu kämpfen. Da die Teams einer Einladung des Gesundheitsministers folgen, sind die administrativen Hürden beseitigt, die Arbeit kann direkt beginnen. Begleitet werden die Helfer von Studenten der Al-Quds Universität Ost-Jerusalem sowie einem Fahrer, der auch übersetzen wird. Das Programm ist auf drei Jahre angelegt. Bis dahin wird die Al-Quds-Universität aller Vorraussicht nach ausreichend Zahnmediziner ausgebildet haben, um eigenständig eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung im Westjordanland gewährleisten zu können. Für die Reisen zu den bedürftigen Patienten wird übergangsweise ein Transportfahrzeug aus dem Bestand der Gesundheitsbehörden benutzt (Foto). Deren Mittel sind allerdings sehr beschränkt. So konnten die sowieso nicht üppigen Mitarbeitergehälter Anfang dieses Jahres nur zur Hälfte ausbezahlt werden. Der Bestand an Anästhetika oder Füllungsmaterial ist innerhalb des öffentlichen Gesundheitswesens aktuell vollständig aufgebraucht. Vor diesem Hintergrund hat sich DWLF verpflichtet, einen eigenen Transporter zu beschaffen und den Fuhrpark des Ministeriums zu ergänzen. Damit soll gewährleistet werden, dass die europäischen Einsatzteams auch auf längere Sicht verlässlich auf ein Transportmittel zurückgreifen können.

Wenig Sicherheitsbedenken

In vielen Gesprächen auch mit in der Gegend wohnenden Deutschen konnten sich die DWLF-Vertreter während einer einwöchigen Erkundungsreise davon überzeugen, dass viele Sicherheitsbedenken, die man gewöhnlich mit dem Westjordanland verbindet, weitgehend nicht mehr begründet sind. Straßenkriminalität ist wenig bekannt. Für Europäer ungewohnt sind die vielen Checkpoints der israelischen oder der palästinensischen Militär- beziehungsweise Milizeinheiten. Das mitunter martialische Auftreten der Soldaten verunsichert anfangs, sehr schnell stellt sich allerdings ein Gewöhnungseffekt ein, zumal die Formalitäten vom einheimischen Begleitpersonal übernommen werden. Diese halten sich in Grenzen, man ist schließlich mit offiziellen Dienstfahrzeugen des Ministeriums unterwegs.

Mit dem Westjordanland konnte ein neues Ziel ausfindig gemacht werden, das es auch jungen Einsatzinteressierten oder Berufsanfängern in Vier-Mann-Teams ermöglicht, sich einmal in einem zwei- bis dreiwöchigen Hilfseinsatz zu engagieren.

Kolmann Deuerlein Administration DWLF

info@dentists-without-limits.org

www.dwlf.org

Spendenkonto:

Zahnärzte ohne Grenzen

Konto 5302471

Ev. Kreditgenossenschaft eG

BLZ 52060410

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