Christlicher Missionsdienst

Im Doppelpack ins Waisendorf

Im Februar 2012 reiste der Zahnarzt Dr. Michael Drechsel (Chemnitz) mit der Studentin und ZFA Lydia Lange (Rostock) in ein Kinderdorf des Christlichen Missionsdienstes (CMS) in Indien, um die Waisen dort zahnmedizinisch zu versorgen.

Stimmung: Die Waisenkinder finden Gefallen am Zahnputztraining. Foto: Lydia Lange

Üben in Geduld: Die Kinder warten auf ihre Behandlung. Foto: Lydia Lange
Dringender Behandlungsbedarf Foto: Lydia Lange

Indien ist ein aufstrebendes Schwellenland, in dem die moderne medizinische sowie zahnmedizinische Versorgung in den länd-lichen Gebieten kaum vorhanden ist. Für die wachsende Bevölkerung steht nicht genügend fachlich qualifiziertes Personal zur Verfügung. Zudem ist eine gute zahnmedizinische Behandlung nicht günstig und für mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sogar unbezahlbar. Diese Menschen leben unter der Armutsgrenze und müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag ihr Leben bestreiten. Um auch den Menschen der „unteren Kasten“ zu helfen, die es – nach Meinung der Politik – nur noch in den Köpfen der Bevölkerung gibt, reisen immer häufiger Zahnärzte und Fachangestellte aus Deutschland in dieses exotische Land in Asien.

Drechsel und Lange reisten zweieinhalb Wochen in den Südosten Indiens, nach Narakodurku. Der kleine Ort liegt in dem, von Touristen meist unbeachteten, Bundesstaat Andra Pradesh. In den Räumen der kleinen Krankenstation des Heimes wurden drei provisorische Patientenstühle und zwei mobile Dentaleinheiten aufgestellt. Da noch nie zuvor dort ein Zahnarzt praktiziert hatte, mussten alle – hauptsächlich von Herrn Drechsels Patienten gesponserte – Arbeitsmaterialien aus Deutschland mitgenommen werden.

Mit viel Motivation begann die Arbeit mit den Befundaufnahmen von etwa 120 Kindern. Nach der Behandlung der Schmerz-patienten wurden in den zwei Wochen verbleibender Arbeitszeit, viele Milchzähne extrahiert, Karies exkaviert und Füllungen gelegt. „Die Entfernung von Zahnstein nahm die meiste Zeit in Anspruch“, so Drechsel.

In der unteren Kaste

Unterstützt wurde das kleine Team, von der indischen Krankenschwester Vetty. Um sprachliche Hürden zu meistern war Melba, die Tochter des Heimleiters, meist mit in der Praxis. Gearbeitet wurde sechs Tage die Woche, acht Stunden am Tag. Nur häufige Stromausfälle und fünf indische Mahlzeiten konnten von der Arbeit abhalten.

Während des Aufenthalts in Indien haben die zwei Freiwilligen aus Deutschland noch weitere CMS-Kinderdörfer besucht. Auch dort wurden erneut Hunderte 01-Befunde aufgenommen, damit Drechsel samt Team bei seinem nächsten Besuch im Februar 2013, direkt mit der Behandlung durch-starten kann.

Um die allgemeine Dentalhygiene in den Kinderdörfern zu verbessern, wurden von ZFA Lydia Lange täglich gruppenprophylaktische Maßnahme durchgeführt. „Das hat bei den Kindern für viel Begeisterung gesorgt“, so Lange. Die zahnärztliche Hilfe vor Ort wurde dankend angenommen und das zweiköpfige Team konnte mit vielen neuen Eindrücken und einem guten Gefühl heimreisen. Ab sofort wird ein jährlicher Besuch in den Kinderdörfern angestrebt, um kontinuierlich eine gute zahnmedizinische Versorgung zu gewährleisten.

Lydia Lange
ZFA aus Rostock-Warnemünde
lydifee@web.de

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