Koordinierungskonferenz der Hilfsorganisationen auf der IDS

Die guten Seelen des Berufsstands

Alle zwei Jahre treffen sich die kammernahen zahnärztlichen Hilfswerke auf einer Konferenz im Rahmen der IDS. Als äußerst gewinnbringend wurde in diesem Jahr der Gastvortrag von Stefan Sckell empfunden. Er verriet den Teilnehmern wertvolle Tipps zu Fördermöglichkeiten als Hilfe für Helfer.

Die jüngsten Teilnehmer v.l.n.r.: Oskar Bunz, Mathias Benedix, Christoph Beckmann, Robert Mühlig, Andreas Wagner Foto: zm

Das Podium v.l.n.r.: Burkhard Sticklies, Jette Krämer, Dr. Wolfgang Schmiedel, Prof. Dietmar Oesterreich und Stefan Sckell Foto: zm

Sckell ist seit 1993 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) tätig. Derzeit leitet er stellvertretend das Referat „Grundsätze, Vorhaben privater Träger, private Entwicklungsdienste“. Er würdigte das Engagement des zahnärztlichen Berufsstands. „Mir war ja nicht klar, dass Sie so viel tun“, konstatierte Sckell. Die Bedeutung zivilgesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Engagements habe in der Entwicklungszusammenarbeit einen immensen Stellenwert. „Der Staat allein kann es nicht richten“, sagte der Vertreter der Bundesregierung und wies darauf hin, dass das BMZ Projekte deutscher Träger nur dann unterstützen könne, wenn sie die wirtschaftliche, soziale oder ökologische Situation armer Bevölkerungsgruppen in den Partnerländern unmittelbar und nachhaltig verbessern. Ein Geheimtipp: Lokale Organisationen könnten sogenannte Kleinstprojektanträge bei der deutschen Botschaft vor Ort stellen. Der Förderumfang reiche bis maximal 25 000 Euro. Ein Antrag von drei Seiten könne bereits ausreichen. Allerdings solle das deutsche Hilfswerk stets erst mit der Botschaft in Kontakt treten – dann könne der Antrag über die Organisation vor Ort folgen. Nachhaltigkeit habe stets Priorität.

Ein einzigartiges Forum

Burkhard Sticklies vom Verband der Deutschen Dentalindustrie befand: „Die Zahnmedizin lässt sich in ihrem Arbeitsablauf unterbrechen, um sich für mittellose Menschen zu engagieren. Das ist sehr löblich.“ Die vielen Projekte von deutschen Zahnärzten reichen von groß angelegten internationalen bis hin zu nationalen Projekten vor der Haustür. Ziel der Kölner Konferenz ist es, den Austausch und die Vernetzung zu fördern. Insgesamt reisten 45 Teilnehmer an.

„Das soziale Engagement der deutschen Zahnmediziner ist umfangreich, den Globus überspannend, aber zu wenig bekannt“, mahnte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dr. Dietmar Oesterreich in Köln. Ganze 100 Millionen Euro Spendengelder wurden in den letzten Jahren für Hilfsprojekte eingesetzt, das Gros durch die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ). In der Berichterstattung spiegele sich das jedoch mitnichten.

„Diese Konferenz bietet ein optimales und bislang einzigartiges Forum zum Austausch der weltweit aktiven zahnärztlichen Hilfsprojekte und hilft dabei, das gesellschaftliche Engagement der Zahnärzteschaft in den Fokus zurücken“, so der BZÄK-Vorstandsreferent für soziale Aufgaben / Hilfsorganisationen, Dr. Wolfgang Schmiedel, der auch den Vorsitz der Konferenz innehat.

„Gebraucht werden alle Projekte, die Menschen in Notlagen helfen. Gebraucht wird aber auch die Aufmerksamkeit, um Helfer und finanzielle Mittel einzuwerben“, resümiert der BZÄK-Präsident, Dr. Peter Engel.


Info

Antragsverfahren

Details zu den Fördervoraussetzungen, zu den Antragsverfahren und eine detaillierte Beratung erhalten Hilfswerke bei der Engagement Global gGmbH unter der kostenlosen Rufnummer 0800/1887188 oder via Mail an info@engagement-global.de .

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