Rezension

BPONJ: Leitfaden und Leitlinie in einem Buch

Robert E. Marx: Bisphosphonat-induzierte Osteonekrose der Kiefer. Ätiologie, Prävention, Behandlung. Mit der S3-Leitlinie „Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrose“ der DGMKG. Quintessenz Verlag, 2013. ISBN: 978-3-86867-107-0 88,00 Euro

Der Buchautor Prof. R. E. Marx, Miami, USA, gehört zu den Erstbeschreibern der Bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose (BPONJ) und ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Klinik und Pathologie dieser oft dramatisch verlaufenden Nekrosen am Kiefer. Das Auftreten dieser Erscheinung hat auch in Deutschland bei Zahnärzten und Kieferchirurgen zu Besorgnis und Verunsicherung geführt.

Das vorliegende Buch ist die deutsche Übersetzung der aktuellen Auflage des amerikanischen Originals von Marx und wendet sich vor allem an klinisch tätige Kollegen. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Risiko, Management und Prävention der Kiefernekrose. Und dies im Zusammenhang mit den intra-venös und oral verabreichten Bisphosphonaten.

Die einführenden Kapitel liefern aber auch eine gut verständliche Übersicht zur Pharmakologie und Indikation dieser Stoffklasse sowie über die Theorien zur Pathogenese der BPONJ. Instruktive Grafiken sowie klinische und histopathologische Abbildungen verdeutlichen die Zusammenhänge sehr anschaulich. Von besonderem Interesse dürfte aber die Fallsammlung des Autors sein, in der er 16 typische, eigene Fälle unterschiedlicher Stadien systematisch nach Anamnese, Befund, Histopathologie, Therapie und Epikrise vorstellt. Sie enthalten eine Fülle praktischer Hinweise und Anleitungen und sind durch klinische, radiologische und histologische Abbildungen von sehr guter Qualität illustriert. Für die Praxis besonders wertvoll ist der Abdruck der aktuellen AWMF-Leitlinie zur BPONJ von 2012 mit einer Einführung von PD Dr. Dr. C. Walter, Mainz.

Insgesamt stellt dieses Buch eine wichtige klinische Orientierungshilfe für alle dar, die mit der Behandlung von Bisphosphonat-Patienten betreut sind beziehungsweise sich für den Umgang mit dieser Patientengruppe „wappnen“ möchten. Dadurch ist auch der Preis des Buches gerechtfertigt.