Eine prospektive Studie zur anxiolytischen Wirkung

Mit Musik gegen die Angst

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Abbildung: Schematische Darstellung des Studienablaufs
Tabelle 1: signifikante Ergebnisse der Unterschiedstests der Messwerte unter Musikeinspielung (mM) vs. ohne Musikeinspielung (oM) für sämtliche Parameter und Messzeitpunkte (chronologisch sortiert nach Messzeitpunkten).
Tabelle 2: Maximale Punktdifferenzen der Messwerte mit vs. ohne Musikintervention und Reduktion der Mess-werte in Prozent der Messwerte ohne Musikintervention (oM)
Abbildung 2: Verlauf der Effektstärken der Musikwirkung auf die erfassten Parameter HAF, STAI-S (STATE), VAS Angst, VAS Schmerz und Pulsrate zu den Messzeitpunkten (MZ), n=90

Klinische Relevanz

Den Ergebnissen der vorliegenden Studie zufolge sollte Musik nicht erst während der Behandlung, sondern bereits vor der Behandlung eingesetzt werden, da hier der größte Effekt auf Schmerz und Angstempfindung ermittelt werden konnte. Anhand einer anderen Studie unserer Arbeitsgruppe konnte gezeigt werden, dass der Einfluss auf Angst und Schmerzempfindung durch Distraktionsverfahren wie Musik Zeit braucht und nicht sofort wirksam wird [Jöhren und Zimmermann, 2002]. Da Musikeinspielung jedoch zu jedem Zeitpunkt der Zahnbehandlung, wenn auch in unterschiedlichem Maß, zu einer signifikanten Verbesserung im Angst- und Schmerzerleben des Patienten führt, ist der Einsatz von Musik auch zu den anderen Behandlungszeitpunkten hilfreich. Wichtig scheint zu sein, dass dieses Distraktionsverfahren individuell eingesetzt wird, da sich andere Patienten in der Praxis durch eine generelle Beschallung im Wartezimmer gestört fühlen [Korte, 2010].

Dieses kostengünstige und einfach anzuwendende Instrument kann durch seinen Einsatz in allen Behandlungsphasen den Praxisalltag begleiten und den Aufenthalt in der Zahnarztpraxis angst- und schmerzfreier gestalten.

Dr. Efthymios Pantas
Heinrich-Heine Allee 37
40213 Düsseldorf
mpantas@yahoo.de

Prof. Dr. Hans-Peter Jöhren
Departement Zahnmedizin
Universität Witten /Herdecke
c/o Zahnklinik Bochum
Augusta Kranken Anstalt
Bergstr. 26
44791 Bochum
hp.joehren@t-online.de

Dieser Beitrag wurde bereits als Langversion in der Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift (DZZ Ausgabe 5/2013) publiziert und erscheint mit freundlicher Genehmigung des Verlags.


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