Halbzeit für die Feldarbeit

DMS V auf Erfolgskurs

Zwischenfazit zur Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ): Bis zum Sommer sollen insgesamt 90 Untersuchungsgemeinden angesteuert werden. Zum Zeitpunkt Ende Februar waren bereits die Hälfte der für die Befragung ausgewählten Gemeinden bearbeitet. Die Feldarbeit läuft gut.

DMS-V-Untersuchungsteams und Mitarbeiterstab bei Kantar Health Foto: IDZ
Der DMS-V-Expertenkreis bei einer Arbeitssitzung im Kölner Zahnärztehaus Foto: IDZ

Im Oktober 2013 ist die DMS V, die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie an den Start gegangen. Vier Untersuchungsteams sind seitdem unterwegs, um die Mundgesundheit der Deutschen zu messen. Insgesamt werden bis zum Sommer dieses Jahres 90 Untersuchungsgemeinden angesteuert. Fünf Tage befinden sich die Teams in jeder Gemeinde und bieten in der ersten Wochenhälfte Termine in den eigens eingerichteten Untersuchungszentren an. In der zweiten Wochenhälfte finden Hausbesuche statt. Im Vergleich zu den Vorgängerstudien bedeutet dies beinahe eine Verdoppelung der Standzeit, weil erstmalig neben Kindern, jungen Erwachsenen und Senioren auch pflegebedürftige Menschen in der häuslichen und Heimbetreuung eingeschlossen werden, die häufig ein Untersuchungszentrum nicht mehr eigenständig aufsuchen können. Bis Ende Februar wurde bereits die Hälfte der ausgewählten Gemeinden bearbeitet. Schwerpunktmäßig lagen diese im süddeutschen Raum sowie in den östlichen Bundesländern inklusive der Metropolen Berlin und München.

Wichtige Zusammenhänge erkennen

Zu den zahnmedizinischen Untersuchungen gehören vor allem die Erfassung der Parodontitis und der Zahnkaries sowie der Versorgungszustand der Zähne, aber auch Erosionen und Mundschleimhautbefunde. Neu erfasst wird die Molaren-Inzisivi-Hypomineralisation als entwicklungsbedingte Zahnhartsubstanzanomalie. Neben der klinischen Befundung findet eine umfassende Befragung der Probanden statt. In einem alterspezifischen Fragebogen werden Einstellungen zu Ernährungsgewohnheiten, zum Mundgesundheitsverhalten, aber auch Fragen zur Lebensbewältigung, dem sogenannten Kohärenzsinn, abgefragt. In der modernen Sozialepidemiologie ist es gerade diese Kombination von klinischen und verhaltensbezogenen Informationen, die es in der späteren Auswertung ermöglicht, wichtige Zusammenhänge von Gesundheit und Lebensbedingungen zu erkennen.

Größte deutsche Studie zur Mundgesundheit

Durchgeführt wird die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung durch das gemeinsame Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Unterstützt wird das IDZ dabei nach einer europaweiten Ausschreibung von Kantar Health, einer Tochter von TNS Infratest. Neben den zwölf DMS-V-Mit- arbeitern im Feld sind bei Kantar Health zehn Mitarbeiter und am IDZ fünf Personen damit beschäftigt, diese größte deutsche Studie zur Mundgesundheit auf erfolgreichem Kurs zu halten. Hinzu kommt noch ein beratender Expertenkreis aus der Hochschule, bestehend aus PD Dr. Katrin Hertrampf (Kiel), Prof. Dr. Ina Nitschke (Dresden/Zürich), Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Dresden), Prof. Dr. Thomas Kocher (Greifswald), Prof. Dr. Ulrich Schiffner (Hamburg) und Prof. Dr. Helmut Stark (Bonn). Die Präsentation der Studienergebnisse ist für 2016 vorgesehen.

PD Dr. A. Rainer Jordan, MSc.
Wissenschaftlicher Leiter
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ)
Universitätsstr. 73
50931 Köln


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