Einigung über Minamata-Problematik

Internationales Abkommen zu Amalgam

Anfang Oktober 2013 wurde in der japanischen Stadt Minamata die „Minamata Convention“ unterzeichnet, in der die weltweite Reduktion der Quecksilberemission in die Umwelt geregelt ist. Neben vielen anderen Quellen für die Einleitung von Quecksilber in die Umwelt wurde auch zahnärztliches Amalgam thematisiert. Hier ein Überblick über die weltweite Konvention.

Abbildung 1: Amalgamfüllung 16 Jahre in situ: trotz geringer Randausbrüche und Zahnverfärbungen keine Sekundärkaries Foto: Gottfried Schmalz

Abbildung 2: Amalgamfüllung nach Legen und Politur Foto: Gottfried Schmalz
Abbildung 3: Seit 2001 werden von der UNEP Informationen zur Hg-Belastung der Umwelt veröffentlicht
Abbildung 4: Global gesehen emittiert Asien mehr Quecksilber in die Atmosphäre als irgendeine andere größere geografische Region. Die Emission durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, größtenteils in Kohlekraftwerken, ist die größte Quelle anthropogener Quecksilberemission; allerdings sind Emissionen durch Goldgewinnung in kleinem Maßstab gegenwärtig eine wichtige und unterschätzte Quelle.

Bei den Verhandlungen über dieses Abkommen wurden zwei Szenarien diskutiert: ein „Phase-out“, das heißt eine vollständige Beendigung der Einleitung von Quecksilber in die Umwelt aus bestimmten Quellen (mit einem vorgegebenen Enddatum wie zum Beispiel 2020), oder ein „Phase down“, das heißt eine Reduktion der Quecksilbereinleitung ohne ein bestimmtes Datum.

Schließlich hat man sich einvernehmlich auf eine „Phase down“-Strategie geeinigt. Im Folgenden sollen die Hintergründe dieses weltweit verbindlichen Vertrags erläutert und mögliche Konsequenzen für die zahnärztliche Praxis, insbesondere in Deutschland, diskutiert werden. Der Text des Vertrags liegt bislang offiziell nicht in deutscher Sprache vor. Die hier vom Autor vorgenommen Übersetzungen des englischen Textes [1] sind daher nicht verbindlich. Eine Reihe von Angaben basieren auf den Erfahrungen des Autors bei der Vorbereitung der Konvention und bei den Diskussionen dazu im Rahmen des Council of European Dentists.

Die Minamata-Krankheit

Mitte der 1950er-Jahre wurden in der japanischen Hafenstadt Minamata vermehrt Patienten mit Schädigungen des Zentralnervensystems diagnostiziert. Als Ursache wurde die Ausleitung von toxischen Quecksilberverbindungen (Methylquecksilber), die in der chemischen Industrie verwendet wurden, ins Meerwasser gefunden. Fische haben die Methylquecksilber-Verbindungen aufgenommen, und damit gelangte Methylquecksilber in die menschliche (und in die tierische) Nahrungskette. Im Jahr 2000 wurde von bislang über 2 000 betroffenen Patienten berichtet, andere Zahlen liegen noch weit höher [Ekino S. et al., 2007]. Im Angedenken an die Opfer dieser Umweltkatastrophe wurde nun ein weltweit geltendes Abkommen zur Reduktion der Quecksilberemission nach dieser Stadt benannt.

Amalgam hat sich seit vielen Jahrzehnten bewährt und ist noch dazu preisgünstig. Doch die – quecksilberhaltige – Legierung hat nicht nur Befürworter.

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