Einigung über Minamata-Problematik

Internationales Abkommen zu Amalgam

Abbildung 2: Amalgamfüllung nach Legen und Politur Foto: Gottfried Schmalz
Abbildung 3: Seit 2001 werden von der UNEP Informationen zur Hg-Belastung der Umwelt veröffentlicht
Abbildung 4: Global gesehen emittiert Asien mehr Quecksilber in die Atmosphäre als irgendeine andere größere geografische Region. Die Emission durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, größtenteils in Kohlekraftwerken, ist die größte Quelle anthropogener Quecksilberemission; allerdings sind Emissionen durch Goldgewinnung in kleinem Maßstab gegenwärtig eine wichtige und unterschätzte Quelle.

Der Weg zum Minamata-Papier

Ausgehend von der UN-Umweltkonferenz in Stockholm in 1972, weitergeführt auf dem Umweltgipfel in Rio in 1992 und auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg in 2002, hat die Internationale Gemeinschaft ein Regelwerk entwickelt mit dem Ziel, Risiken für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt durch die Exposition mit potenziell gefährlichen chemischen Substanzen zu minimieren. Dies alles ist Teil des „Strategic Approach to International Chemicals Management (SAICM)”. Eine Reihe internationaler Abkommen, zum Beispiel über Abfall- Management (Basel-Konvention über die grenzüberschreitende Kontrolle von gefährlichen Abfallstoffen und ihre Entsorgung), wurde seither verabschiedet und in vielen Ländern gesetzlich übernommen [Bayne S. et al., 2013]. Dem „United Nations Environmental Program“ (UNEP) ist bei diesen und den folgenden Verhandlungen dann die federführende Rolle übertragen worden.

Quecksilber wurde von der UNEP seit 2001 regelmäßig diskutiert. Dabei wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, die menschliche Gesundheit direkt und die Umwelt (und damit die menschliche Gesundheit auch indirekt) vor der Emission von Quecksilber und seinen Verbindungen zu schützen [Anonymous, 2013]. Im Jahr 2009 hat dann die UNEP beschlossen, dass ein legal bindender Vertrag zur globalen Reduktion der Quecksilberemission erarbeitet werden soll. Ein Vertragsentwurf sollte in einem „Intergovernmental Negotiating Committee (INC)“ bis 2013 fertiggestellt werden.

Dieses INC hat sich fünfmal getroffen. An diesen Zusammenkünften nahmen die Vertreter der UN-Nationen und supranationaler Vereinigungen (wie EU) teil. Außerdem hatten NGOs das Recht, Personen zu nominieren, die an diesen Konferenzen teilnehmen konnten und Rederecht im Plenum (aber nicht in den Arbeitsgruppen) hatten. Vonseiten der Zahnärzteschaft waren FDI (Fédération Dentaire Internationale), IADR (International Association for Dental Research) und ADA (American Dental Association) mit akkreditierten Vertretern präsent. Die Anti-Amalgam-Lobby war ebenfalls zahlreich vertreten, so zum Beispiel Zero Mercury, IAOT und mehr.

Die Zusammenkünfte fanden in Stockholm (2010), Chiba (2011), Nairobi (2011), Punta

del Este (2012) und in Genf (2013) statt. Nach der Unterzeichnung der Minamata-Konvention im Oktober vergangenen Jahres muss diese von den jeweiligen Ländern beziehungsweise von den supranationalen Einheiten ratifiziert werden. Wenn mindestens 50 Länder dies getan haben, tritt dieser Vertrag in Kraft, wahrscheinlich in etwa zwei bis drei Jahren [Bayne S. et al., 2013]. Der Autor nahm als Vertreter der IADR an den Zusammenkünften in Nairobi und Genf teil.

Amalgam hat sich seit vielen Jahrzehnten bewährt und ist noch dazu preisgünstig. Doch die – quecksilberhaltige – Legierung hat nicht nur Befürworter.

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