Einigung über Minamata-Problematik

Internationales Abkommen zu Amalgam

Abbildung 2: Amalgamfüllung nach Legen und Politur Foto: Gottfried Schmalz
Abbildung 3: Seit 2001 werden von der UNEP Informationen zur Hg-Belastung der Umwelt veröffentlicht
Abbildung 4: Global gesehen emittiert Asien mehr Quecksilber in die Atmosphäre als irgendeine andere größere geografische Region. Die Emission durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, größtenteils in Kohlekraftwerken, ist die größte Quelle anthropogener Quecksilberemission; allerdings sind Emissionen durch Goldgewinnung in kleinem Maßstab gegenwärtig eine wichtige und unterschätzte Quelle.

Quecksilberemission in die Umwelt mit Eckdaten

Die globale Emission von anthropogenem Quecksilber in die Luft wird nach Angaben der UNEP auf 1 960 t für das Jahr 2010 geschätzt, ins Wasser auf weitere wenigstens 1 000 t [Bayne S. et al., 2013; UNEP 2013]. Dabei wird die anthropogene Quecksilberemission höher bewertet als die durch natürliche Quellen, wie zum Beispiel aus Vulkanen [Bayne S. et al., 2013; UNEP 2013]. Quellen der anthropogenen Quecksilberemission in die Atmosphäre sind in Abbildung 4 dargestellt. Über 50 Prozent der Quecksilberemission ist durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, durch die Zementherstellung und durch die Verhüttung von Nicht-Eisen-Metallen bedingt.

Außerdem werden erhebliche Mengen von (dampfförmigem) Quecksilber bei handwerklicher und Goldgewinnung im kleinen Maßstab (artisanal and small scale gold mining, ASGM) freigesetzt. Dabei wird Quecksilber verwendet, um Goldpartikel als Gold- amalgam zu gewinnen beziehungsweise zu konzentrieren. Anschließend wird durch Erwärmen das Quecksilber verdampft und das Gold bleibt übrig. Diese Methode der Goldgewinnung ist insbesondere in Entwicklungsländern verbreitet [Bayne S. et al., 2013; UNEP 2013]. Geschätzt wird, dass etwa 640 bis 1 350 Tonnen Quecksilber pro Jahr in diesem Bereich verwendet werden, wobei man davon ausgeht, dass fast alles verwendete Quecksilber in die Umwelt gelangt. Dieser Sektor produziert etwa 12 bis 15 Prozent der weltweiten Goldgewinnung. Schätzungsweise 10 bis 15 Millionen Bergleute, darunter 4,5 Millionen Frauen und Kinder, sind in dieser Branche beteiligt [UNEP, 2013].

Quecksilber ist auch in antiseptischen und antibakteriellen Cremes und solchen zur Hautaufhellung enthalten.

Produkte mit Quecksilber (Mercury-added Products)

Rund 1 000 bis 1 500 t Quecksilber werden pro Jahr bei der Herstellung bestimmter Produkte verwendet, wie etwa bestimmte Batterien, Leuchtstofflampen wie „Sparlampen“, Schalter und Relais, medizinische Geräte, Labormessgeräte und zahnärztliches Amalgam [Bayne S., 2013; UNEP, 2013]. In der Regel hat die Verwendung von Quecksilber in den vergangenen Jahren abgenommen.

Nach Angaben der UNEP [UNEP, 2013] benötigt man für zahnärztliches Amalgam ungefähr ein Viertel der gesamt verwendeten Menge Quecksilber. Dieses Quecksilber gelangt jedoch nur zu einem Teil in die Umwelt, insbesondere wenn Amalgamabscheider – wie in Deutschland vorgeschrieben – in die zahnärztlichen Einheiten eingebaut sind. Außerdem ist das Quecksilber an andere Metalle gebunden (Amalgam) und die Löslichkeit, und damit die Bioverfügbarkeit, ist vergleichsweise gering.

Amalgam hat sich seit vielen Jahrzehnten bewährt und ist noch dazu preisgünstig. Doch die – quecksilberhaltige – Legierung hat nicht nur Befürworter.

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