Einigung über Minamata-Problematik

Internationales Abkommen zu Amalgam

Abbildung 2: Amalgamfüllung nach Legen und Politur Foto: Gottfried Schmalz
Abbildung 3: Seit 2001 werden von der UNEP Informationen zur Hg-Belastung der Umwelt veröffentlicht
Abbildung 4: Global gesehen emittiert Asien mehr Quecksilber in die Atmosphäre als irgendeine andere größere geografische Region. Die Emission durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, größtenteils in Kohlekraftwerken, ist die größte Quelle anthropogener Quecksilberemission; allerdings sind Emissionen durch Goldgewinnung in kleinem Maßstab gegenwärtig eine wichtige und unterschätzte Quelle.

Regelungen für Amalgam

Die Regelungen zum Amalgam im Minamata-Abkommen sind das Ergebnis umfangreicher Diskussionen mit den reichlich vertretenen Amalgamgegnern und den Vertretern der Umweltministerien der anwesenden Länder. Die Gesundheitsministerien waren im Vorfeld der Beratungen eingebunden. Wie die Erfahrung mit ähnlichen Diskussionen lehrt, werden wissenschaftliche Argumente nur teilweise zur Kenntnis genommen. IADR, FDI und ADA haben in gegenseitiger Konsultation regelmäßig in den Debatten ihre Argumente in Redebeiträgen („Interventionen“) vorgetragen, um die wissenschaftlichen und die gesundheitspolitischen Aspekte in die Beratungen einzubringen. Schließlich war es – nicht zuletzt durch die Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – möglich, einen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden.

In Artikel 4 der Minamata-Konvention [1] werden Produkte behandelt, bei denen Quecksilber verwendet wird (Mercury-added products). Neben allgemeinen Bestimmungen wird auf „Annex A“ verwiesen, der in Teil I eine Liste von Materialien/Geräten enthält, bei denen ein „Phase-out“ bis 2020 vorgesehen ist (zeitlich begrenzte Ausnahmeregelungen sind möglich). In Artikel 4 Paragraf 3 wird auf den Annex A Teil II verwiesen, der Amalgam behandelt.

Nicht in Annex A einbezogen (das heißt weiterhin ohne Einschränkung verwendbar) wurden Produkte für militärische Zwecke, für die Forschung, für die Kalibrierung von Instrumenten oder als Referenz-Standards erforderlich, sowie Produkte, die im Rahmen traditioneller oder religiöser Praktiken verwendet werden. Nicht betroffen sind weiterhin Vakzine, die Thiomersal als Präservativ enthalten.

Ebenso werden Produkte, für die keine quecksilberfreien Alternativen verfügbar sind, wie Schalter und Relais, verschiedene Leuchtstofflampen (CCFL und EEFL) für elektronische Displays und Messgeräte nicht mit inkludiert.

Im Annex A Teil II wird für zahnärztliches Amalgam ein Phase-down-Szenario (das bedeutet eine Reduktion der Verwendung von Amalgam ohne eine zeitliche Vorgabe) festgelegt. Dies ist an eine Reihe von Maßnahmen („Provisions“) geknüpft, von denen mindesten zwei zukünftig erfüllt werden müssen. Hierbei sind sowohl die spezifische Situation im jeweiligen Land als auch relevante internationale Richtlinien („International Guidance“) zu berücksichtigen.

Amalgam hat sich seit vielen Jahrzehnten bewährt und ist noch dazu preisgünstig. Doch die – quecksilberhaltige – Legierung hat nicht nur Befürworter.

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