LA-MED Dentalstudie 2014

Print ist nicht tot

Zum ersten Mal ermittelte die Arbeitsgemeinschaft LA-MED das crossmediale Medienverhalten von Zahnärzten und Zahnmedizinischen Fachangestellten. Ergebnis: 216 Minuten investieren Zahnärzte im Schnitt für Suche und Studium beruflicher Informationen. Die beiden wichtigsten Medien sind fast gleichauf:103 Minuten entfallen auf Fachzeitschriften und 97 Minuten aufs Internet.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller befragten Zahn- mediziner gibt an, auf die gedruckte Fachzeitschrift als Informationsmedium nicht verzichten zu wollen. Foto: D.Pietsch

Für die vom Marktforschungsinstitut tele-Research durchgeführte repräsentative Studie wurden computergestützte Telefoninterviews mit 304 Zahnärzten und 150 leitenden ZFAs geführt und ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass die Akzeptanz gedruckter Fachzeitschriften enorm groß ist, erläutert Helmut Faulstich, Geschäftsführer des Instituts teleResearch. Ein Fakt, den er aufgrund der sehr hohen Reichweiten allerdings nicht verwunderlich findet.

Befragt nach der mehrmals wöchentlichen bis täglichen Nutzung bestimmter, als „sehr oft hilfreich“ bewerteter Informationsquellen, steht die Fachzeitschrift bei den niedergelassenen Zahnärzten an erster Stelle, gefolgt von Fax, Internetrecherche mittels Computer und den Drucksachen von Depots und Industrie. E-Mail-Newsletter stehen an fünfter Stelle.

Gefragt nach der technischen Ausstattung der Praxen, zeigt sich eine nahezu flächendeckende Ausstattung mit internetfähigen Praxis-Computern. Im Durchschnitt stehen 4,6 solcher Arbeitsplätze in jeder Praxis. Fast ein Drittel (32 Prozent) verfügt zusätzlich über einen praxiseigenen Tablet-PC. Und diese Technik wird sehr umfangreich auch zur Recherche von Fachinformationen genutzt. Immerhin zwei Drittel aller Praxisinhaber erlauben ihren Mitarbeitern die uneingeschränkte Nutzung des Internets für berufliche Zwecke. Außerdem bescheinigen sich die befragten Zahnmediziner fast durchweg (82 Prozent) einen hohen Kenntnisstand zum Thema Internet.

Weniger stark verbreitet ist die Nutzung des Internets zur Praxiswerbung. Nur etwa jeder zweite Zahnmediziner (54 Prozent) hat eine Praxishomepage, und nur knapp jeder Achte (12 Prozent) einen geschäftlichen Facebook-Eintrag.

Fachzeitschrift bei Befragten Wunschmedium Nummer 1

Gefragt nach einem frei zusammengestellten Wunschpaket aus drei verschiedenen Medienbausteinen, nennen Zahnmediziner Fachzeitschriften (74 Prozent), Online-Datenbanken mit Suchfunktion (50 Prozent) und E-Mail-Newsletter (47 Prozent).

Die befragten leitenden ZFAs nutzen die Medien insgesamt seltener als die Zahnärzte. Zwar lesen mehr als 90 Prozent der Befragten Fachzeitschriften, nur 40 Prozent jedoch mehrmals die Woche bis täglich. Auch hier ist die Fachzeitschrift die Nummer 1 unter den Wunschmedien und jede Zweite gibt an, dass sie nicht auf Fachzeitschriften verzichten möchte. Etwa genauso viele ZFAs nutzen E-Mail-Newsletter mindestens mehrmals im Monat. Sie schätzen vor allem die Kurzmeldungen des digitalen Informationsangebots, erklären die Studienautoren. Bei ihnen stehen E-Mail-Newsletter – wie er etwa wöchentlich von zm-online an knapp 6 000 Abonnenten versandt wird – sogar auf Platz 2 der Medienliste, noch vor Fachwebsites und Online-Datenbanken.


Info

LA-MED: Beobachter der Mediennutzung seit 1970

Die LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e.V. ist ein Zusammenschluss von 13 Industrie-Unternehmen und -Verbänden, 12 Agenturen und 33 Verlagen im Gesundheitswesen. Ihr satzungsgemäßer Zweck ist die „Förderung des wissenschaftlichen Fortschritts bei der Erforschung der Kommunikation auf den Gebieten der Medizin und Pharmazie“, egal über welches Medium die Kommunikation stattfindet. Seit 1970 untersucht LA-MED zusammen mit Marktforschungsinstituten das Mediennutzungsverhalten (seit 1996 auch das elektronischer Medien) von Fachärzten aus Klinik und Praxis, Zahnärzten, Apothekern oder Apothekenpersonal – und seit 1994 Reichweitendaten für zahnärztliche Medien.