Fortbildungsteil 1/2014

Zeitgemäße zahnärztliche Fotografie – Technik, Auswahl, Anwendung

2 CME-PUNKTE
CME-Fortbildung
Diese Fortbildung ist abgelaufen.
Abbildung 2: Moderne SLR-Kamera (Nikon D7100 mit R1 Blitz) als Beispiel für eine geeignete „Dentalkamera“: Der integrierte Blitz kann kabellos per Infrarot weitere Systemblitze steuern. Mögliches Restlicht wird durch die schwarze Klappe zurückgehalten. Foto: Nikon
Abbildung 3: Kamera im Retro-Design, Nikon Df: Nicht nur für Liebhaber älterer Technik – das Innenleben ist modernste Elektronik, die altertümlich anmutenden Einstellräder verhindern unbeabsichtigtes Verstellen. Foto: Nikon
Abbildung 4: Kleinere Sensoren zeichnen einen kleineren Ausschnitt aus dem projizierten Bild auf als Vollformatsensoren. Foto: Bengel
Abbildung 5: Der neue Canon Ringblitz MR-14EX II kann auch als Masterblitz eingesetzt werden. Foto: Canon
Abbildung 6: Aufnahmen, die mit einem Lateralblitz fotografiert wurden, erscheinen schärfer und kontrastreicher. Foto: Bengel
Abbildung 7: Wichtige Einstellungen bei einer SLR-Kamera für die Dentalfotografie Foto: Bengel
Abbildung 8: Modernes Makroobjektiv: Das Fenster erlaubt das Voreinstellen eines Abbildungsmaßstabs. Für die intraorale Fotografie sollte die Autofokus-Funktion abgeschaltet werden. Foto: Nikon
Abbildung 9: Reproduzierbare Aufnahmerichtungen orientieren sich an den anatomischen Ebenen des Patienten (grüne Pfeile). Aufnahmen mit willkürlichen Aufnahmerichtungen sind nicht reproduzierbar. Foto: Bengel
Abbildung 10: Beispiel einer Sachaufnahme, die für praxisinterne Zwecke aufgenommen wurde (Instrumentenbestückung) Foto: Bengel
Abbildung 11a: Einfache Anordnung einer Sachaufnahme Foto: Bengel
Abbildung 11b: Das Ergebnis Foto: Bengel
Abbildung 12a: (l.) Porträtaufnahme mit direktem Blitz: Ergebnis unbefriedigend (Kursaufnahme) Fotos: Bengel
Abbildung 12b: (r.) Die gleiche Aufnahme unter Verwendung eines Diffusors (Lightsphere) vor dem Blitz und eines Reflektors unter dem Kinn: sehr akzeptables Ergebnis bei geringem Aufwand; rein-weißer Hintergrund Fotos: Bengel
Abbildung 13: Funkadapter WU-1a Foto: Nikon
Abbildung 14: Screenshot der Programmoberfläche von Lightroom 5: ein professionelles Bildbearbeitungs- und Archivierungsprogramm, das für den Zahnarzt sehr gut geeignet ist Foto: Bengel
Tabelle 1: (Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) Quelle: Bengel
Tabelle 2: Nicht aufgeführt: LED-„Blitzgeräte“, da sie derzeit noch nicht ausgereift erscheinen. Quelle: Bengel
Tabelle 3 Quelle: Bengel
Tabelle 4 Quelle: Bengel
Tabelle 5: Testprotokoll zur Ermittlung der Blitz-Kamera-Einstellungen für verschiedene Abbildungsmaßstäbe (Kopiervorlage) Quelle: Bengel
Tabelle 6 Quelle Bengel
Dr. Wolfgang Bengel Foto: privat

Einstellungen Kamera

Belichtungsmodus:

Empfohlene Einstellung ist „M“ (Manuell): Belichtungszeit etwa 1/200 s, Blende 22.

Bei Aufnahmen mit Blitz laufen zwei Belichtungen gleichzeitig ab. Zum einen die Belichtung des Sensors durch das Umgebungslicht, zum anderen die durch das Blitzlicht.

Will man den Einfluss des Umgebungslichts ausblenden, um Farbstiche zu vermeiden, wählt man eine kurze Belichtungszeit und schließt die Blende. Dann ist nur noch das Blitzlicht wirksam.

Weißabgleich: auf Blitzsymbol stellen.

Bei manchen Kameras ist die Einstellung auf „Tageslicht“ (Symbol Sonne) besser. Führt diese Einstellung nicht zu einer korrekten Farbwiedergabe, bietet jede Kamera weitere Möglichkeiten einer Feinkorrektur der Farben.

Dazu ruft man im Menü ein Farbfeld auf, in dem man über die zwei Farbachsen Rot-Grün und Blau-Gelb feine Korrekturen vornehmen kann, indem man einen Cursor in die Richtung bewegt, in die man die Farbänderung haben will.

ISO (Lichtempfindlichkeit): Niedrigste Einstellung wählen, da diese der Nennempfindlichkeit des Sensors entspricht. Jede höhere Einstellung führt nur zu einer elektronischen Verstärkung des Signals, damit möglicherweise zu einer Verschlechterung der Bildqualität durch stärkeres Rauschen. Eine Ausnahme kann notwendig sein, wenn für Porträtaufnahmen nur die leistungsschwachen Makroblitzgeräte zur Verfügung stehen, deren Licht bei dem größeren Abstand zum Patienten nicht ausreicht.

Bildqualität:

Die einstellbare Bildqualität setzt sich aus der Dateigröße und dem Kompressionsgrad der jpeg-Dateien zusammen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Einstellung, die zur bestmöglichen Qualität führt (wie JPEG Fine). Auch wenn Bilder vielleicht nur am Monitor eingesetzt werden, wo eine hohe Auflösung nicht erforderlich ist, wird eine hohe Auflösung doch für Druckzwecke erforderlich sein. Da die Speicherkosten heute sehr niedrig sind, sollte die Bildqualität, die moderne Kameras heute bieten, auch ausgeschöpft werden.

JPEG oder RAW:

Die aus dem Sensor der Kamera kommenden Bilddaten werden als Roh-Daten bezeichnet (RAW). Sie werden, sofern nicht anders eingestellt, vom Kamerarechner automatisch in eine JPEG-Datei umgewandelt. Eine solche JPEG-Datei kann praktisch von jedem Programm und Gerät gelesen werden. Sie hat den Vorteil, dass ihr Datenvolumen sehr effektiv komprimiert werden kann.

Für normale Routineanwendungen empfiehlt sich als Ausgabeformat der Bilder daher das JPEG-Format.

Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit, sich das RAW-Format ausgeben zu lassen. Man hat dann die Möglichkeit, nach der Aufnahme noch umfangreiche Korrekturen am Bild (Belichtung, Änderung des Weißabgleichs und mehr) durchführen zu können.

Nachteil: ein größeres Dateivolumen und die Notwendigkeit, die Konvertierung von RAW zu JPEG von Hand vornehmen zu müssen. Gesunkene Preise der Datenspeicher und moderne Bildbearbeitungsprogramme relativieren allerdings diese Nachteile, so dass heute von erfahreneren Anwendern immer häufiger das RAW-Format gewählt wird. Man hat so nicht nur die Möglichkeit (zumindest theoretisch), die bessere Bildqualität zu haben, sondern man verfügt mit der RAW-Datei auch über eine Art digitales Negativ, also eine nicht manipulierbare Datei, deren originärer Charakter im Fall einer juristischen Auseinandersetzung nicht angezweifelt werden kann.

Blende:

Bei gegebenem Abbildungsmaßstab bestimmt alleine die Blende das Ausmaß der Schärfentiefe. Je kleiner die Blendenöffnung ist (das heißt je größer die Blendezahl ist), desto größer ist die Schärfentiefe. Bei extrem kleinen Blendendurchmessern kann sich allerdings eine Beugungsunschärfe bemerkbar machen, die die Bildgesamtschärfe und den Bildkontrast reduziert. Daher wird empfohlen, nicht maximal, sondern nur auf den Wert 22 abzublenden.

Autofokus:

Die Autofokus-Funktion sollte bei der Fotografie im Nahbereich abgestellt werden. Da die Schärfentiefe sich vor und hinter der Fokusebene erstreckt, würde man zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Schärfentiefe nicht nutzen, wenn auf den vordersten Punkt des Objekts fokussiert würde. Bei einem Zahnbogen befindet sich der vorderste Objektpunkt im Bildzentrum. Bei eingestellter Autofokus-Funktion würde auf diesen Punkt fokussiert. Dies hätte zur Folge, dass die Molaren nicht mehr scharf abgebildet wären. Besser: Bild einrichten, dann vor dem Druck auf den Auslöser die gesamte Kamera in Richtung Patient verschieben, so dass die Fokusebene im Bereich der Eckzähne liegt.

Lichtmesscharakteristik: Spot-, mittenbetonte Integral- und Mehrfeld-(Matrix-)Messung stehen zur Verfügung. Letztere gibt die gleichmäßigsten Resultate und sollte daher gewählt werden.

Sinnvoll ist, die wichtigsten Einstellungen einer Kamera festzuhalten und aufzubewahren, um im Fall eines unbeabsichtigten Verstellens der Kamera diese wieder zurücksetzen zu können (Abbildung 7).

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