Rezension

Alles zur Periimplantitis

Stefan Renvert, Jean-Louis Giovannoli: Periimplantitis.Quintessenz Verlag, 2013. ISBN 978–3–86867–191–9 168 EUR

Während Stefan Renvert im Bereich Diagnostik und Therapie periimplantärer Erkrankungen wissenschaftlich tätig ist und bereits zahlreiche Originalarbeiten publiziert hat, leitet Jean-Louis Giovannoli als niedergelassener Zahnarzt mit den Schwerpunkten Implantologie und Parodontologie eine eigene Praxis in Paris. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Prävention und Therapie von Infektionen an Implantaten und ist nebenher als wissenschaftlicher Direktor von Quintessenz International und als Chefredakteur der Zeitschrift Titane tätig. Die beiden Autoren vereinen im Buch Periimplantitis zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse mit klinischer Erfahrung, indem sie Hintergründe beleuchten, wissenschaftliche Studien kritisch diskutieren und unterschiedliche Behandlungskonzepte vorstellen. Viele Foto- und Röntgenaufnahmen klinischer Fälle machen das Buch anschaulich. Die wissenschaftliche Evidenz der behandelten Fragestellungen wird am Ende jedes Kapitels knapp in Form weniger „Keyfacts“ zusammengefasst. Der Schreibstil ist prägnant, und dem Buch liegt eine übersichtliche Struktur zugrunde. Die Ätiologie periimplantärer Infektionen wird am Beispiel histopathologischer Bilder, einer kurzen Beschreibung des mikrobiellen Keimspektrums und der Bedeutung unphysiologischer Belastungen anschaulich erklärt. Im Bereich Diagnostik erfährt der Leser nicht nur, wie die klinische Untersuchung und Dokumentation erfolgen sollte, sondern auch, welche Defektmuster zu Fehlinterpretationen bei der radiologischen Befundung führen können. Im Bereich Risikofaktoren widmet sich das Buch auch der Prävention und zeigt auf, wie betroffene Patienten erfolgreich mit Implantaten versorgt werden können und auf welche möglichen Komplikation rechtzeitig zu achten ist. Der Leser dieses Werkes sollte jedoch beachten, dass periimplantäre Infektionen pathogenetisch mit der Mukositis beginnen. Diese initialen Läsionen lassen sich einfach diagnostizieren und in den meisten Fällen reversibel behandeln. Im Vergleich hierzu gestaltet sich die Therapie der Periimplantitis als sehr komplex und weniger vorhersehbar. Eine umfassendere Darstellung klinischer Phänotypen periimplantärer Infektionen und deren Therapie wäre daher wünschenswert gewesen. Das Buch richtet sich insbesondere an niedergelassene Zahnärzte, die gerne zusätzliches Hintergrundwissen erwerben möchten. Weiterhin ist dieses Buch auch für Studierende interessant, die an Fragestellungen interessiert sind, die in der Periimplantitisforschung derzeit kontrovers diskutiert werden. Weiterhin stellt dieses Buch eine gute Einführung für angehende Fachzahnärzte im Bereich Oralchirurgie dar, die sich mit der Materie umfassend vertraut machen möchten. Implantologisch tätigen Zahnärzten kann dieses Buch als Nachschlagewerk nahe gelegt werden. Das Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert.