Special Olympics Düsseldorf 2014

Mehr als 800 Teilnehmer bei Special Smiles gescreent

Mitte Mai fanden die Special Olympics Düsseldorf 2014 – die nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung von Special Olympics Deutschland (SOD) statt. Mehr als 4800 Athleten gaben unter dem Motto „gemeinsam stark“ in 18 Sportarten und im wettbewerbsfreien Programm ihr Bestes.

Bei Special Smiles gescreent: Tischtennisspieler Kai Sausemuth bei der Zahnuntersuchung mit dem Arzt und Zahnarzt Dr. Peter Minderjahn und der ZFA Anhthu Huynh. Foto: SOD-Jo Henker

Zusammen mit ausländischen Delegationen, den Coaches und Betreuern, Helfern sowie Familienangehörigen waren insgesamt fast 14 000 Teilnehmer dabei und setzten ein Zeichen für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Gernot Mittler, Präsident von Special Olympics Deutschland resümierte, dass das Motto „in allen Facetten der Veranstaltung“ umgesetzt wurde.

Healthy Athletes wurde mit der traditionellen Bandschnittzeremonie durch die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium (BMG), Ingrid Fischbach, sowie einem anschließenden Rundgang eröffnet. Auf mehr als 1 200 m2 wurden im Gesundheitszelt Untersuchungen und Beratungen angeboten – unter anderem in den Bereichen Hör- und Sehprüfungen, Zahngesundheit, Podologie, gesunde Lebensweise und körperliche Fitness. Im Mittelpunkt standen auch Angebote des Projekts „Selbstbestimmt gesünder II“, mit dem durch das BMG seit 2013 Gesundheitskompetenzen von Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung gefördert werden.

Die Schirmherrin von SOD, Daniela Schadt, besuchte die Wettbewerbe und lernte die Angebote des Gesundheitsprogramms kennen. Nahezu die Hälfte aller Athleten hat an einem oder mehreren Bereichen des Gesundheitsprogramms teilgenommen. Insgesamt wurden in 3,5 Tagen mehr als 4 000 Untersuchungen und Beratungen durchgeführt.

Mehrfach aufgesucht

Erstmals wurden während nationaler Spiele an mehreren Wettbewerbsorten Gesundheitsprogramme angeboten. Dies geschah, um die Athleten besser zu erreichen. So fand das Zahn- und Mundgesundheitsprogramm Special Smiles, in Deutschland gefördert durch die Wrigley Foundation, nicht nur in der Olympic Town im Gesundheitszelt, sondern an zwei Tagen auch im Stadion der Leichtathletikwettbewerbe statt. Die Angebote wurden durch das Gesundheitsdezernat der Stadt Düsseldorf, die Ärztekammer Nordrhein und durch mehr als 70 Ärzte und Zahnärzte durchgeführt. Zahlreiche Studierende und Schüler aus Düsseldorfer Hoch-, Berufs- und Fachschulen, Lions Helfer und Wrigley-Mitarbeiter waren auch dabei.

Special Smiles wurde in Vorbereitung und Durchführung mit großem Engagement durch die Zahnärztekammer Nordrhein und während der Veranstaltung neben den Düsseldorfer Zahnärzten mit ihren Teams auch durch Studierende des Zentrums für Zahnmedizin der Universität Witten- Herdecke unterstützt. In seinem Grußwort betonte der Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein, Dr. Johannes Szafraniak, dass Special Smiles – wie überhaupt das ganze Healthy-Athletes-Programm – einen enorm wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit von Menschen mit geistiger Behinderung leiste: „Die Zahnärzte in Nordrhein und in ganz Deutschland streben eine flächendeckende gute Mundversorgung an – für alle Menschen, ob jung oder alt, ob mit Behinderung oder ohne.“

Zum Angebot von Special Smiles gehören neben Tipps rund um die Zahnpflege auch Zahnputzübungen am Putzbrunnen und die anschließende Erfolgskontrolle im Kariestunnel. Die ersten Ergebnisse der durchgeführten zahnärztlichen Untersuchungen liegen vor: Von 803 Athleten, die bei Special Smiles untersucht wurden, hatten 170 Teilnehmer (21 Prozent) kariöse Zähne und 357 (44 Prozent) von ihnen wiesen Zahnfleischerkrankungen auf. Jeder zwanzigste Untersuchte gab an, aktuell Zahnschmerzen oder Schmerzen im Mund zu haben. Fast jeder dritte Teilnehmer (34 Prozent) erhielt eine Empfehlung zur weiteren zahnärztlichen Behandlung am Heimatort und für weitere 63 Teilnehmer (acht Prozent) bestand akuter Behandlungsbedarf.

Diese Ergebnisse weisen auf die nach wie vor dringend notwendige Verbesserung der  Mundgesundheitsförderung für Menschen mit Behinderung hin und untermauern die Forderung nach Konzepten, die auf eine konsequente Fortsetzung der zahnmedizinischen Prophylaxe auch nach Vollendung des 18. Lebensjahres zielen. Special Smiles liefert die Grundlagen für Forderungen zur Anpassung gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderungen.

Dr. Imke Kaschke MPH
Healthy Athletes / Special Olympics Deutschland
Invalidenstr. 124
10115 Berlin