KZBV veröffentlicht 3D-Anwendung

Barrierearme Zahnarztpraxis virtuell erfahren

Die zahnmedizinische Versorgung vonpflegebedürftigen Patienten und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz ist eines der wichtigsten Projekte der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Ein virtueller interaktiver Rundgang im Internet leitet Zahnärzte dazu an, ihre Praxis barrierearm zu gestalten.

screenshots: KZBV

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Der Rundgang simuliert in einer dreidimensionalen Musterpraxis den „typischen“ Zahnarztbesuch. In der interaktiven Anwendung kann man aus der Perspektive eines Patienten mit einer Mobilitäts-, Hör- oder Sehbeeinträchtigung nachverfolgen, welche Hemmnisse in der Praxis auftreten und wie sie beseitigt werden können. Es werden mögliche Barrieren im Eingangsbereich, am Empfang, im Warte- und Behandlungszimmer sowie im WC aufgezeigt. Für jede Barriere werden anhand von Illustrationen Lösungen für deren Abbau angeboten.

Der Schwerpunkt des Rundgangs liegt auf den baulichen Aspekten und der Patienten-Kommunikation. Wie im Bild (oben) dargestellt, kann etwa im Eingangsbereich eine zu hohe Kleiderstange in der Garderobe ebenso eine Barriere sein wie der Empfangstresen. Letzterer sollte nicht nur an einer Stelle absenk-, sondern auch unterfahrbar sein. Stufen sind für Rollstuhlfahrer und Patienten mit einer Sehbeeinträchtigung ein Hindernis – eine Rampe und eine farbliche Markierung schaffen Abhilfe. Das Praxispersonal am Empfang sollte zudem langsam und deutlich sprechen und Lärmquellen reduzieren. Dadurch haben es Patienten mit Hörbeeinträchtigungen leichter. Auf dem zweiten hier zu sehenden Foto (unten) ist der Behandlungsraum dargestellt: Dort sollte genügend Platz neben dem Stuhl sein, so dass ein Rollstuhlfahrer direkt heranfahren kann. Außerdem ist es wichtig, dass es keine statischen Armlehnen gibt, damit sich Patienten mit einer eingeschränkten Mobilität leichter auf den Stuhl setzen oder hinaufgehoben werden können.

Zahnärzte, die sich über den Rundgang hinaus mit dem Abbau von Barrieren in ihrer Praxis befassen möchten, kommen über die Internetseite direkt zur Norm DIN 18040–1, die für öffentlich zugängliche Gebäude von Bedeutung ist, und zu einer Checkliste zum barrierearmen Um- und Neubau. Auch die politischen Forderungen der KZBV zu diesem Thema sind hier aufgeführt.

Anlässlich der Veröffentlichung des virtuellen Rundgangs erneuerte Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV, seine Forderung an die Krankenkasse, bei Honorarfragen das Thema „Barrierearmut“ angemessen zu berücksichtigen. Auch die Bundesregierung sei nach wie vor gefordert, zum Beispiel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bessere finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Umsetzung von Barrierearmut in Zahnarztpraxen zu unterstützen.


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