Der besondere Fall

Malignes Melanom der Helix

Eine ansonsten gesunde 23-jährige Patientin wurde mit einer Hautveränderung an der Helix auf Höhe des Antitragus des linken Ohres über die Dermatologie kommend vorgestellt. Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich eine 3 bis 4 mm große, rötliche, erhabene, kreisrunde Veränderung der Helix direkt aufgelagert (Abbildung 1). Die Veränderung war erstmalig vier Monate zuvor aufgefallen und hatte kontinuierlich an Größe zugenommen.

2 CME-PUNKTE
CME-Fortbildung
Diese Fortbildung ist abgelaufen.

Abbildung 1: Klinischer Befund mit einer kreisrunden 3 bis 4 mm großen, erhabenen, rötlich veränderten Raumforderung an der Helix des linken Ohres Fotos: Walter et al.

Abbildungen 2a und 2b: Ultraschall der Halsweichgewebe mit zum Teil deutlich vergrößerten Lymphknoten (a) in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gefäßen (b) markiert als oranges und blaues Areal
Abbildungen 2a und 2b: Ultraschall der Halsweichgewebe mit zum Teil deutlich vergrößerten Lymphknoten (a) in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gefäßen (b) markiert als oranges und blaues Areal
Abbildung 3: Einzeichnen der prospektiven Exzision bei Primäroperation und Arbeitsdiagnose eines atypischen Spitz-Naevus
Abbildung 4: Einzeichnen der Nachresektion zur Wahrung des Sicherheitsabstands. Am Bildrand unten ist die einen Monat alte Narbe der Sentinellymphknotenbiopsie erkennbar.
Quelle: Walter et al.
Abbildung 5: Postoperatives Bild nach Keilresektion des malignen Melanoms

Eine alio loco durchgeführte pathohistologische Untersuchung ergab das Krankheitsbild einer atypischen spitzoid melanozytären Proliferation mit einzelnen Mitosen zur Tiefe, so dass die Diagnose eines atypischen Spitz-Naevus gestellt wurde, die durch eine Referenzpathologie bestätigt wurde.

Somit stand differenzialdiagnostisch ein malignes Melanom im Raum. Vor diesem Hintergrund wurde bei sonomorphologisch einzelnen, ipsilateralen, aber zum Teil deutlich vergrößerten Lymphknoten (Abbildungen 2a und 2b) eine Sentinellymphknotenbiopsie durchgeführt, um für den potenziellen Fall des Vorliegens eines malignen Melanoms die Sicherheit für die Patientin zu erhöhen. Der Befund am Ohr selbst wurde zur Wahrung der Ästhetik als kleiner Keil entsprechend des atypischen spitzoiden Naevus entfernt (Abbildung 3).

Die histopathologische Aufbereitung des Keilresektats ergab dann doch immunhistochemisch bestätigt die Diagnose eines malignen Melanoms, so dass in einer weiteren Operation ein entsprechender Sicherheitsabstand geschaffen wurde (Abbildungen 4 und 5). Bei nicht befallenen Sentinellymphknoten wurde hier auf eine weitere Therapie der drainierenden Lymphknoten verzichtet.

Im anschließenden kompletten Staging der Patientin wurden keine metastatischen Absiedlungen des malignen Melanoms gefunden, so dass die Patientin sich zurzeit im onkologischen Recall befindet.

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