Studententag

Abschluss fertig – und dann?

Der Studententag hat sich als feste Größe im Programm des Deutschen Zahnärztetages etabliert. Mit 300 angemeldeten Studierenden konnte sich der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten e.V. (BdZM) in diesem Jahr über eine Rekordteilnahme freuen. Die Themen: Arbeiten im Ausland, Praxisgründung, Fachliches.

Jetzt schon auf das Berufsleben vorbereiten: BZÄK-Vize Prof. Oesterreich informierte die Studenten über die speziellen Aufgaben der Kammern. Außerdem plädierte er für mehr Engagement in den Standesverbänden. Foto: BZÄK-Axentis.de

„Wir verstehen uns als Sprachrohr“, sagte Kai Becker, 1. Vorsitzender des neu gewählten BdZM-Vorstands den versammelten Studierenden. Der BdZM sei kein elitärer Verein. Der neue Vorstand hat sich für die kommenden zwei Jahre einiges vorgenommen. So möchte er unter anderem ein Mitgliedernetzwerk aufbauen, die Kommunikation zwischen den einzelnen zahnmedizinischen Fachschaften wie auch mit den Fachschaften der Humanmedizin verstärken und die Zusammenarbeit mit den Standesverbänden vertiefen. Übergeordnetes Ziel: die Studienbedingungen verbessern.

„Ich habe es wirklich satt, auf eine neue Approbationsordnung zu warten“, sagte Prof. Bärbel Kahl-Nieke, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), in ihrer Eröffnungsrede,„lassen Sie uns deshalb gemeinsam an der Modernisierung des zahnmedizinischen Studiums weiterarbeiten.“ Hoffnung legt sie dabei vor allem in den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog (NKLZ), der auf dem nächsten Fakultätentag im Mai 2015 verabschiedet werden soll.

Erfahrungen fürs Leben

Unterstützt von der DGZMK, der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) organisierte der BdZM ein Programm, das auf die Interessen der nachfolgenden Generation abgestimmt war. Ein Themenschwerpunkt: Arbeiten im Ausland. Wer in den Semesterferien eine Auslandsfamulatur machen will, bekam zahlreiche Informationen von den Vertretern des Zahnmedizinischen Austauschdienstes (ZAD). Seit Neuestem werden sogenannte IADS-Projekte angeboten. Sie sind für eine Länge von zwei bis drei Wochen konzipiert und damit deutlich kürzer als die gewohnte Famulatur, die bis zu fünf Wochen dauern kann. Christoph Beckmann vom ZAD appellierte in seinem Vortrag, sich rechtzeitig zu bewerben – am besten plane man seine Reise ein Jahr im Voraus.

Die Studentinnen Almuth Raithel und Ulrike Kopsch, die gerade von ihrer Famulatur in Kambodscha zurückgekehrt waren, gaben weitere nützliche Tipps. „Geht ganz offen und frei an die Planung heran“, sagte Kopsch. Für die Auslandsfamulatur spreche vieles, erläuterte Raithel: „Wir haben gelernt, unter Zeitdruck zu arbeiten.“ 30 Extraktionen in 90 Minuten waren demnach keine Seltenheit.

Das sind Erfahrungen, die auch Jung-Zahnarzt Michael Javier Weiß während seines Hilfseinsatzes bei Zahnärzte ohne Grenzen in der Mongolei erlebte. „Durch solch einen Einsatz werdet ihr teamfähig“, legte Weiß seinen Zuhörern nahe. Und: „Durch meine Fotos während der Reise habe ich gelernt, wie ich meine Fälle richtig dokumentiere.“

Tipps zur Praxisgründung

Abschluss in der Tasche – und dann? BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich zeigte die Berufschancen und -optionen nach dem Studium auf: angestellt oder niedergelassen, allein oder gemeinsam, Fort- und Weiterbildung, Master, Fachzahnarzt, Spezialist, aber auch Engagement in der Berufspolitik.

„Welche Erwartungen haben Sie selbst an sich? Und welche Erwartungen haben Sie an den Berufsstand?“, fragte Oesterreich das Publikum. Und ermahnte: „Werden Sie sich dieser Fragen bewusst.“ Außerdem informierte der BZÄK-Vizepräsident über die speziellen Aufgaben der Kammern und plädierte für ein Engagement in den Standesverbänden: „Wir brauchen Sie! In der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer sitzen viele kluge Zahnärzte.“

Zudem gaben Referenten in Fachvorträgen Einblicke in Behandlungstechniken und Restaurationskonzepte. Dr. Amelie Meyer-Bäumer etwa hielt ein Plädoyer für den Erhalt von „hoffnungslosen Zähnen“ mittels der systematischen Parodontitischirurgie. Dr. Thorsten Pfefferle beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem Zahnerhalt nach Traumata und zeigte Therapiestrategien nach Kronen- und Wurzelfraktionen auf.