Europaabgeordnete diskutieren

Freien Berufen eine Stimme geben

Die Freien Berufe standen am 2. Dezember 2014 im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel. Angesichts der aktuellen Transparenzinitiative zur Überprüfung aller regulierten Berufe in Europa warnte der zahnärztliche Berufsstand vor Deregulierungstendenzen. EU-Vertreter warben für eine Balance zwischen erleichtertem Marktzugang und notwendiger Regulierung.

Abgeordnete des Europäischen Parlaments diskutierten mit zahnärztlichen Standesvertretern, EU-Vertretern der Freien Berufe und EU-Politikern über die Belange von Freiberuflern. Foto: JVV_049_Intergroup

Eingeladen hatten der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) und die SME Intergoup, ein fraktionsübergreifender Zusammenschluss von Europaabgeordneten, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Belangen der kleinen und mittleren Unternehmen eine Stimme zu geben. Die rund 40 Teilnehmer, dabei acht Europaabgeordnete aus Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien und anderen EU-Mitgliedstaaten sowie ein Vertreter der Europäischen Kommission, diskutierten, unter welchen Rahmenbedingungen innerhalb der Europäischen Union sich das unternehmerische Potenzial der Freien Berufe besser entfalten könnte.

Warnung vor Deregulierung

Der Präsident der BZÄK, Dr. Peter Engel, der auch als Vizepräsident des Bundesverbands der Freien Berufe sprach, unterstrich in einem Auftaktstatement die Bedeutung der Freien Berufe für die europäischen Volkswirtschaften. Unter Hinweis auf die Ergebnisse einer Studie, die vor Kurzem im Auftrag des EWSA erstellt worden war, betonte Engel, dass sich die Freien Berufe in allen EU-Mitgliedstaaten in der Wirtschaftskrise bewährt und so zur wirtschaftlichen Stabilisierung beigetragen hätten. Engel warnte aus Anlass der aktuellen Transparenzinitiative zur Überprüfung aller regulierten Berufe in Europa vor Deregulierungstendenzen in der Europäischen Kommission. Die bewährten Selbstverwaltungsstrukturen der Freien Berufe, die für eine hohe Qualität freiberuflicher Dienstleistungen im Interesse der Kunden, Mandaten oder Patienten sorgen, dürften nicht leichtfertig zur Disposition gestellt werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Beratenden Ingenieure, das langjährige EWSA-Mitglied Arno Metzler, präsentierte eine Stellungnahme des EWSA zur Rolle und Zukunft der Freien Berufe. Unter Hinweis auf die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung der Freien Berufe forderte Metzler die EU- Institutionen auf, den Belangen der Freien Berufe besser Rechnung zu tragen.