Amerikanische Zahnversorgung

USA: das große Aua

Die Zahngesundheit der Amerikaner ist schlecht. Daran hat auch die Gesundheitsreform nicht viel geändert: Die allgemeine Versicherungspflicht umfasst nicht die Zahnversorgung für Erwachsene, die Dentalversicherungspflicht für Kinder existiert nur auf dem Papier.

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Eine improvisierte Klinik in der Sporthalle einer High School in Ooltewah, Tennessee, im September 2014. Auf den Tribünen warten unter- oder gar nicht versicherte Patienten auf ihre kostenlose zahnmedizinische Behandlung. Foto: picture alliance

Wie verzweifelt die zahngesundheitliche Situation für viele amerikanische Landsleute ist, zeigt sich, wenn gemeinnützige Organisationen wie „Mission of Mercy” kostenfreie Behandlungen anbieten: Tausende US-Bürger stehen dann viele Stunden Schlange, um in den Genuss einer dringend notwendigen Zahnreparatur oder -extraktion zu kommen (siehe zm-online vom 15.10.2014). Da solche Kliniken aber nur sporadisch in ausgewählten Großstädten angeboten werden, gehen viele leer aus und landen mit ihren Zahnschmerzen in der Notaufnahme, wo man ihnen in aller Regel nur kurzfristig mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten Erleichterung verschafft.

Die Präsidentin der ADA, Maxine Feinberg, drückte es Healthline News gegenüber vor Kurzem so aus: „Das Versäumnis, der Zahngesundheit Wert beizumessen und zu verstehen, dass sie das Eingangstor zur Allgemeingesundheit ist, verbaut Landsleuten seit vielen Jahren die Gelegenheit, rundum gesund zu sein.”

Weiterhin sagte sie: „Dieses Versagen kann sich prinzipiell auf jeden negativ auswirken. Besonders hart trifft es aber diejenigen mit niedrigen Einkommen, die keine Zahnversicherung haben oder aus anderen Gründen keine regelmäßige Dentalversorgung in Anspruch nehmen.”

Es gibt allerdings hier und da Lichtblicke: Einige Bundesstaaten haben die Wichtigkeit einer adäquaten Zahnversorgung erkannt und die Initiative ergriffen. Sie bieten finanzschwachen Erwachsenen freiwillig eine Dentalversorgung an (die Versorgung armer Kinder ist gesetzlich verankert). Da die Gesundheitsreform großzügig Mittel für eine Erweiterung der Armenversicherung Medicaid bereitstellt, haben bislang gut die Hälfte der Bundesstaaten den Zugang entsprechend expandiert.

In den Staaten, deren Medicaid-Programme Zahnbehandlungen einschließen, kommt so neuerdings eine nicht unbedeutende Anzahl von Menschen in den Genuss einer Dentalversogung.

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