Praxis

Die schwangere Mitarbeiterin

Für Zahnärzte als Arbeitgeber wichtig: Im Mutterschutzgesetz sind die Bestimmungen für werdende Mütter geregelt. Mauritius Images

Der Krankheitsbegriff

Die Gefahr einer Erkrankung besteht immer dann, wenn die Schwangere im Rahmen ihrer Tätigkeit mit Stoffen in Kontakt kommt, die möglicherweise Krankheiten übertragen können. Da Krankheitserreger etwa in Blut, Speichel und Aerosolen vorhanden sein können, darf die Mitarbeiterin nicht mit spitzen, schneidenden, stechenden oder scharfen Gegenständen hantieren. Dies gilt auch dann, wenn sie eine persönliche Schutzausrüstung (wie Mundschutz, Schutzhandschuhe) verwendet. Beispielsweise folgende Tätigkeiten sind vor diesem Hintergrund untersagt:

• Stuhlassistenz, sobald die Arbeitnehmerin mit Blut oder Speichel in Kontakt kommen könnte

• Zahnsteinentfernung und professionelle Zahnreinigung

• alle Tätigkeiten mit verunreinigten Instrumenten

• die Bearbeitung nicht desinfizierter Abdrücke

Neben den gesetzlichen Regelungen im Mutterschutzgesetz sind auch die Vorschriften in den Verordnungen zu beachten, die auf der Grundlage des § 4 Abs. 4 MuSchG erlassen wurden. Hierzu zählt insbesondere die Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (RöV). Nach dessen § 31a Abs. 4 gelten für schwangere Arbeitnehmerinnen respektive für deren ungeborene Kinder besonders niedrige Grenzwerte für die Belastung mit Röntgenstrahlen.

Weitere Beschränkungen finden sich in § 22 RöV: Danach dürfen Schwangere zwar im Überwachungsbereich tätig sein, § 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV. Der Zutritt zu Kontrollbereichen ist jedoch nur erlaubt, wenn der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte dies ausdrücklich gestattet und durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der Grenzwert nach § 31a Abs. 4 RöV eingehalten und auch dokumentiert wird, § 22 Abs. 1 Nr. 2d RöV.

Als helfende Personen dürfen werdende Mütter nur dann Kontrollbereiche betreten, wenn dies zwingend erforderlich ist, § 22 Abs. 2 RöV. Auch weitere mögliche Gefährdungen schwangerer Arbeitnehmerinnen, die von Schadstoffen ausgehen, sind auszuschließen. Zu den Schadstoffen gehören beispielsweise formaldehydhaltige Desinfektionsmittel und Quecksilber. Die Richtlinien zur Verarbeitung von Quecksilber sind einzuhalten.

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