Sparen 2015

Zinsen auf Talfahrt

Seit Jahren leiden deutsche Sparer unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Nun fürchten sie, dass ihr Spareifer sogar mit negativen Zinsen bestraft wird. Experten beruhigen. Anleger sollten geschickte Strategien entwickeln, damit sich ihr Vermögen mehrt. Zum Glück sorgt die Reform der Einlagensicherung dafür, dass das Geld auf dem Sparkonto sicherer wird.

Niedrige Zinsen, dafür aber eine Absicherung des Vermögens von Kleinanlegern. So lauten die ersten Aussichten für das Finanzjahr 2015. Foto: m3ron – Fotolia.com

Bis 100 000 Euro sind als Geldanlage durch die neue Einlagen-Verordnung abgesichert. Foto: Gina Sanders – Fotolia.com
EC-Karte umsonst? Bei vielen Banken wird nach wie vor eine Gebühr dafür erhoben. Foto: CC

Seit rund sechs Jahren finanzieren die Deutschen über die niedrigen Zinsen auf Guthaben die Schulden der europäischen Regierungen. Wie hoch die Verluste sind, die sie durch entgangene Zinsen bisher erlitten haben, hat der Leiter des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, ausgerechnet: „Nach meiner Berechnung sind den Deutschen seit 2008 etwa 300 Milliarden Euro entgangen im Vergleich zu den Zinsen Ende 2007, die vor Ausbruch der Krise zu erzielen waren. Pro Jahr beträgt der Verlust jetzt 60 bis 70 Milliarden Euro.“ Während die Regierung um Angela Merkel sich über die schöngerechnete schwarze Null freut, haben Versicherungen und Anleger, die für die Altersvorsorge sparen, das Nachsehen. Und jetzt drohen nicht nur Beinahe-Nullzinsen, sondern sogar Strafzinsen für Einlagen auf dem Konto. Statt der Guthaben steigen die Verluste.

Betroffen sind bislang Großkunden von Commerzbank, DZ Bank, WGZ Bank und Großanleger der kleinen Skatbank. Es geht dabei um Beträge von mindestens 500 000 Euro, die zum Beispiel auf Tagesgeldkonten ruhen. Bei der Skatbank sind es sogar mindestens drei Millionen Euro, die mit einem Strafzins von 0,25 Prozent belegt werden. „Normale“ Anleger sind bislang nicht betroffen.

Das dürfte sich auch so schnell nicht ändern. Zwar können sich Experten wie der Inhaber der fmh-Finanzberatung, Max Herbst, vorstellen, dass Einlagen ab einer Million Euro demnächst von mehreren Instituten bestraft werden. Doch generell ist mit Minuszinsen auf Tagesgeld- und Festgeldkonten mit Beträgen bis zu 100 000 Euro kaum zu rechnen. Diese Ansicht vertritt jedenfalls Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken: „Wir gehen davon aus, dass private Anleger von negativen Zinsen nicht betroffen sein werden. Dafür ist der Wettbewerb gerade in diesem Bereich viel zu groß. Aber natürlich entscheidet jede Bank selbst, wie sie ihre Konditionen gestaltet.“

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