Sparen 2015

Zinsen auf Talfahrt

Bis 100 000 Euro sind als Geldanlage durch die neue Einlagen-Verordnung abgesichert. Foto: Gina Sanders – Fotolia.com
EC-Karte umsonst? Bei vielen Banken wird nach wie vor eine Gebühr dafür erhoben. Foto: CC

Kleinanleger bleiben bislang verschont

Wie weit sie es mit ihrer Gestaltungsfreiheit treiben, darauf achten die Verbraucherschützer. Beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat man die Entwicklung der Einlagenzinsen im Visier. Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen, ist sich sicher, dass sich die Strategen in den Chefetagen der Banken sehr genau überlegen werden, ob sie negative Zinsen auf Spareinlagen erheben werden: „Die Verbraucher ertragen die niedrigen Zinsen, aber negative Zinsen werden sie nicht akzeptieren. Ich glaube, dass sie im Fall von Negativzinsen über eine große Preissensibilität verfügen.“ Mit dem Thema beschäftigt haben sich auch die Juristen beim vzbv. Sie sind zu der Rechtsauffassung gelangt, dass negative Zinsen gegenüber privaten Anlegern nicht erlaubt sind. Was die Gerichte dazu sagen werden, bleibt abzuwarten. Ohne die Zivilklage eines Betroffenen werden sie sich nicht äußern.

Doch Mohn ist sich andererseits auch sicher, dass die Geldinstitute versuchen werden, sich an anderen Stellen bei den Verbrauchern schadlos zu halten: „Wir müssen die Entwicklung bei den Gebühren im Auge behalten. Dort werden die Banken sich bedienen. Möglicherweise merkt man das als Kunde so schnell nicht.“

Die Institute betreiben dabei eine Art Mischkalkulation wie die Gastwirte: Am Essen verdienen sie nicht allzu viel. Die Preise zu erhöhen würde die Kunden vertreiben. Deshalb holt man sich seinen Gewinn bei den Getränken. Oder als Banker eben bei den Gebühren für Konten, Kreditkarten oder Ähnliches.

Hinten herum holen die Strafzinsen, die den Profis auferlegt werden, auch die Anleger wieder ein. Und zwar über die Fonds. Fonds sammeln das Geld der Anleger ein, um damit in Aktien, Renten oder Immobilien zu investieren. Einen Teil des Vermögens aber halten sie liquide und legen es bei einer Depotbank an. Diese Institute aber haben teilweise negative Zinsen eingeführt. Das Fondsvermögen ist so betroffen. Allerdings halten die Fonds nur einen Bruchteil auf Konten bereit, um zum Beispiel bei Anteilsverkäufen flüssig zu sein.

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