Sparen 2015

Zinsen auf Talfahrt

Bis 100 000 Euro sind als Geldanlage durch die neue Einlagen-Verordnung abgesichert. Foto: Gina Sanders – Fotolia.com
EC-Karte umsonst? Bei vielen Banken wird nach wie vor eine Gebühr dafür erhoben. Foto: CC

Einlagensicherung kommt

Um als Anleger nicht in Verzweiflung zu geraten, kann man sich beispielsweise eine Festgeldstrategie basteln. Man sucht sich Banken mit relativ attraktiven Konditionen für verschiedene Laufzeiten. Dann verteilt man das Geld auf mehrere Institute und legt es zu unterschiedlichen Laufzeiten von drei bis 24 Monaten an, länger nicht, denn es könnte ja sein, dass die Zinsen doch mal wieder steigen werden. Die Anlagesummen sollten die 100 000-Euro-Grenze nicht überschreiten. Auf diese Weise entgeht man den Strafzinsen und bleibt mit den Einlagen unterhalb der Grenze, bis zu der Festgelder abgesichert sind. Außerdem hilft diese Strategie dabei, auf mögliche Zinserhöhungen einigermaßen flexibel reagieren zu können.

Wer sein Erspartes einer Bank anvertraut, die nach deutschem Recht arbeitet, wird dafür im Sommer mit einer verbesserten Einlagensicherung belohnt. Ab dem 1. Juli 2015 soll das neue Einlagensicherungsgesetz gelten, das eine EU-Richtlinie umsetzt. So sieht es der Gesetzentwurf der Bundesregierung vor.

• Erweiterter Schutz

Wie bisher bleibt es dabei, dass alle Spar-einlagen wie Fest- und Tagesgeld sowie Sparbriefe bis zu 100 000 Euro garantiert sind. Darüber hinaus aber – und das ist neu – soll der Schutz auch für Beträge bis zu 500 000 Euro gelten, wenn sie einem sozialen Zweck dienen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Bankkunde sein Haus verkauft und der Kaufpreis aufs Konto überwiesen wird und für kurze Zeit auf dem Tagesgeldkonto parkt. Oder eine Lebens-versicherung wird ausgezahlt und der Versicherte braucht Zeit zum Überlegen, wie er die häufig große Summe weiterverwendet.

Diese Beträge unterliegen dann ebenfalls dem Schutz durch die Einlagensicherung, allerdings zeitlich begrenzt auf sechs Monate.

• Vereinfachte Abwicklung in Deutschland

Das neue Gesetz sorgt für eine vereinfachte Abwicklung im Schadensfall. Der Kunde muss, um seine Ansprüche geltend zu machen keinen Antrag mehr stellen. Macht die Bank pleite, bekommt er sein Geld ohne Antrag innerhalb von sieben Tagen. Bisher konnte die Entschädigung bis zu 20 Arbeitstage dauern.

• Vereinfachte Abwicklung in EU-Ländern

Wer sein Geld bei beispielsweise bei einer niederländischen Bank angelegt hat und das Institut erweist sich als Pleitekandidat, muss der Kunde sich nicht mehr mit der ausländischen Einlagensicherung auseinandersetzen. Ab Juli wendet er sich an den deutschen Entschädigungsfonds. Sprachliche Hürden fallen dann weg. Die Diskussion mit dem niederländischen Sicherungssystem führt die deutsche Einrichtung.

• Sparkassen und Volksbanken

Kunden von Volksbanken und Sparkassen haben dank des neuen Gesetzes künftig einen Rechtsanspruch auf Entschädigung von Einlagen in der Höhe von maximal 100 000 Euro pro Kunde. Daneben gilt bei diesen Geldinstituten nach wie vor der Grundsatz der gegenseitigen Sicherung. Das heißt: Gerät ein Institut in Schieflage, stehen die anderen dafür gerade. Im Unterschied zu den privaten Banken sind bei Volksbanken und Sparkassen auch Inhaberschuldverschreibungen wie Zertifikate und Genussscheine geschützt.

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