Sparen 2015

Zinsen auf Talfahrt

Bis 100 000 Euro sind als Geldanlage durch die neue Einlagen-Verordnung abgesichert. Foto: Gina Sanders – Fotolia.com
EC-Karte umsonst? Bei vielen Banken wird nach wie vor eine Gebühr dafür erhoben. Foto: CC

Verbraucherschützer für Trennbankensystem

Die Verbraucherschützer zeigen sich zufrieden mit dem Gesetzesvorschlag. Dorothea Mohn meint dazu: „Das neue Einlagensicherungsgesetz ist eine klare Verbesserung. Essentiell ist, dass die Kunden auf die Sicherheit ihrer Einlagen vertrauen können.“ Deshalb fordert sie zusätzlich eine schärfere Regulierung für die Bankgeschäfte im Sinne eines Trennbankensystems: „Die Banken sollen auf ihr Kerngeschäft reduziert werden.“ Denn die Gefahr einer neuen Bankenkrise ist nicht wirklich gebannt. Einen kompletten Zusammenbruch des Bankensystems könnte keine Sicherungseinrichtung auffangen. Auch das neue Gesetz kann nur im Fall einer ein zelnen bankrotten Bank die Kundeneinlagen retten.

Anleger, denen Sicherheit wichtig ist, legen deshalb auch nicht mehr als die garantierten 100 000 Euro bei einer Bank an. Besser ist es, das Geld auf mehrere Institute zu verteilen. Wem dieses Handling zu aufwendig ist und wer auf die Seriosität deutscher Institute vertraut, kann auch mit mehr als 100 000 Euro bei seiner Hausbank bleiben. Gehört sie dem Bundesverband deutscher Banken an, ist die Summe, die über die 100 000 Euro hinausgeht, durch den Ein- lagensicherungsfonds deutscher Banken geschützt. Bislang galt die Regel, dass Einlagen bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank pro Ein- leger garantiert sind.

Das macht bei der Deutschen Bank derzeit 14,04 Milliarden Euro, bei der Commerzbank 6,6 Milliarden und bei der deutschen Tochter ING-DiBa sind es noch 1,6 Milliarden Euro. Diese Summen sind unrealistisch, weil durchschnittliche Kunden weit davon entfernt sind, so hohe Einlagen bei einer Bank zu halten. So sieht es auch Mohn: „Die Bankkunden sind sich darüber im Klaren, dass solche Garantien unglaubwürdig sind. Ich halte diese Änderung für sinnvoll.“ Deshalb haben die Banken beschlossen, die garantierten Summen bis 2025 abzusenken. So beträgt diese seit dem 1. Januar noch 20 Prozent. Ab dem 1. Januar 2020 sind es noch 15 Prozent und ab dem 1.1.2025 bleibt es bei 8,75 Prozent. Dann würde eine Bank, die über 100 Millionen Eigenkapital verfügt, immer noch 8,75 Millionen Euro pro Kunde schützen.

Bei Banken, die neu in den Fonds aufgenommen werden, beschränkt sich die Garantiesumme während der ersten drei Jahre ihrer Mitgliedschaft auf 250 000 Euro.

Für Einlagen, die bereits über einen längeren Zeitraum festgelegt sind, gilt eine Nachhaftung der Bank. Handelt es sich beispielsweise um einen zehnjährigen Sparbrief, der bis Ende 2011 erworben wurde, beträgt der Schutz bis zur Fälligkeit immer noch 30 Prozent. Einen Rechtsanspruch auf die Sicherung besteht nicht. Doch seit der Herstatt-Pleite, die Anlass für die Einrichtung des Sicherungsfonds gewesen ist, hat kein Kunde mehr einen Verlust durch eine bankrotte Bank erleiden müssen.

Marlene Endruweit
Fachjournalistin für Wirtschaft
m.endruweit@netcologne.de


Info

Nützliche Adressen im Netz

Aktuelle Festgeldkonditionen findet

man unter:

www.biallo.de

www.fmh.de

Mehr Informationen zu den Änderungen bei der Sicherungseinrichtung der privaten Banken gibt es unter:

www.bankenverband.de

Weitere Bilder
Bilder schließen