Neujahrsempfang LZK und KZV Thüringen

Erstes Kennenlernen

Die Thüringer Zahnärzte wollen der neuen rot-rot-grünen Landesregierung ein offener, verlässlicher, aber in der Sache unbequemer Gesprächspartner sein. Auf ihrem Neujahrsempfang am 14. Januar in Erfurt warb Kammerpräsident Dr. Andreas Wagner für eine faire und konstruktive Diskussionskultur.

In reger Diskussion: Dr. Andreas Wagner, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen (l.), Dr. Karl-Friedrich Rommel, Vorstandsvorsitzender der KZV Thüringen (M.), und Ines Feierabend, Staatssekretärin im Thüringer Ministe- rium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Foto: LZK Thüringen

Die gesundheitspolitischen Streitpunkte traten auf dem ersten Neujahrsempfang von Landeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Vereinigung unter der ersten linksgeführten Regierung eines Bundeslandes schnell zutage. Weit über 100 Gäste – mehr als je zuvor – suchten das Gespräch mit- einander: engagierte Kolleginnen und Kollegen, zahlreiche Mitglieder aus allen Landtagsfraktionen (darunter viele erstmals gewählte Abgeordnete), Ministerialbeamte, Vertreter des Freien Verbands, der Fachgesellschaften, Hochschulen, internationalen Hilfswerke, Krankenkassen, Gesundheitswirtschaft, Berufsschulen und viele mehr.

Ihr besonderes Interesse galt der Staats- sekretärin im neu gebildeten Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie: Ines Feierabend, in Erfurt aufgewachsen, in Meiningen zur Grundschullehrerin ausgebildet, zwischen 1988 und 1990 Studentin an der SED-Parteihochschule „Karl Marx“ in Berlin, später Bezirksstadträtin für Arbeit, Soziales und Gesundheit im Berliner Stadtteil Treptow-Köpenick, war mit den gesundheitspolitischen Herausforderungen eines Flächenlandes und der zahnmedizinischen Versorgung in Thüringen bislang wenig vertraut. Für eine schnelle Inkraftsetzung der neuen zahnärztlichen Approbationsordnung konnte sie ihre Unterstützung dennoch zusagen: „Wir brauchen eine Ausbildung, die auf die Anforderungen einer modernen und interdisziplinären Lehre ausgerichtet ist und die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft im Blick behält“, sagte die Staatssekretärin.

Förderung der MVZ setzt falsche Anreize

Der genaue Blick in den Thüringer Koalitionsvertrag zwischen Linken, SPD und Grünen fällt allerdings ernüchternd aus: Von einer Verteidigung der Freiberuflichkeit gegen Angriffe aus Brüssel ist nichts zu lesen, auch die Stärkung der heilberuflichen Selbst- verwaltung ist kein Thema, ebenso nicht die dringend notwendige Entlastung der Praxen durch Bürokratieabbau. Stattdessen wollen die Regierungsparteien verstärkt Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im ländlichen Raum errichten. „Die einseitige Förderung von Zahnärzten in Anstellung widerspricht dem Selbstverständnis unseres Berufstands, zumal sie als Gegenentwurf zum Erfolgsmodell einer freien Praxis pro-pagiert wird“, warnte Kammerpräsident Dr. Andreas Wagner.

Er verwies darauf, dass selbstständig geführte Praxen bisher auch in strukturschwachen Gebieten eine wohnortnahe und flächen-deckende Gesundheitsversorgung sicherstellen. Nun aber setze die Förderung der MVZ falsche Anreize zur Zentralisierung, die einer sicheren und wohnortnahen Versorgung sogar entgegenstünden. „Unsere jungen Kolleginnen und Kollegen dürfen auf ihrem Weg in die eigene Praxis nicht durch die einseitige Förderung der MVZ behindert werden. Wir werden alles tun, um einer Benachteiligung der freien Berufsausübung entgegenzutreten“, sagte Wagner. Er nahm dabei auch den eigenen Berufsstand in die Pflicht, der Berufsanfänger mit einer praxisnahen Ausbildung, mit Hospitationsmöglichkeiten und mit einem besseren

Kontakt zu den bestehenden Zahnarztpraxen im Freistaat halten will. Darüber hinaus kritisierte der KZV-Vorsitzende Dr. Karl-Friedrich Rommel die weiterhin ungeklärte Honorierung zahnärztlicher Leistungen für Asylbewerber. Noch immer müssten Thüringer Kommunen alle Behandlungen vorab genehmigen, denn ihnen allein obliege die Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung für Asylbewerber.

Kammer und KZV erklärten sich bereit, für diese und andere Fragen gemeinsam mit allen Gästen praxisnahe, unbürokratische und am Patientenwohl orientierte Lösungen zu erarbeiten. Wagner: „Ein fairer Streit und ein Ringen um vernünftige Kompromisse sind unerlässlich. In diesem Sinne, lassen Sie uns streiten!“

Dr. Christian Junge
Vorstandsmitglied der LZK Thüringen
presse@lzkth.de

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