Frühkindliche Karies

Spielerisch erklären

Nicht nur für den Zahnarzt, sondern auch für die kleinen Patienten kann sich die Behandlung von ECC schwierig gestalten. Ein angst- und stressfreier Besuch lässt sich bei Kleinkindern durch den Einsatz von Kontakt- und Fingerspielen professionell und spielerisch unterstützen. Der Schauspieler, Autor und Kreativtrainer Karl-Heinz Paul, bekannt unter dem Künstlernamen Carlo Mausini, hat aus seinem zahnmedizinischen Fortbildungsprojekt „Fingerspiel und Feingefühl“ eine Reihe leicht umsetzbarer Kontaktideen für die Zahnarztpraxis zusammengestellt.

Eine Fingerpuppe ist ein bewährtes Instrument, um die Sympathie der Kinder zu gewinnen und die Aufmerksamkeit zu lenken. Foto: kinderzahnarzt-augsburg.de

Was gibt es rund um den Zahnarztbesuch Schöneres, als wenn sich Kinder und Eltern in der Praxis wohl fühlen, nachhaltig motiviert werden und gerne wiederkommen? Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die erste Begegnung und die sich daraus gestaltende Kommunikation mit der Zahnarzt-helferin und die Behandlung durch den Zahnarzt. Eine sympathische Kommunikation ist in erster Linie mithilfe der eigenen Ausstrahlung, Körpersprache, Mimik und Sprechweise zu erreichen. Ein natürliches, freudiges Lächeln erzeugt immer Sympathie, löst Spannungen und ruft schon bei einem Säugling positive Reaktionen hervor.

Eine wunderbare und altersgerechte Hilfestellung im Umgang mit Kindern liefern ebenso bewährte Fingerspiele mit und ohne Fingerpüppchen. Fingerspiele sind in der Kindererziehung sehr gebräuchlich. Kinder ab dem dritten Lebensjahr kommunizieren mit der Fingerpuppe intensiv und glauben ihr oft mehr als den Erwachsenen. Über ein Fingerspiel oder eine Fingerpuppe kann der Zahnarzt oder die ZFA aus der Alltagsrolle schlüpfen und ein anderes Temperament oder eine andere Stimmlage annehmen. Das gefällt besonders den Kindern und wirkt authentisch und vertrauensbildend.

Kontaktaufnahme, Angstabbau, Beruhigung, Trost, Behandlung sowie die Verabschiedung der Kinder gelingen dann am besten, wenn das Praxispersonal sich auf freudevolle Weise, frei von Verkrampfungen und mit Fantasie in die Welt der Kinder einfühlen kann.

Mut zur Kreativität

Für schweigsame und schüchterne Kinder eignen sich auch stumme Fingerspiele zum Nachmachen. Die ZFA fragt „Kannst du das?“ und bewegt dann nur den Zeige- finger oder macht mit Zeigefinger und Daumen einen Schnabel, der sich umschaut, oder sie berührt mit dem Daumen nacheinander die anderen Fingerspitzen. Das Kind probiert es aus und die ZFA lobt das Kind. Bekannte Fingerspiele wie zum Beispiel „Backe, backe, Kuchen“ wirken vertrauensbildend, da die Kinder Text und Rhythmus schon kennen. Beim Sprechen klatscht die ZFA rhythmisch leise in die Hände.

Bei der Behandlung mit einem Finger- püppchen setzt man die Fingerpuppe zum Beispiel auf dem Zeigefinger auf. Es kann ein Schmetterling, die Prinzessin, das Kasperle oder eine andere Figur sein. Diese Puppe schwebt in das Wartezimmer und begrüßt die kleine beziehungsweise große Patientin mit Namen. Die Fingerpuppe unterhält sich mit dem Kind, sie möchte dem Kind und der Mutter nun ihr schönstes Behandlungszimmer zeigen mit vielen interessanten Sachen. Im Behandlungszimmer erklärt sie Schritt für Schritt die einzelnen Instrumente und bereitet das Kind auf die Behandlung vor nach dem Prinzip „Erzählen – Zeigen – Behandeln“.

Während der Behandlung kann die ZFA mit dem bereits vertrauten Püppchen die Stirn des Kindes oder die Wange streicheln und die Aufmerksamkeit ablenken. Das Kind kann das Püppchen selber halten oder die Helferin legt es ihm auf den Bauch zur Beruhigung.

Der Vorteil der Finger- und Handschuhpüppchen gegenüber großen Handpuppen ist, dass sie sich schnell aus der Tasche zaubern lassen. Sie sind leichter zu handhaben und können flexibler eingesetzt werden. Die Fingerpüppchen gibt es in jedem DritteWelt-Laden für wenig Geld.

Damit den Eltern und Kindern das Zähnepflegen auch lange Zeit Freude bereitet, sollte es in Verbindung mit einem kleinen Vers oder Zahnpflegelied, das gesprochen oder gesungen werden kann, als tägliches Ritual weitergeführt werden. Hört das Kind so einen Vers in der Praxis und dann täglich zu Hause, wird es sich jedes Mal erinnern und gerne wiederkommen. „Hin und her, hin und her, Zähneputzen mag ich sehr.“

Karl-Heinz Paul
mausini@t-online.de

ECC hat in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen. Dabei konzentriert sich das Erkrankungsrisiko auf Bevölkerungsschichten mit niedrigem sozialem Status: Zwei Prozent dieser Kinder vereinen 52 Prozent der Karies auf sich.

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