Zahnmedizinische Versorgung im Vergleich

Voneinander lernen

Aus Anlass der EURO-Z-II-Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (siehe S. 32) führten KZBV und BZÄK einen Workshop zur zahnmedizinischen Versorgung in Europa durch. Im Fokus stand der Ländervergleich zwischen Deutschland und Dänemark. Neben Systemfragen wurden vor allem die Versorgungssituation und die präventive Ausrichtung der Versorgung thematisiert. Das Fazit: Kein System ist besser als das andere, aber im Sinne von Best Practice lässt sich viel vom Nachbarn lernen.

Diskutierten über Systemfragen (v.l.n.r.): Anne-Kathrin Klemm, Andreas Brandhorst, Dr. Wolfgang Eßer, Moderatorin Katrin Brand, Dr. Freddie Sloth-Lisbjerg und Dr. Peter Engel. Foto: BZÄK-KZBV-Axentis

Im Gespräch mit dem Gastgeber, dem dänischen Botschafter S.E. Per Poulsen-Hansen (r.): Dr. Jürgen Fedderwitz, Dr. Wolfgang Eßer, Dr. Freddie Sloth-Lisbjerg und Dr. Peter Engel (v.l.n.r.) Foto: BZÄK-KZBV-Axentis Foto: sg-zm

Was kennzeichnet die zahnmedizinische Versorgung in anderen europäischen Ländern? Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede? Den zahnärztlichen Spitzenorganisationen KZBV und BZÄK war vor allem der Blick über den Tellerrand wichtig. So gilt Dänemark, ähnlich wie die Niederlande oder die Schweiz, oft als ein El Dorado für Zahnärzte. Der bilaterale Vergleich zwischen Dänemark und Deutschland bietet daher aufschlussreiche Perspektiven. Der Präsident der BZÄK, Dr. Peter Engel, verwies auf den Einfluss der Europäischen Union auf die Gesundheitspolitik. Zwar habe Europa nur eingeschränkte Kompetenzen bei der Gesetzgebung im Gesundheits- bereich, jedoch lägen Organisation und Finanzierung der Gesundheitssysteme ausdrücklich in der Verantwortung der Mitgliedstaaten. Aus der IDZ-Studie gehe hervor, dass in Europa sehr heterogene Gesundheitssysteme existierten, erläuterte Engel. So sei das deutsche System beitragsfinanziert (Bismarck-System), das dänische hingegen steuerfinanziert (Beveridge-System).

Engel appellierte an die Politik, System- vergleiche nicht an einzelnen Kennzahlen festzumachen, sondern das Gesamtsystem im Auge zu behalten. Engel: „Ob ein System besser oder effizienter ist, kann nicht an rein monetären Maßstäben ge-messen werden. Für mich ist Ausdruck eines guten Gesundheitssystems, wie groß der Anteil der Bevölkerung ist, der an einer qualitativ hochwertigen Versorgung teilhaben kann.“

Spiegel des Sozialschutzes

Zahnärztliche Gebührenordnungen haben eine wichtige Steuerungsfunktion für das System, erklärte Dr. Markus Schneider, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung (BASYS) und Mitautor der Studie. Die Gebühren-ordnungen seien sowohl Panorama der zahnmedizinischen Leistungen als auch ein Spiegel des Sozialschutzes des jeweiligen Landes. Spannend sei nicht nur, wie sich Preise verändert haben, sondern wie sich Leistungen und Sozialschutz insgesamt entwickelt haben.

Best Practice im Fokus

Dr. David Klingenberger, Stellvertretender Leiter des Instituts der Deutschen Zahnärzte und Autor der Studie, skizzierte die Reformtendenzen in Europa. Der Anteil der öffentlichen Finanzierung werde deutlich zurückgefahren, der Anteil der privaten Finanzierung durch Selbstbeteiligungen und private Zusatzversicherungen steige entsprechend an. Die private Leistungserbringung werde mehr Gewicht erhalten. Klingenberger ging auf den Vergleich des deutschen mit dem dänischen Gesund-heitswesen ein. In Dänemark existiere eine nationale Pflichtversicherung und keine private Zusatzvollversicherung. In Deutschland hingegen gebe es neben GKV und PKV weitere Sondersysteme (wie etwa die Beihilfe) und die PKV gelte auch als umfassender Ersatz für die GKV.

In Sachen Mundgesundheit stehe Dänemark als Musterland da, sowohl bei Kindern, bei Erwachsenen wie auch bei Senioren. Es existiere eine hohe Zahnarztdichte, die aber langsam abnehme. Es gebe weniger Zahnarztbesuche als in Deutschland. In Deutschland hingegen gebe es einen Rückstand bei der Versorgung von Senioren, die Zahnarztdichte nehme zu und im Gegensatz zu Dänemark gebe es eine hohe Parodontitislast. Nicht alle nationalen Erfahrungen seien ohne Weiteres übertragbar, schlussfolgerte Klingenberger. Gute Versorgungsergebnisse der europäischen Nachbarn in der zahnmedizinischen Versorgung könnten jedoch im Sinne eines „best practice“-Modells Anstöße zur Verbesserung des eigenen Versorgungssystems geben.

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