Repetitorium Allergien

Am besten effektiv vorbeugen

Der Entwicklung allergischer Erkrankungen wie beispielsweise dem atopischen Exzem lässt sich vorbeugen. Foto: OKAPIA

Die Experten plädieren in puncto Allergieprophylaxe weiterhin für das Stillen. Foto: OKAPIA
Der reichliche Verzehr von Fisch in der Schwangerschaft ist eine gute Prophylaxe gegen Allergien beim Kind. Foto: © JackF – Fotolia.com
Raucht die Mutter, steigt beim Kind das Asthmarisiko. Foto: Caro- Keunecke
Bei Verdacht wird mit einem Hauttest (Pricktest) nach auslösenden Allergenen gefahndet. Foto: VISUM
Hunde sind für Allergiker in aller Regel unproblematisch. Anders ist das mit Katzen, so dass in Familien mit hohem Allergierisiko möglichst keine Katzen angeschafft werden sollten. Foto: © aleksandr – Fotolia.com
Wird im Haushalt geraucht, steigt bei einer Pollenbelastung bei Kindern das Allergierisiko. Foto: MEV
Besteht zum Beispiel eine Pollenallergie, so ist eine Desensibilisierungsbehandlung zu erwägen. Foto: doc-stock

Auch die Gene bestimmen das Allergierisiko

 

Doch nicht nur der westliche Lebensstil spielt eine Rolle, auch die Erbanlagen entscheiden maßgeblich über das Allergie- risiko. Denn wenn weder Vater noch Mutter Allergiker sind, beträgt das Allergierisiko eines Kindes lediglich 15 Prozent. Leidet jedoch ein Elternteil unter einer Allergie, steigt es auf 20 bis 40 Prozent. Sind aber Vater und Mutter Allergiker, so werden die Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 60 Prozent ebenfalls allergisch auf bestimmte Umweltreize reagieren. Aber nicht jeder, der eine entsprechende genetische Disposition besitzt, wird zwangsläufig zum Allergiker. Ob ein entsprechend vorbelastetes Kind später Allergiker sein wird oder nicht, hängt wesentlich auch davon ab, wie es aufwächst. „Sowohl die zu frühe als auch die zu intensive Aus- einandersetzung mit potenziellen Allergieauslösern wie Lebensmitteln, Tierhaaren, Hausstaubmilben und Pollen spielen dabei eine wesentliche Rolle“, betonen Experten beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB). Darüber hinaus werden laut DAAB Umwelteinflüsse wie Zigarettenrauch und Luftschadstoffe in Innenräumen und Außenluft für eine Allergieentwicklung verantwortlich gemacht.

Vor diesem Hintergrund gibt es offenbar Möglichkeiten, der Entwicklung von Allergien vorzubeugen und insgesamt das Allergierisiko zu minimieren. Welche Chancen hierfür bestehen, wird in einem aktuellen Update der S3-Leitlinie zur Allergieprävention dargestellt.

 

Info

Weiterführende Informationen

 

 

 

 

 

 

  • Deutsche Gesellschaft für Allergo- logie und klinische Immunologie (DGAKI), www.dgaki.de

 

 

 

 

 

Maßnahmen zur Prävention

Wesentliche Punkte sind dabei die Ernährung während der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit sowie der Umgang mit Umweltschadstoffen und potenziellen Allergenen. In der neuen Leitlinie werden die früheren Empfehlungen zum Teil weiter unterstützt, zum Teil aber auch revidiert und neue Empfehlungen und Stellungnahmen werden formuliert. Schwangeren Frauen wird in der neuen Leitlinie zu einer ausgewogenen und nährstoffdeckenden Ernährung geraten. Ratsam ist ein ausreichender Verzehr von Gemüse und Obst, um eine gute Versorgung mit Antioxidantien und präbiotischen Nahrungsinhaltsstoffen zu gewährleisten. Letztere sind offenbar vorteilhaft im Hinblick auf die Entwicklung einer komplexen intestinalen Mikroflora, die wiederum einen günstigen Einfluss auf die orale Toleranzentwicklung haben kann. Diätetische Restriktionen wie etwa das konsequente Meiden potenzieller Nahrungsmittelallergene sind jedoch nicht ratsam, wie ausdrücklich in der Leitlinie betont wird.

Allerdings wird während Schwangerschaft und Stillzeit zum reichlichen Verzehr von Fisch geraten. Denn das kann offensichtlich zur Allergieprävention beim Kind beitragen. Die Empfehlung gilt aber nicht für Personen mit bekannter oder vermuteter Fischunverträglichkeit. Das Stillen der Säuglinge wird auch in puncto Allergieprävention nach wie vor als vorteilhaft erachtet. Entsprechend der aktuellen Datenlage sollten die Kinder dabei in den ersten vier Lebensmonaten möglichst voll, also ohne Zufütterung gestillt werden. Der Einfluss des Stillens wurde allerdings bislang offenbar überschätzt: „Nach wie vor werden präventive Effekte auf allergische Erkrankungen durch das Stillen berichtet. Insgesamt schwächen sich diese Effekte allerdings ab. Die Auffassung, dass durch längeres, insbesondere ausschließliches Stillen die präventiven Effekte verstärkt würden, ist im Hinblick auf die Allergieprävention nicht evidenzbasiert“, heißt es im Leitlinien-Update. Es gibt demnach sogar Befunde, wonach längeres Stillen das Allergierisiko des Kindes erhöht, wenn die Mutter selbst von Allergien betroffen ist. Nach aktueller Datenlage ist laut Leitlinie dennoch an der Empfehlung zum Stillen festzuhalten.

Ab dem Beginn des fünften Lebensmonats sollten die Säuglinge wegen des steigenden Nährstoffbedarfs Beikost erhalten, da dies offenbar die Toleranzentwicklung fördert. Parallel zur Einführung der Beikost können die Kinder aber weiter gestillt werden. Den Zeitpunkt für die Gabe von Beikost zeitlich hinauszuschieben, macht in puncto Allergieprävention keinen Sinn. Für Risikokinder, die nicht gestillt oder teilgestillt werden, wird in den ersten vier Lebensmonaten eine Hydrolysatnahrung empfohlen. Für sojabasierte Säuglingsnahrungen fehlen laut Leitlinien-Update valide Hinweise auf einen präventiven Effekt und es werden sogar gesundheitliche Bedenken diskutiert.

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