Repetitorium Allergien

Am besten effektiv vorbeugen

Allergien haben vor allem in den Industrienationen weiterhin Hochkonjunktur. Eine Heilung ist bisher nicht möglich, doch lässt sich dem Auftreten von Allergien effektiv entgegenwirken. Was in puncto Vorbeugung nach derzeitiger Kenntnis möglich ist, wurde aktuell in einem Update der Leitlinie „Allergieprävention“ zusammengestellt.

Der Entwicklung allergischer Erkrankungen wie beispielsweise dem atopischen Exzem lässt sich vorbeugen. Foto: OKAPIA

Die Experten plädieren in puncto Allergieprophylaxe weiterhin für das Stillen. Foto: OKAPIA
Der reichliche Verzehr von Fisch in der Schwangerschaft ist eine gute Prophylaxe gegen Allergien beim Kind. Foto: © JackF – Fotolia.com
Raucht die Mutter, steigt beim Kind das Asthmarisiko. Foto: Caro- Keunecke
Bei Verdacht wird mit einem Hauttest (Pricktest) nach auslösenden Allergenen gefahndet. Foto: VISUM
Hunde sind für Allergiker in aller Regel unproblematisch. Anders ist das mit Katzen, so dass in Familien mit hohem Allergierisiko möglichst keine Katzen angeschafft werden sollten. Foto: © aleksandr – Fotolia.com
Wird im Haushalt geraucht, steigt bei einer Pollenbelastung bei Kindern das Allergierisiko. Foto: MEV
Besteht zum Beispiel eine Pollenallergie, so ist eine Desensibilisierungsbehandlung zu erwägen. Foto: doc-stock

Rund jeder dritte Bundesbürger leidet an mindestens einer allergischen Erkrankung, wobei nach einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. So liegt die Prävalenz bei Frauen bei knapp 36 Prozent gegenüber 24 Prozent bei Männern. Mit einer Häufigkeit von rund 16 Prozent ist vor allem der Heuschnupfen ein weit verbreitetes Problem, gefolgt vom Kontaktekzem, unter dem knapp 13 Prozent der Bevölkerung leiden und dem allergischen Asthma mit einer Prävalenz von nahezu zehn Prozent. Bei den meisten allergischen Erkrankungen sind sowohl Frauen wie auch Männer im Alter zwischen 18 und 49 Jahren eindeutig häufiger betroffen als ältere Menschen. Nachdem lange Zeit ein kontinuierlicher Anstieg der Allergiehäufigkeit verzeichnet wurde, gibt es inzwischen Hinweise auf eine Art Plateau bei der Entwicklung. Allerdings sind die Daten für die einzelnen Allergieerkrankungen nicht einheitlich: Im Zehn-Jahres-Trend stieg die Asthmaprävalenz laut RKI um knapp drei Prozent an, die Prävalenz für die Urtikaria und die Kontaktekzeme sank jedoch und die Lebenszeitprävalenz für Heuschnupfen, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien blieb unverändert. Insgesamt betrachtet ist damit die Allergieprävalenz rückläufig.

Unter Verdacht ist der westliche Lebensstil

Die weite Verbreitung von Allergien wird vor allem mit dem westlichen Lebensstil in Zusammenhang gebracht. Hinweise hierfür liefert insbesondere die Allergieentwicklung nach der Wiedervereinigung Deutschlands. So waren allergische Erkrankungen in den neuen Bundesländern trotz deutlich höherer Luftverschmutzung zuvor eindeutig seltener als in den alten Bundesländern. Inzwischen hat sich mit der Angleichung des Lebensstils jedoch auch die Prävalenz der Allergien zwischen Ost und West angeglichen, so heißt es in einer Publikation des RKI. Durch welche Substanz eine Allergie im individuellen Fall verursacht ist, ist dabei oft schwer zu ermitteln. Immerhin sind mittlerweile mehr als 20 000 potenziell allergieauslösende Verbindungen bekannt.

 

Auch die Gene bestimmen das Allergierisiko

 

Doch nicht nur der westliche Lebensstil spielt eine Rolle, auch die Erbanlagen entscheiden maßgeblich über das Allergie- risiko. Denn wenn weder Vater noch Mutter Allergiker sind, beträgt das Allergierisiko eines Kindes lediglich 15 Prozent. Leidet jedoch ein Elternteil unter einer Allergie, steigt es auf 20 bis 40 Prozent. Sind aber Vater und Mutter Allergiker, so werden die Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 60 Prozent ebenfalls allergisch auf bestimmte Umweltreize reagieren. Aber nicht jeder, der eine entsprechende genetische Disposition besitzt, wird zwangsläufig zum Allergiker. Ob ein entsprechend vorbelastetes Kind später Allergiker sein wird oder nicht, hängt wesentlich auch davon ab, wie es aufwächst. „Sowohl die zu frühe als auch die zu intensive Aus- einandersetzung mit potenziellen Allergieauslösern wie Lebensmitteln, Tierhaaren, Hausstaubmilben und Pollen spielen dabei eine wesentliche Rolle“, betonen Experten beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB). Darüber hinaus werden laut DAAB Umwelteinflüsse wie Zigarettenrauch und Luftschadstoffe in Innenräumen und Außenluft für eine Allergieentwicklung verantwortlich gemacht.

Vor diesem Hintergrund gibt es offenbar Möglichkeiten, der Entwicklung von Allergien vorzubeugen und insgesamt das Allergierisiko zu minimieren. Welche Chancen hierfür bestehen, wird in einem aktuellen Update der S3-Leitlinie zur Allergieprävention dargestellt.

 

Info

Weiterführende Informationen

 

 

 

 

 

 

  • Deutsche Gesellschaft für Allergo- logie und klinische Immunologie (DGAKI), www.dgaki.de

 

 

 

 

 

Maßnahmen zur Prävention

Wesentliche Punkte sind dabei die Ernährung während der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit sowie der Umgang mit Umweltschadstoffen und potenziellen Allergenen. In der neuen Leitlinie werden die früheren Empfehlungen zum Teil weiter unterstützt, zum Teil aber auch revidiert und neue Empfehlungen und Stellungnahmen werden formuliert. Schwangeren Frauen wird in der neuen Leitlinie zu einer ausgewogenen und nährstoffdeckenden Ernährung geraten. Ratsam ist ein ausreichender Verzehr von Gemüse und Obst, um eine gute Versorgung mit Antioxidantien und präbiotischen Nahrungsinhaltsstoffen zu gewährleisten. Letztere sind offenbar vorteilhaft im Hinblick auf die Entwicklung einer komplexen intestinalen Mikroflora, die wiederum einen günstigen Einfluss auf die orale Toleranzentwicklung haben kann. Diätetische Restriktionen wie etwa das konsequente Meiden potenzieller Nahrungsmittelallergene sind jedoch nicht ratsam, wie ausdrücklich in der Leitlinie betont wird.

Allerdings wird während Schwangerschaft und Stillzeit zum reichlichen Verzehr von Fisch geraten. Denn das kann offensichtlich zur Allergieprävention beim Kind beitragen. Die Empfehlung gilt aber nicht für Personen mit bekannter oder vermuteter Fischunverträglichkeit. Das Stillen der Säuglinge wird auch in puncto Allergieprävention nach wie vor als vorteilhaft erachtet. Entsprechend der aktuellen Datenlage sollten die Kinder dabei in den ersten vier Lebensmonaten möglichst voll, also ohne Zufütterung gestillt werden. Der Einfluss des Stillens wurde allerdings bislang offenbar überschätzt: „Nach wie vor werden präventive Effekte auf allergische Erkrankungen durch das Stillen berichtet. Insgesamt schwächen sich diese Effekte allerdings ab. Die Auffassung, dass durch längeres, insbesondere ausschließliches Stillen die präventiven Effekte verstärkt würden, ist im Hinblick auf die Allergieprävention nicht evidenzbasiert“, heißt es im Leitlinien-Update. Es gibt demnach sogar Befunde, wonach längeres Stillen das Allergierisiko des Kindes erhöht, wenn die Mutter selbst von Allergien betroffen ist. Nach aktueller Datenlage ist laut Leitlinie dennoch an der Empfehlung zum Stillen festzuhalten.

Ab dem Beginn des fünften Lebensmonats sollten die Säuglinge wegen des steigenden Nährstoffbedarfs Beikost erhalten, da dies offenbar die Toleranzentwicklung fördert. Parallel zur Einführung der Beikost können die Kinder aber weiter gestillt werden. Den Zeitpunkt für die Gabe von Beikost zeitlich hinauszuschieben, macht in puncto Allergieprävention keinen Sinn. Für Risikokinder, die nicht gestillt oder teilgestillt werden, wird in den ersten vier Lebensmonaten eine Hydrolysatnahrung empfohlen. Für sojabasierte Säuglingsnahrungen fehlen laut Leitlinien-Update valide Hinweise auf einen präventiven Effekt und es werden sogar gesundheitliche Bedenken diskutiert.

 

Kontroverse Diskussionen zu Probiotika

Keinen Hinweis gibt es laut Leitlinie dafür, dass diätetische Restriktionen gleich welcher Art einen relevanten Einfluss auf das Allergierisiko haben. Es ist ebenso wenig belegt, dass die Gabe potenzieller Nahrungsmittelallergene vor dem vollendeten vierten Lebensmonat präventiv wirksam ist. Hinweise auf protektive Effekte gibt es lediglich zum Fischkonsum, so dass die Experten explizit dazu raten, durchaus auch Fisch mit in die Beikost aufzunehmen. Die Studienlage bezüglich der Vitamin-D-Spiegel und gegebenenfalls einer Vitamin- D-Supplementierung und allergischen Erkrankungen ist nach den aktuellen Angaben widersprüchlich, wobei es sogar Hinweise auf eine höhere Ekzemprävalenz bei hohen Vitamin-D-Spiegeln gibt. Die Datenlage wurde laut Leitlinie als nicht ausreichend angesehen, um Empfehlungen zu verabschieden.

Kontrovers diskutiert wird ebenfalls der Nutzen von Probiotika und Präbiotika zur Allergieprävention, ein konsistenter präventiver Effekt ist nicht belegt. Die Leitlinienautoren konnten sich vor diesem Hintergrund nicht zu einer eindeutigen Empfehlung entschließen. In einer Stellungnahme aber wird erklärt, dass ein präventiver Effekt bisher nur für das atopische Ekzem dargestellt wurde und dass eine generelle Empfehlung zu konkreten Präparaten, Applika-tionsformen und Dauer und Zeitpunkt der Gabe vor allem auch aufgrund der Heterogenität der Bakterienstämme und der Studiendesigns nicht gegeben werden kann. Eindeutig wird dazu geraten, bei Kindern auch im Hinblick auf das Allergierisiko unbedingt zu versuchen, der Entwicklung von Übergewicht und Fettleibigkeit entgegenzuwirken. Denn es besteht eine direkte Assoziation zwischen einem hohen Body-Mass-Index (BMI) der Kinder und einem erhöhten Asthmarisiko.

Hund ja – Katze nein

In der aktuellen Expertenstellungnahme wurde die positive Beurteilung einer frühen unspezifischen Immunstimulation beibehalten. Denn es gibt gute Hinweise, dass diese vor der Entwicklung allergischer Erkrankungen schützt. So bestätigt beispielsweise eine aktuelle Meta-Analyse eine signifikante Risikoreduktion um rund 30 Prozent für Asthma-Symptome durch das Aufwachsen auf einem Bauernhof. Auch der Besuch einer Kindertagesstätte in den ersten zwei Lebensjahren und eine höhere Anzahl älterer Geschwister beugen offenbar der Allergieentwicklung vor. Differenziert wird das Thema Haustierhaltung betrachtet. In Nicht-Allergierisiko behafteten Haushalten gibt es demnach keine Notwendigkeit zur Beschränkung bei der Anschaffung von Haustieren und auch für Risikopersonen sind laut Leitlinie Haustiere nicht grundsätzlich tabu. Eine Ausnahme stellen lediglich Katzen dar. Daher sollten in Familien mit erhöhtem Allergierisiko keine Katzen angeschafft werden. Da die Studienlage allerdings insgesamt widersprüchlich ist, wird in den Leitlinien explizit keine Empfehlung zur Abschaffung einer bereits im Haushalt lebenden Katze ausgesprochen. Anders sieht die Situation bei Hunden aus, denn die Hundehaltung ist offensichtlich nicht mit einem höheren Risiko für Allergien verbunden. Im Gegenteil: Das Halten von Hunden geht einer aktuellen Metaanalyse zufolge mit einer signifikanten Risikoreduktion von 28 Prozent für das atopische Ekzem und einer nicht-signifikanten Risikoreduktion von 23 Prozent für das Asthma bronchiale einher.

 

Schimmelpilze, Tabakrauch und Luftschadstoffe meiden

 

Vermieden werden sollte laut Leitlinie ein Innenraumklima, das Schimmelwachstum begünstigt wie etwa bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit oder bei mangelnder Ventilation. Zu bedenken ist ferner, dass auch Innenraumschadstoffe wie zum Beispiel Formaldehyd und flüchtige organische Komponenten, wie sie durch neue Möbel sowie bei Maler- und Renovierungsarbeiten freigesetzt werden, das Asthmarisiko erhöhen. Deshalb sollte die Exposition gegenüber solchen Innenraumschadstoffen möglichst gering gehalten werden. Da auch die Exposition gegenüber Stickoxiden und Feinstaubpartikeln mit einem erhöhten Asthmarisiko behaftet ist, sollte die Belastung mit KFZ-bedingten Emissionen ebenfalls minimiert werden.

Keinen Einfluss in puncto Primärprävention aber haben spezifische Maßnahmen zur Reduktion der Hausstaubmilben wie etwa milbenallergendichte Matratzenüberzüge. Solche Maßnahmen sind zur Sekundär- prävention sinnvoll, der Entwicklung einer Allergie vorbeugen lässt sich damit jedoch nicht. Unbedingt zu vermeiden sind jedoch das Rauchen und ebenso das Passivrauchen. Denn die Exposition gegenüber Tabakrauch steigert das Risiko für die Entwicklung des Asthma bronchiale und auch für Allergien. So ist bei intakter Schleimhaut die Wahrscheinlichkeit, dass eine Pollenbelastung zur Allergieauslösung führt, eher gering. Erhöht aber ist das Risiko beim Vorliegen von Schleimhautläsionen, wie sie durch das Rauchen induziert werden können. Vor allem in Haushalten, in denen Kinder leben, sollte deshalb keinesfalls geraucht werden. Denn bei Kindern, die in Raucherwohnungen leben, heilen Schleimhauthautläsionen im Zusammenhang mit Atemwegsinfektionen langsamer ab, so dass im Fall einer Pollenbelastung das Allergierisiko steigt. Da reicht es auch schon, wenn die Eltern auf der Terrasse rauchen und den Rauch mit der Kleidung in die Zimmer bringen.

 

Aus Sicht der Zahnmedizin

Aufgrund der hohen Häufigkeit allergischer Diathesen in der Bevölkerung und der weiter steigenden Inzidenz insbesondere in den jüngeren Altersgruppen wird der Zahnarzt im Rahmen der Anamneseerhebung mit dieser Problematik konfrontiert. Er muss dann einschätzen, ob sich hieraus Konsequenzen für die Behandlung ergeben. Bei Patienten, die Antihistaminika einnehmen, sind mögliche Wechselwirkungen mit zusätzlich verordneten Medikamenten zu beachten. Insbesondere die eingeschränkte Fahrtüchtigkeit infolge der sedierenden Effekte, vor allem bei den Antihistaminika der ersten Generation, ist zu berücksichtigen. Selbstverständlich müssen die bekannten Allergene vermieden werden. Hierzu sollte der Allergiepass eingesehen und beachtet werden. Ansonsten kann es zu einer allergischen Reaktion vom Typ I (Soforttyp) kommen. Die nachfolgende anaphylaktische Reaktion ist die akute Reaktion des Immunsystems auf die erneute Antigenexposition und wird in vier Schweregrade eingeteilt: Grad I - ist vor allem gekennzeichnet durch eine lokale Symptomatik mit Urtikaria, Erythem, Juckreiz sowie einer beginnenden, aber noch leicht ausgeprägten Allgemeinsymptomatik mit Tachykardie, Übelkeit, Erbrechen. Grad II - weist eine starke Progredienz der Allgemeinsymptomatik mit Kreislaufdysregulation, Tachykardie und Hypotonie sowie Dyspnoe und Bronchospasmus auf. Bei Grad III- befindet sich der Patient im anaphylaktischen Schock. Bei Grad IV - liegt ein Herz-Kreislauf-Stillstand vor. Die anaphylaktische Reaktion ist damit nicht dosisabhängig, verläuft uniform hinsichtlich der Symptome, unabhängig vom Allergen und wird auch nach dem gleichen Therapieregime behandelt: Volumen, Adrenalin, Antihistaminika.

Bei Medikamenten ist es sehr wichtig, eine mögliche Überdosierung oder die Intoxikation zu differenzieren. Diese ist dosisabhängig, die klinische Symptomatik richtet sich nach dem Medikamenteneffekt und ist damit pharmakologisch spezifisch. Die Therapie erfolgt entsprechend der applizierten Substanz, gegebenenfalls kann sogar ein Antidot appliziert werden. Bei der Gabe von Lokalanästhetika sind prinzipiell beide Komplikationen möglich. Erfreulicherweise ist das Auftreten beider bei der Verwendung von Articain-Lösungen sehr selten. Sollte aber eine Allergie vorliegen oder der dringende Verdacht hierauf bestehen, dann ist eine entsprechende allergo-logische Diagnostik zu veranlassen. Es sollte der zu untersuchende Wirkstoff, aber auch Alternativen (andere Lokalanästhetika) für den Allergologen mitgegeben werden. Eine Kreuzallergie, wie zum Beispiel bei den Antibiotika, gibt es allerdings nicht. Neben dem Lokalanästhetikum können jedoch auch die Zusatzstoffe als Allergen fungieren. Daher sollten Mehrfachentnahmeflaschen aufgrund ihres Gehalts an Konservierungsstoffen vermieden werden. Zylinder- und 2-ml- beziehungsweise 5-ml-Ampullen sind hingegen frei von Konservierungsmitteln. In jeder Lokalanästhesielösung, die Adrenalin enthält, ist auch Natriumdisulfit als Antioxidans enthalten. Durch seinen ubiquitären Gebrauch in der Lebensmittelindustrie können auch hierauf Sensibilisierungen bei den Patienten vorliegen. Auch diesem Umstand muss bei der allergologischen Testung Rechnung getragen werden, um ein differenziertes Ergebnis zu erhalten. Nebenwirkungen durch das Adrenalin (Tachykardie, Schwitzen, Blässe) oder unspezifische, häufig Angst getriggerte Reaktionen auf die Injektion werden sehr oft vorschnell und unkritisch als allergische Reaktion interpretiert und dem Patienten gegenüber kommuniziert. Sie haben jedoch nichts mit dem Krankheitsbild zu tun.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer
Leitende Oberärztin der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie
Augustusplatz 2
55131 Mainz

Dr. Dr. Peer W. Kämmerer
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer-und Plastische Gesichtschirurgie derUniversität Rostock
Schillingallee 35
8057 Rostock

 

 

Möglichst kein Kaiserschnitt

Neu in die Leitlinien aufgenommen wurde die Empfehlung, einen Kaiserschnitt möglichst zu vermeiden, wenn hierfür nicht eine klare Indikation besteht. Denn es gibt valide Hinweise dafür, dass Kinder, die durch Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein erhöhtes Allergierisiko und speziell ein erhöhtes Asthmarisiko haben. Ursache der Beobachtung könnte den Hypothesen zufolge eine mangelnde Immunstimulation durch die Exposition im natürlichen Geburtskanal sein. „Auch Veränderungen der Lungen- und der Leberfunktion und des Stressverhaltens wurden bei diesen Kindern beschrieben. Vor dem Hintergrund, dass derzeit in Deutschland rund jedes dritte Kind durch Kaiserschnitt auf die Welt kommt, sollte dieser Umstand bei der Auswahl des Geburtsverfahrens berücksichtigt werden“, heißt es im Leitlinien-Update.

Andererseits gibt es keine Belege dafür, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, wohl aber Befunde, wonach Impfungen das Allergierisiko senken können. Daher wird von den Experten empfohlen, alle Kinder entsprechend den STIKO-Empfehlungen impfen zu lassen. Es existieren verschiedene Studien, die einen Zusammenhang zwischen einer Allergieentwicklung und der Einnahme von Medikamenten – insbesondere von Antibiotika und Paracetamol – nahelegen. Allerdings sind diese Assoziationen aufgrund der vielen potenziellen Einflussfaktoren „mit Vorsicht zu interpretieren“, so die aktuellen Bewertungen. Denn bislang fehle der Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen einer entsprechenden Medikamenteneinnahme und der Entwicklung von atopischen Erkrankungen.

Psychosoziale Belastungen als Allergietrigger

Last, but not least gibt es Hinweise darauf, dass psychosoziale Belastungen während der Schwangerschaft und in der Kindheit – wie beispielsweise die Trennung der Eltern oder der Tod eines Elternteils – der Manifestation einer atopischen Erkrankung Vorschub leisten können. Ein präventiver Ansatz könnte sich nach Expertenansicht durch die frühzeitige therapeutische Begleitung von Kindern in solchen Belastungssituationen ergeben.

 

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