Mediziner am Zarenhof

Die kleinen Sorgen der großen Kaiserin

Das 18. Jahrhundert in Russland ist die Epoche der Frauen. Nie wieder in der Geschichte Europas hatten Frauen so viel und so lange Macht. Mit kurzer Unterbrechung regierten das Kaiserreich Russland von 1725 bis 1796 fünf Herrscherinnen. Bei der Machtergreifung dieser Frauen spielten aber Männer eine bedeutende Rolle – auch ein Arzt.

St. Petersburg: Auf der linken Newaseite ist der Vorgängerbau des Winterpalasts zu sehen. Dort residierten bis 1917 alle russischen Kaiser und Kaiserinnen.... Quelle: Makhaev & Kachalov-Wikipedia

....auch Katharina die Große, 1778 von Vigilius Eriksen im Ornat gemalt. Quelle: Vigilius Eriksen-Wikipedia
Katharina I. führte den Reigen der Kaiserinnen im 18. Jahrhundert an. Quelle: State Historical Museum-Wikipedia
Jean Armand Léstocq brachte Elisabeth I. mit auf den Zarenthron. Quelle: Johann Stenglin-Wikipedia
Kaiserin Anna Iwanowa im Krönungsornat 1730, gemalt von Louis Caravaque. Quelle: Louis Caravaque-Wikipedia
Abraham Kaau-Boerhaaves und sein Bruder Herman machten sich um die Medizin im Zarenreich verdient. Quelle: Wikipedia
Anna Leopoldowna war Regentin für Kaiser Iwan VI. Quelle: Russian Museum-Wikipedia
Thomas Dimsdale impfte Katharina II. und ihren Sohn gegen Pocken. Quelle: James Phillips-Wikipediaa
Kaiserin Elisabeth I. war von 1741 bis 1762 Kaiserin von Russland. Quelle: Tretyakov Gallery-Wikipedia

Katharina die Große ist ein Synonym für die Macht des Zarenhofes. Sie war allerdings nur eine von mehreren Herrscherinnen. Die Damenriege verlief folgendermaßen: Auf Katharina I. folgte Anna Iwanowa, dieser als Regentin dann ihre Nichte Anna Leopoldowna, dann Elisabeth I. (1709 – 1762), die Tochter Peters des Großen, und schließlich die große Katharina (1729 – 1796). Einer der Männer, die dafür sorgten, dass die Frauen ihre Ämter erhielten, war der deutsche Hugenotte Jean Armand (Johann Hermann) Léstocq (1692 – 1767). Die Familie Léstocq stammte ursprünglich aus Frankreich. Sein Vater war der königlich britische und braunschweig-lüneburgische Generalchirurg Jean (Johann) Léstocq, der 1647 bis 1732 lebte. Zusammen mit dem französischen Gesandten in St. Petersburg, Marquis de la Chétardie, war Léstocq maßgeblich an der Machtübernahme Elisabeths I. beteiligt. Vor allem das Militär war der Regentschaft von Anna Leopoldowna, für Ivan VI. nach dem Tod von Zarin Anna Iwanowa in Oktober 1740, überdrüssig. Zudem war Elisabeth die Tochter Peters des Großen, aber der kindliche Zar Ivan VI. (1740 – 1764) lediglich ein Halburgroßneffe Peters. Ivan wurde von Elisabeth auf der Festung Schlüsselburg festgesetzt, was Katharina verlängerte. Dort starb er angeblich bei einem Fluchtversuch 1764.

Elisabeth wurde mithilfe der ihr ergebenen Regimenter zur Kaiserin von Russland erhoben. Nach dem erfolgreichen „Staatsstreich“ versuchte Léstocq eine herausragende Stellung an der Seite der Zarin zu behalten, aber Elisabeth ließ sich zeitlebens nicht von Männern aus ihrer Machtposition verdrängen. Als Dank für die Hilfe wurde er dann 1744 in den Grafenstand erhoben. Léstocq verdankt seine Position als Leibarzt der Kaiserin vielleicht mehr der Unterstützung bei ihrer Thronbesteigung als seinen Fähigkeiten als Arzt. So beschreibt der russische Historiker Wladimir Fedorowski Léstocq nur als „Heiler, Bader, Magnetopath und Spiritist“. Fedorowski berichtet in seinem Werk auch darüber, dass Kaiserin Elisabeth „schöne Zähne“ gehabt habe [Fedorowski, 2001]. Im November 1747 heiratete Léstocq die Hofdame der Kaiserin Elisabeth, Maria Mengden, die von Großfürstin Katharina persönlich auf Bitten der Zarin zur lutherischen Kirche in St. Petersburg begleitet wurde. Die Gunst der Herrscherin ging aber bereits 1748 verloren. Am 13. November wurde er verhaftet, gefoltert und sein Vermögen konfisziert. Léstocq wurde vorgeworfen, er habe für Preußens König Friedrich II. gearbeitet. Die Jahre bis 1753 musste der Mediziner in der Verbannung in Sibirien verbringen.

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