Leitartikel

Eine notwendige Initiative

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer BZÄK-Pietschmann

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

am 18. März 2015 startete die neue „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“. Sie hat das Ziel, das Thema Mundgesundheit gezielt zu fördern, indem wir uns intensiv und interdisziplinär mit Multiplikatoren sowie Fachgruppen austauschen. Einige werden sich jetzt sicher fragen: Braucht es denn eine weitere Initiative für die Mundgesundheit? Hat es nicht bei der Bevölkerung in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits deutliche Verbesserungen der Mundgesundheit gegeben? Meine Antwort darauf ist: Ja, es gibt bedeutsame Fortschritte bei der Mundgesundheit. Aber es gibt weiterhin mehrere Herausforderungen. Grundsätzlich sollte Prävention Menschen jeden Alters und aller Bevölkerungsgruppen gleichmäßig erreichen. Dies ist in Deutschland nach wie vor nicht der Fall.

Mit der neuen Initiative wollen wir Aufklärung über Ursachen, Auswirkungen und die Prävention von oralen Erkrankungen betreiben. Dafür soll vor allem ein fachübergreifender Dialog gefördert werden. Der berühmte „Blick über den Tellerrand“ ist sinnvoll, da auch Disziplinen neben der Zahnmedizin einen nützlichen und notwendigen Beitrag zur Mundgesundheit leisten können. Umgekehrt gibt es ebenso Schnittstellen zur Allgemeingesundheit in der Zahnmedizin. Wir wollen die Kommunikation in beide Richtungen intensivieren. Das heißt konkret, vorhandenen guten Konzepten eine Bühne geben, um sie für eine interdisziplinäre Fachöffentlichkeit besser sichtbar zu machen. Die Herausforderungen können wir selbst definieren und folglich auch die Lösungswege aufzeigen. Das erste Projekt der Initiative befasst sich mit der Prävention frühkindlicher Karieserkrankungen, der sogenannten Early Childhood Caries (ECC). Diese ist aktuell eine der größten mundgesundheitlichen Herausforderungen – etwa 15 Prozent der Kleinkinder zwischen null und drei Jahren weisen eine frühkindliche Karies auf. Eckpunkte sind die Suche nach bereits erfolgreichen Aufklärungs- und Präventionsansätzen, die disziplinübergreifende mediale Ansprache der relevanten Fachgruppen sowie die Entwicklung und Umsetzung eines Fortbildungskonzepts für Hebammen. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fachverband für Hausgeburts-hilfe e.V. geplant. Es gibt bereits gute Ansätze zur Bekämpfung von ECC – als Beispiel sei das gemeinsam von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher

Bundesvereinigung entwickelte Präventionskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“ genannt. Diese Ansätze zusammenzuführen und erfolgreiche Konzepte in die unterschiedlichen Entscheidungsgremien einzubringen, um Risikogruppen besser zu erreichen, ist das Ziel des ECC-Projekts. Um die besten Ansätze zu finden, wird in diesem Jahr der „Präventionspreis Frühkindliche Karies“ ausgeschrieben. Mit dem Preis werden angewandte Präventionskonzepte und -projekte ausgezeichnet, die sich in der täglichen Praxis nachweislich bewährt und zu messbaren Verbesserungen geführt haben. Wenn Sie an einem solchen Projekt beteiligt sind, machen Sie mit! ECC wird aber nur der erste Projektschwerpunkt der Initiative sein. Darüber hinaus gibt es noch weitere mundgesundheitliche Problembereiche, denen wir uns widmen wollen – parodontale Erkrankungen beispielsweise. Sie sind ab dem 50. Lebensjahr die häufigste Ursache für Zahnverlust. Zudem gibt es zahlreiche Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und chronischen Allgemeinerkrankungen.

Wir wollen im Rahmen unserer Initiative diese Probleme aktiv angehen und mit gezielten Projekten unterstützen – dafür brauchen wir zuverlässige Partner, wie die beteiligten Wissenschaftler aus Freiburg, Greifswald und Hamburg. Zudem arbeitet die BZÄK seit Jahren bei Prävention und Aufklärung zu oralen Erkrankungen vertrauensvoll mit CP GABA zusammen. Zahlreiche Aktivitäten wurden gemeinsam entwickelt und tragen erfolgreich zur Förderung der Prävention bei. Diese Zusammenarbeit wollen wir mit der neuen Initiative fortsetzen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich
Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer

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