Initiative für eine mundgesunde Zukunft

Bühne frei für die Prävention

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat mit CP GABA eine neue Initiative gestartet, um die Mundgesundheit in Deutschland weiter zu fördern. Ziel ist, wegweisende interdisziplinäre Präventionkonzepte zu identifizieren und sichtbar zu machen – im fachübergreifenden Dialog und mit einem Präventionspreis. Erstes Thema: die Early Childhood Caries (ECC).

Experten der Mundgesundheit: Marianne Gräfin Schmettow von CP Gaba, Prof. Elmar Hellwig, Prof. Christian Splieth, Prof. Ulrich Schiffner und BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich. Foto: BZÄK-Axentis.de

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat mit CP GABA eine neue Initiative gestartet, um die Mundgesundheit in Deutschland weiter zu fördern. Ziel ist, wegweisende interdisziplinäre Präventionkonzepte zu identifizieren und sichtbar zu machen – im fachübergreifenden Dialog und mit einem Präventionspreis. Erstes Thema: die Early Childhood Caries (ECC). 15 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen hierzulande haben vier kariöse Zähne im Mund. Dabei vereint ein Viertel aller Kinder drei Viertel der Karies – trotz aller Präventionsangebote. „Wir haben bei Karies kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem“, beschreibt Prof. Christian Splieth, Kinderzahnarzt an der Uni Greifswald, bei der Vorstellung der Initiative in Berlin die Schwierigkeit, dass man die kleinen Patienten und ihre Eltern nur schwer erreicht. ECC weist laut Splieth zudem oft auf gravierende Probleme der Kindesvernachlässigung hin, auf die Zahnärzte aufmerksam werden und die sie dann adressieren können.

Ziel sei, konsistente Informationen zu verbreiten, wie man die Frühkindliche Karies bekämpft und die Familien zu einem verbesserten Ernährungsverhalten motiviert, veranschaulichte Prof. Elmar Hellwig vom Universitätsklinikum Freiburg das Vorhaben. „Deshalb wollen wir mit der ’Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland’ auch nicht bloß aufklären, sondern wir suchen in unserem ersten Projekt nach erfolgreichen Ansätzen, die es im Kampf gegen ECC bereits gibt, um dann zu überprüfen, ob man sie auf ganz Deutschland übertragen kann“, sagte Hellwig. „Mit dem neuen Präventionspreis wollen wir bestehende praxisorientierte Projekte herausfiltern, die sich bereits nachweislich bewährt haben. Und wir wollen die Kooperation mit Multiplikatoren wie den Hebammen stärken, weil sie den ersten Draht zu den Familien haben. Das bedeutet natürlich, dass die Kollegen mitmachen müssen!“

Info

Das erste Projekt: ECC

  • der Präventionspreis

Drei Preise mit einer Gesamtdotierung von 5 000 Euro werden ausgelobt. Die jeweiligen Konzepte sollten noch nicht veröffentlicht, praktisch orientiert sowie bundesweit umsetzbar sein und sich in der täglichen Praxis nachweislich bewährt haben. Wichtig ist außerdem, dass sie geeignet sind, für eine bessere Ernährung und für eine frühzeitige tägliche Anwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten zu sensibilisieren. Die Jury besteht aus fünf Fachexperten, zwei davon sind Mitglieder der Initiative. Teilnahmeberechtigt sind Experten aus der Zahnmedizin und der Medizin, dem öffentlichen Gesundheitswesen, den Politikwissenschaften, der Pädagogik und dem Bereich Kommuni-kation und Medien. Die Ausschreibung endet am 30. September 2015.

  • die Kooperation mit Hebammen

Die Präventionskooperation mit Hebammen umfasst ein ECC-Fortbildungskonzept zur Verhaltensprävention, den ECC-Expertenratgeber für Hebammen sowie die gemeinsame Aufklärung mithilfe von Fachinformationen der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) und des Deutschen Hebammenverbands (DHV) zur Ernährung und zur Fluoridprophylaxe. Geplant ist, Familienhebammen ins Kommunikationskonzept einzubinden, um so sozial schwierige Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Mehr unter www.bzaek.de.

Erster Draht zu den Eltern

„Für unsere Initiative heißt das: Wir bilden die Plattform, wissenschaftliche Experten bringen die Inhalte“, resümierte BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich. „Mit unseren Präventionserfolgen nehmen wir im medizinischen Fächerkanon eine einmalige Position ein“, erläuterte der Präventionsfachmann den Hintergrund. „Doch trotz des Kariesrückgangs, der zunehmenden Zahnerhaltung und des generell hervorragenden Versorgungsniveaus stehen wir vor Herausforderungen – und eine der größten ist die Early Childhood Caries. Sie stellt die häufigste chronische Erkrankung im Kleinkindalter dar.“ Entscheidende Voraussetzung für den Erfolg: der Verweis auf die zahnärztliche Früherkennung im gelben Untersuchungsheft. Oesterreich: „Ohne diesen Link zementiert man nur den Status quo – wir brauchen die interdisziplinäre Vernetzung mit dem Kinderarzt, der im Rahmen der U6 und der U7 zum Zahnarzt verweist, ergänzend zu den kinderärztlichen Untersuchungen.“ Marianne Gräfin Schmettow von CP Gaba bekräftigte, dass das Projekt als Brücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und den Bedarfen zu verstehen sei: „Uns geht es nicht nur darum, mit den Playern in der Zahnmedizin zu sprechen, sondern alle Beteiligten interdisziplinär zusammenzuführen.“

Der Link zum Zahnarzt

Prof. Ulrich Schiffner, Uniklinik Hamburg- Eppendorf: „Wir wissen, was Karies ist, aber ein Teil der Bevölkerung weiß es offensichtlich nicht. Wenn der Defekt sichtbar ist, ist es schon zu spät. 2,4 Milliarden Menschen leiden an unversorgter Karies – und diese Statistiken sind sogar geschönt, weil sie nur auf manifeste Defekte abstellen, die frühe Karies ist darin nicht enthalten.“ Oesterreich verdeutlichte: „Wir beobachten eine extreme Polarisierung des Krankheitsrisikos. Hier bedarf es gesundheitlicher Chancengleichheit.“ Sein Appell an die Politik: „Es ist notwendig, dass sie hier den nötigen Rahmen schafft, so dass die Zahnärzte mit den Kinderärzten Hand in Hand arbeiten und die Versorgungssituation verbessern können .“




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