Politik

Prof. Sprekels verabschiedet

Die Laudatoren sparten nicht mit Superlativen, um Prof. Dr. Wolfgang Sprekels auf seiner Verabschiedungsfeier zu würdigen. Der frisch gekürte Ehrenpräsident dankte sichtlich gerührt - und verriet sein Credo.

"Lieber Wolfgang, fast zwei Monate warst Du nicht mehr Präsident, jetzt bist Du es wieder." Mit diesen Worten überreichte Hamburgs Kammerpräsident Konstantin von Laffert (links) seinem Vorgänger Prof. Dr. Wolfgang Sprekels die Ehrenpräsidentschaft. zm-mg

Die Delegierten hatten einstimmig beschlossen, Sprekels die Auszeichnung für seine Verdienste zu verleihen, obwohl die Satzung der Hamburger Länderkammer eine solche Auszeichnung nicht vorsieht. Laffert: "Wir haben daher, wie schon beim Ehrenkodex, eine Anleihe bei unserer Freien und Hansestadt Hamburg genommen, die die Ehrenbürgerschaft ebenfalls ohne Satzungsvorgaben verleiht." zm-mg
Sprekels dankte allen Freunden, die ihn in 42 Jahren Standespolitik begleitet und ihm "zur Seite gestanden" haben - und kommentierte das Lob der Laudatoren: "Wenn man das so hört, kann man es nicht so ganz falsch gemacht haben." zm-mg
Die hatten den in die Elbkuppel des Hotel Hamburger Hafen geladenen Gästen noch einmal die Verdienste des Standespolitikers Sprekels vor Augen geführt. Gerd Eisentraut
BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel hob vor allem Sprekels Verdienste auf Bundesebene hervor - nicht ohne dessen eigenwilligen diplomatischen Stil zu erwähnen. "Selbst mit dem aus norddeutscher Sicht eigentümlichen Völkchen der Bayern kam Wolfgang Sprekels hervorragend zurecht", was für einen "Fischkopf" nicht selbstverständlich sei, so Engel, "und sogar Sprüche wie 'So etwas wie euch füttert man bei uns in Hamburg mit Bananen' wurden gerne gehört." zm-mg
Das Saxophon-Quartett "LaSaxa" besorgte die musikalische Unterhaltung in den Redepausen der Feierlichkeiten ... zm-mg
... und rührte den Verabschiedeten mit einem Ständchen inmitten seiner Gäste. zm-mg
An "gemeinsame Grabenkämpfe" auf europäischer Ebene erinnerte Dr. Wolfgang Doneus, Präsident des Rats der europäischen Zahnärzte, und lobte Sprekels "trickreiche Diktion" und Kunst der "ganz klaren Ansprache". zm-mg
"Du warst eigentlich immer schon da!", so fasste Dr./RO Eric Banthien, Vorstandschef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hamburg, seine Wahrnehmung von Sprekels Wirken zusammen, den er als ein "Vorbild an Geradlinigkeit und Rückgrat" bezeichnete. Seinen Nachfolgern hinterlasse er Fußstapfen, "die freundlich ausgedrückt eine ziemliche Herausforderung darstellen". zm-mg
Bevor man zum gemütlichen Teil der Feier überging, überreichte Kammer-Vizepräsident und Hobbykünstler Thomas Einfeldt gemeinsam mit Laffert (v.l.) Sprekels noch ein Gemälde als Abschiedsgeschenk ... Gerd Eisentraut
... und Einfeldt, Laffert, Banthien und Beisitzer Dr. Thomas Clement (v.l.) gaben den Gästen als der Hamburger Vorstandschor mit einer umgedichteten Version des Freddy-Quinn-Klassikers "Schön war die Zeit" eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens. Gerd Eisentraut

Einhellige Botschaft der Laudatoren: Selbst die beeindruckenden Zahlen zur Länge seines Wirkens – 28 Jahre als Präsident der Landeskammer und 19 Jahre als Vize der Bundeszahnärztekammer – oder Aufzählungen all seiner Verdienste auf Länder-, Bundes- und Europaebene beschreiben das "Phänomen Sprekels“ nur unzureichend.

Die Weggefährten betonten seine Qualitäten als Macher, nannten ihn aber auch aufrichtigen Freund und Lehrer von beispielloser Arbeitswut, politischer Weitsicht und klarer Streitkultur. "Man kann keinen Eierkuchen backen, ohne ein paar Eier zu zerschlagen“, formulierte Sprekels prompt zum Amüsement der hochkarätigen Gratulanten in der Dankesrede sein politisches Credo. Bis er als frisch gekürter Ehrenpräsident seiner Landeskammer ans Rednerpult trat, durfte er die anerkennenden Worte von Nachfolger Konstantin von Laffert, vor allem aber der Festredner über sich ergehen lassen.

Engel: "Von Freund und Feind respektiert"

Sprekels habe die deutsche Zahnärzteschaft in den vergangenen Jahrzehnten "wie kaum ein anderer geprägt“, stellte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel heraus und betonte, dass dies – anders als es leider allzu oft bei Verabschiedungen vorkomme – weder übertrieben noch geschwindelt sei. Sprekels sei in all seinen Ämtern eine Autorität gewesen, die von "Freund und Feind respektiert“ wurde, "war immer 150-prozentig vorbereitet“ und jemand, mit dem man sich "sich so richtig reiben und raufen“ konnte, so Engel weiter.

Zur Verdeutlichung seines Renommees erinnerte der BZÄK-Präsident daran, dass es Sprekels in einem Jahr gelungen sei, mit großer Mehrheit in der Bundesversammlung einen Haushalt durchzubringen, "der, wie sich erst in der Versammlung herausstellte, versehentlich den Delegierten gar nicht zugeleitet war“, so Engel. "Das muss ihm erst einmal einer nachmachen.“

Doneus: "Er hat viele Qualitäten abseits seiner pragmatischen Note"

Dr. Wolfgang Doneus, Präsident des Rats der europäischen Zahnärzte, lobte Sprekels als Vollblutpolitiker, der stets nachhaltige Antworten auf die drängenden Fragen seiner Zunft suche und es verstehe, auch auf europäischer Ebene Sitzungen zu lenken. "Er bleibt uns im europäischen Konzert zum Glück erhalten – und er wird kein leises Instrument spielen“, sagte Doneus, betonte aber auch, dass es abseits der harten pragmatischen Note viele Qualitäten gebe, die den Menschen Sprekels ausmachten.

Ähnlich lautete die Bestandsaufnahme von Dr./RO Eric Banthien, Vorstandschef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hamburg: Er dankte seinem Mentor, dass er ihm den "rechten Weg durch den Dschungel der Standespolitik“ gewiesen und "kraft seiner Autorität“ für das gute Verhältnis der beiden Schwesterkörperschaften gesorgt habe.

Mit Sprekels wurde Dr. Helmut Pfeffer nach 24 Jahren aus dem zweithöchsten Amt der Landeskammer Hamburg verabschiedet. Sprekels dazu: "Er war ein toller Vizepräsident und hat nie an meinem Stuhl gesägt – oder er hat eine feine Säge benutzt.“

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