Zahnärztliche Versorgung im Pflegeheim

Die Herausforderung annehmen

Zahnärztliche Untersuchungen im Pflegeheim stellen die Beteiligten vor größere Herausforderungen. Durch eine gute Vor- und Nachbereitung der Besuche von Zahnärzten kann jedoch ein problemloseres und emotional weniger belastendes Arbeiten erreicht werden. Dabei gilt es, die verschiedenen Perspektiven und Lebenssituationen zu berücksichtigen.

Zahnmedizinische Versorgung im Pflegeheim bedeutet auch: Patienten, die zur Kooperation kaum oder nicht in der Lage sind, besorgte Angehörige und belastete Pflegepersonen. Foto: picture alliance

Gerade viele Heimbewohner sind regelmäßige Zahnarztbesuche nicht mehr gewöhnt. Foto: picture alliance
Sowohl für Behandler als auch für den Patient sind eine zahnmedizinische Versorgung im Heim bisweilen eine Herausforderung. Foto: picture alliance
Als Behandler kommt der Zahnarzt, der ein Heim aufsucht, in ein autarkes System von Beziehungsgeflechten mit eigenen Regeln. Quelle: Döhnert

In der Regel haben Zahnärzte es bei Er-wachsenen mit Patienten zu tun, die zwar nicht immer gerne, aber doch freiwillig zu ihnen kommen. Normalerweise können Anweisungen von den Patienten befolgt werden, was ein relativ reibungsloses Arbeiten garantiert. Menschen in Pflegeheimen sind zu dieser Form der Kooperation häufig nicht (mehr) fähig. Aufgrund von Alterserscheinungen (schlechtes Sehen und/oder Hören) oder neurologischen Defiziten (Demenzen, Schädel-Hirn-Traumata) werden Aufforderungen wie „Bitte öffnen Sie den Mund!“ entweder gar nicht verstanden oder können motorisch nicht umgesetzt werden.

Die Situation des Patienten

Weitere Probleme, die auftreten können: Mögliche Traumatisierungen durch Reanimationsmaßnahmen verhindern die Mundöffnung eventuell zusätzlich. Schluckstörungen machen bestimmte Arbeitsformen (spülen, reinigen) schwierig bis unmöglich. Sollte eine Trachealkanüle vorhanden sein, sind spezielle Vorgehensweisen (etwa Hygienemaßnahmen) nötig. Eine schnellere Erschöpfbarkeit führt zudem dazu, dass das Zeitfenster für eine mögliche Untersuchung und/oder Behandlung deutlich verringert sein kann. Auch die Planbarkeit der Besuche im Pflegeheim ist nicht immer komplett gegeben. Da sich vor allem Menschen mit neurolo- gischen Schädigungen oftmals in einem unvorhersehbaren Zustand befinden, kann auch ein kompletter Ausfall des Termins folgen. Dies kann an einem spontanen Krankenhausaufenthalt genauso wie an einer starken Desorientiertheit, Schläfrigkeit oder Ähnlichem liegen. Der Zeitplan von den Bewohnern im Pflegeheim ist durch mögliche Therapiestunden, Aktivitäten des Pflegeheims oder Besuche oft schon ziemlich voll, so dass ein zusätzlicher Termin mit dem Zahnarzt abgestimmt sein sollte.

Die Rolle der Angehörigen

Die Angehörigen von Menschen in Pflegeheimen stehen unter großem emotionalem Druck. Zu der unangenehmen Tatsache, dass ein geliebter Mensch stark auf Hilfe angewiesen ist, kommen oftmals Gefühle der eigenen Hilflosigkeit und des schlechten Gewissens. „Ich kann nicht genug für ihn tun!“ ist ein häufiger Gedanke. Ebenso häufig schlägt dieser Gedanke in einen gewissen Grad an Aktionismus um. Dieser hat unterschiedliche Ausprägungen:

  • Die Angehörigen sind oft im Heim, um bei dem Betroffenen zu sein (inklusive der teilweisen Übernahme von Pflegetätigkeiten).

  • Die Angehörigen mischen sich stark in die Arbeitsweise von Pflege, Therapie oder auch Ärzten ein („Das mag er nicht …“).

  • In den wenigen Momenten, in denen die Angehörigen da sind, weisen sie auf jeden kleinen Mangel oder Fehler, der in der Umgebung oder im Umgang mit dem Betroffenen besteht, hin.

Zahnärzte, die in der Regel ebenfalls nicht sonderlich häufig bei dem Betroffenen im Heim sind, können allen Verhaltensweisen begegnen. Angehörige haben ein eigenes Leben. Manche stellen dies komplett hinter die Bedürfnisse des Betroffenen im Pflegeheim, andere versuchen beides zu vereinbaren. Zwangsläufig entstehen emotionale Konflikte und Terminprobleme, die häufig an anderenausgelassen werden. Die Zahnärzte haben es in der Regel nicht „nur“ mit dem pflegebedürftigen Patienten, sondern auch mit den Angehörigen zu tun – und mit deren Einstellungen gegenüber Zahnärzten.

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