Zahnmedizin

Behindertenzahnheilkunde: Krankheiten erkennen und behandeln

Besteht eine generelle Abwehr gegen zahnmedizinische Eingriffe, ist es sicherer, bei Patienten mit geistiger Behinderung eine Behandlung in Vollnarkose durchzuführen. Sonst gilt aber: Behandlungen lieber im Wachzustand durchführen. Foto: [M]zm-km-eyetronic – Fotolia.com
Wesentlichen Einfluss auf die Kooperationsbereitschaft des Patienten hat die Unterstützung durch Vertrauenspersonen. Foto: [M]zm-km-Ocskay Bence-Fotolia
Menschen mit geistiger Behinderung reagieren stark auf Emotionen. Die nonverbale Kommunikation ist deswegen beim Arzt-Patienten-Gespräch von immenser Bedeutung. Foto: [M]zm-km-MEV

Komplikationen bei der Diagnose

Eine häufig auftretende Schwierigkeit bei der Untersuchung ist, dass die zahnärztliche Sonde nicht toleriert wird. Dann stehen nur Spiegel und Luftbläser zur Verfügung. Stößt der Luftbläser auch auf Ablehnung können Watterollen oder Tupfer verwendet werden. Manchmal ist die Ausleuchtung der Mundhöhle nicht ideal möglich. Spezielle Untersuchungslampen für die intraorale Ausleuchtung und Kaltlichtsonden sind eine wichtige Hilfe. Röntgenaufnahmen sind empfehlenswert, um objektive Befunde zu gewinnen.

Manchmal werden intraorale Zahnfilme oder -sensoren mit Kabel nicht toleriert, während OPG-Aufnahmen meistproblemloser anzufertigen sind. Gegebenenfalls kann mit ein paar strahlungsfreien Testumläufen geübt werden. Die Ergebnisse von Sensibilitäts- und Perkussionstests sind oft nur bedingt aussage-kräftig. Eine wichtige Untersuchungsmöglichkeit ist die routinemäßige digitale Palpation der apikalen Bereiche im Vestibulum. Manchmal ist es nicht einfach zu unterscheiden, ob eine Verhaltensänderung psychische Ursachen hat oder ob tatsächlich ein schmerzhaftes Geschehen ursächlich ist. In Absprache mit dem Hausarzt kann dann ein Schmerzmittel für einen beschränkten Zeitraum gegeben werden, um abzuwarten, ob sich eine Verbesserung einstellt. Generell gilt: bei unklaren Diagnosen die Zusammenarbeit mit dem Hausarzt suchen.

Ist die Untersuchung nur eingeschränkt möglich, sollte dies - auch aus forensischen Gründen - den Begleitpersonen mitgeteilt und in der Patientenakte dokumentiert werden.

Besonderheiten bei der Behandlung

In einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) aus dem Jahr 2004 wird gefordert, dass sich das Ergebnis der zahnmedizinischen Versorgung im Grundsatz nicht von dem eines Patienten ohne Behinderung unterscheiden darf [Leitlinien DGZMK, 2010]. Die Behandlung von Patienten mit Behinderungen ist unter anderem gekennzeichnet durch einen höheren Zeitaufwand, durch kleinere Behandlungsintervalle und durch einen deutlich höheren Personalaufwand [Holthaus, 2001].

Besteht Behandlungsbedarf, müssen der Patient und der rechtlicher Betreuer darüber informiert werden. Neben dem aktuellen Behandlungsbedarf sollten auch die allgemeinen Risiken einer zahnärztlichen Behandlung bei Menschen mit Behinderung thematisiert werden. Viele Menschen mit geistiger Behinderung können das Gefühl einer anästhesierten Wange oder Zunge nur schwer einordnen, so dass eine erhöhte Verletzungsgefahr nach Lokalanästhesie durch selbst zugeführte Bissverletzungen besteht.

Aufgrund von abrupten und überraschenden Bewegungen des Kopfes ist die Verletzungsgefahr von Nachbarzähnen und Weichgewebe durch rotierende und scharfe beziehungsweise spitze Instrumente höher als in der Nichtbehindertenbehandlung. Wegen des Nachlaufs bei Luftturbinen wird besser mit elektrisch betriebenen Winkelstücken gearbeitet. Bei unruhigen Patienten stützen die Begleitpersonen ohne Zwang den Kopf, was auch beruhigend auf die Patienten wirkt. Bei Patienten mit Spastiken müssen auch gelegentlich die Arme gehalten werden, damit der Behandler nicht gestört wird.

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