Zahnmedizin

Behindertenzahnheilkunde: Krankheiten erkennen und behandeln

Besteht eine generelle Abwehr gegen zahnmedizinische Eingriffe, ist es sicherer, bei Patienten mit geistiger Behinderung eine Behandlung in Vollnarkose durchzuführen. Sonst gilt aber: Behandlungen lieber im Wachzustand durchführen. Foto: [M]zm-km-eyetronic – Fotolia.com
Wesentlichen Einfluss auf die Kooperationsbereitschaft des Patienten hat die Unterstützung durch Vertrauenspersonen. Foto: [M]zm-km-Ocskay Bence-Fotolia
Menschen mit geistiger Behinderung reagieren stark auf Emotionen. Die nonverbale Kommunikation ist deswegen beim Arzt-Patienten-Gespräch von immenser Bedeutung. Foto: [M]zm-km-MEV

Besondere Risiken mit Sedierungen

Es werden unterschiedliche Sedierungsverfahren beschrieben und empfohlen, auf die im Rahmen dieses Artikels nicht detailliert eingegangen werden soll. Meist bringen diese Verfahren nicht den gewünschten Erfolg, wenn grundsätzlich keine Behandlungsbereitschaft besteht. Bei Patienten mit geistiger und mehrfacher Behinderung sind besondere Risiken und Unsicherheiten mit Sedierungen verbunden.

  • Ist ein i.v.-Zugang möglich?

  • Wie hoch ist eine wirksame Dosierung bei i.m.- oder p.o.-Gabe?

  • Wie wird das Monitoring durchgeführt?

  • Ist eine Kontrolle der Sedierungstiefe über Kommunikation möglich?

  • Kann der Patient Anweisungen wie „Bitte tief durchatmen“ verstehen und umsetzen?

  • Beherrscht ein Zahnarzt alle Notfallsituationen?

  • Steht ein Stand-by-Arzt zur Verfügung?

Für Patienten mit extremer Behandlungsangst sind (Analgo-)Sedierungen eine geeignete und schonende Möglichkeit, Behandlungen durchzuführen. Besteht aber eine generelle Abwehr gegen zahnmedizinische Eingriffe, ist es sicherer, wenn auch mit höherem Aufwand verbunden, eine notwendige Behandlung in Vollnarkose durchzuführen.

Eine Behandlung in Narkose durchzuführen, sollte wegen der immer bestehenden Restrisiken, wegen des großen Organisationsaufwands für alle Beteiligten und wegen der hohen Kosten gut begründet sein. Je unkooperativer der Patient und je belastender die geplante Behandlung, desto eher lässt sich eine Behandlung in Narkose rechtfertigen. Soll die Behandlung ambulant in der eigenen Praxis durchgeführt werden, müssen einige rechtliche Aspekte berücksichtigt werden.

Zunächst muss mit dem Anästhesisten abgeklärt werden, ob der anästhesiologische Arbeitsplatz dem allgemeingültigen Standard entspricht [Anästh Intenivmed, 2013]. Ansonsten könnte der Zahnarzt als Praxisbetreiber bei einem Narkosezwischenfall mit zur Verantwortung gezogen werden [Neelmeier, 2012]. Bei der Aufklärung der Patienten und der rechtlichen Betreuer wird zwischen zahnärztlichen Aspekten und anästhesiologischen Risiken scharf zwischen Zahnarzt und Anästhesisten getrennt. Häufig sind die vor dem Eingriff erhobenen zahnärztlichen Befunde bei großer Behandlungsabwehr nur unzureichend.

Daher sollten die rechtlichen Betreuer immer darauf hingewiesen werden, dass gegebenenfalls eine Ausweitung der geplanten Behandlung notwendig werden könnte. Darüber hinaus muss mit den Betreuenden abgesprochen werden, ob eine periooperative Betreuung gewährleistet ist. Die Nüchternheit muss sichergestellt sein. Der Patient muss in die Praxis und eventuell sogar bei der Narkoseeinleitung begleitet werden. Nach dem Eingriff sollte während der Aufwachphase eine vertraute Person anwesend sein und schließlich muss die Betreuung zu Hause, auch nachts, organisiert sein. Daher sollten in der Zahnarztpraxis nur geplante Eingriffe durchgeführt werden. Für dringend notwendige Akutbehandlungen oder bei erhöhtem Narkoserisiko sollte besser an eine Klinik überwiesen werden, die Patienten gegebenenfalls stationär aufnehmen kann.

Die Ursachen und Folgen einer geistigen und/oder mehrfachen Behinderung sind sehr vielfältig. Obwohl der Zahnarzt die Art und die Ausprägung der Behinderung kennen sollte, sagen die medizinischen Diagnosen nicht viel über die Behandelbarkeit, über das Karies- und Parodontitisrisiko oder über zahnärztlich bedeutsame Allgemeinerkrankungen aus. Es ist daher nicht möglich, allgemeingültige Empfehlungen für die zahnmedizinische Behandlung dieser sehr heterogenen Patientengruppe zu formulieren. Letztlich müssen für jeden Patienten individuell und mit den Betreuenden abgestimmt Vorgehen und Ziele festgelegt werden.

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